“Börse und Wirtschaft - zyklisch betrachtet”

Text aktualisiert:
29.08.10 18:00 Uhr 

    
siehe auch:

Beispiel:
Fibonacci-Zyklus

 und Beispiel einer Fibonacci-Zyklik mit 13 Hochpunkten

Finanzkrise Charts
mit der Fibonacci- Systematik



Neue Einleitung zu “Leser-Meinungen”


Fundamentale ZusammenhÀnge

 

Unser Know-how Inhaltsverzeichnis: (30 auszudruckende Seiten)

erweitert: 21.03.10 und          28.04.10

 Beispiel eines Fibonacci-Zyklus
 
und Veröffentlichungen vom oder zum Verfasser
 Beispiel einer Fibonacci-Zyklik mit 13 Hochpunkten

 

 Die Zyklik hilft, Anleger abzukassieren

 
05.03.10

 Ein 70 Jahre langer Zyklus der Großspekulation
 Erfahrungen des Verfassers als Erfinder-Unternehmer

 22.10.06

 Die Zyklik des “american way of life”

 

 â€Q-Faktor” nach Tobin und die Langfristzyklik

 

 Aktuelle Brennpunkte des 70-Jahres-Zyklus

 

 Der Thailand-Coup (als Beginn einer Fahrt in den Abgrund)

 

 Der Terroranschlag vom 11. September 2001

02.04.08

 Die Ursachen und die Folgen des Irakkriegs

 

 Freiheit und Einkommen

 

 Abschließende Betrachtung und Ausblick

17.12.06

 Die Demographie-Krise in Deutschland (Anhang)

 

Beispiel eines Fibonacci-Zyklus rot am 02.03.10 aktualisiert

Mit Hilfe der Fibonacci-Börsenzyklik analysieren wir die kleinen, mittleren und langen Zyklen beim Dow, Gold und Dax.

 

Allgemein lĂ€sst sich bei dieser Art der Hochpunktbewertung der Kursgipfel in einem Zyklus mit einer Fibonacci-Zahl (3, 5, 8, 13 usw.) belegen und auch das letzte Hoch vor dem Ende des Zyklus. Ferner schließen sich meist 3, 5, 8, 13 usw. Zyklen zu einem ĂŒbergeordneten Zyklus usw. zusammen. Der abgebildete Zyklus ist mit seinen 8 Unterzyklen ein markantes Beispiel.  Es ist eine typische Dreiteilung zu erkennen, die in Haussephasen vorherrscht. Am Ende des abgebildeten Zyklus geht die Dreiteilung wĂ€hrend der letzten beiden BaisseschĂŒbe in eine Zweiteilung ĂŒber.

Die Erkenntnis dieser und einer FĂŒlle weiterer ZusammenhĂ€nge fĂŒhrte zu einer entscheidenden Fortentwicklung gegenĂŒber der Elliott - Wave - Analysestechnik: zur Fibonacci-Börsenzyklik. Damit lĂ€sst sich die charttechnische Börsenanlyse erheblich erweitern (zum direkten Einstieg in die Praxis der Fibonacci-Systematik erklĂ€ren wir u nter Lesermeinungen, 1. Beitrag vom 17.03.07, ausfĂŒhrlich die Fibonacci-Stundenzyklik und in langfristiger Hinsicht siehe Dax-Chartbeispiele).

 
Mit Hilfe der Fibonacci-Systematik lassen sich die Zyklen regelrecht “abreiten”. Dabei ist das Risiko einer Fehlspekulation besonders klein, wenn der laufende und der ĂŒbergeordnete Zyklus in die gleiche Richtung zeigen. Zum Beispiel, wenn in einem Baissezyklus auf kurze untergeordnete heftige Baissestrecken spekuliert wird. Falls in einer solchen Situation “eine Schieflage” entsteht, kann sie leichter mit der Kenntnis ĂŒberwunden werden, wann sich voraussichtlich der ĂŒbergeordnete Baissezyklus fortsetzt.

Mögliche Trendwechseltermine lassen sich vielfach auf den Tag genau
voraussagen, weil von zyklisch bedingten Hoch- und Tiefpunkten oftmals Ketten von Fibonacci-Börsentagen ausgehen, die nach 3, 5, 8, 13 usw. Börsentagen weitere, auch abwechselnde Hoch- und Tiefpunkte zur Folge haben. Derartige Fibonacci-Börsentageketten verfolgen wir beim Dax bis zum 233. Börsentag (Siehe unsere Antwort auf eine Leseranfrage zum Thema Trendwechseltermine von 31.10.99 in Lesermeinungen.). In unserem Börsenbrief, den wir seit dem Jahr 1982 herausgeben, wurde die von Wolfgang Bogen entwickelte Fibonacci-Börsenzyklik soweit vorangebracht, dass beispielsweise im Herbst 2005 nach und nach eine ununterbrochene Kette von neun Trendwechselterminen des Dax-Furure-Index prognostiziert werden konnte, die alle auf den Tag genau eintrafen. Jeweils 5 Börsentage schließen sich hĂ€ufig zu Fibonacci-Wochen zusammen. Beispielsweise umfasste der Börsenabsturz des Dow-Jones-Index ab seinem Kursgipfel am 14. Januar 2000 bis zum Tief am 11. Oktober 2002 auf wenige Tage genau 144 Fibonacci-Wochen. Wir können hiermit zeigen, dass das Börsengeschehen in gewisser Hinsicht determiniert ist.

Ferner lassen sich hÀufig die Endpunkte von Kursbewegungen berechnen. In unserem Börsenbrief gehen wir von Fall zu Fall auf derartige Berechnungsbeispiele ein.

Die oft gestellte Frage, wieso die Fibonacci - Börsenzyklik funktioniert, ist wie folgt zu beantworten: Nach Verlusten warten Anleger einen neuen Einstiegstag ab und beobachten deshalb genau Börsentag auf Börsentag, ob sich neue Höchst- beziehungsweise Tiefstkurse ergeben. Hierdurch entsteht eine Fibonacci-Additions -Systematik, die zu Gruppen von 3, 5, 8, 13 usw. Börsentagen fĂŒhrt.

Der Begriff  “Zyklus” verleitet zu der Annahme, dass es sich dabei um KurseinbrĂŒche in einheitlichen, zeitlich gleich langen AbstĂ€nden handelt. Das ist aber gerade nicht der Fall. Meist folgt einem kĂŒrzeren Zyklus ein lĂ€ngerer und umgekehrt.

Neu - Abonnenten erhalten eine zweiseitige EinfĂŒhrung in die “Grundlagen der Fibonacci - Börsenzyklik”.

Dieses Web-Lexikon
http://www.weblexikon.de/Fibonacci-B%C3%B6rsenzyklik.html enthÀlt eine hervorragende Beschreibung zur Fibonacci-Börsenzyklik.

Hier veröffentlichen wir eine neue Einleitung dazu:
“Der Begriff ‘Fibonacci-Börsenzyklik’ wurde von Wolfgang Bogen geprĂ€gt und ist eine charttechnische Analysemethode, mit der kĂŒnftige Kursentwicklungen an den WertpapiermĂ€rkten vorhergesagt werden sollen. Demnach spalten sich Börsenzyklen in Unterzyklen auf. GemĂ€ĂŸ der Fibonacci-Zahlenreihe besteht ein Zyklus stets aus 3, 5, 8, 13 usw. Unterzyklen beziehungsweise SchĂŒben oder Hochpunkten.  Zweigeteilte Zyklen entstehen lediglich in Baissephasen. Diese Systematik ist nicht nur im Verlaufe von Jahren, sondern hinunter bis zur Stundenzyklik zu beobachten.”

Unter
http://
infos7.org ,  und den Suchworten “bogen”, “börse”, “börsenzyklik”oder “fibonacci” finden Sie eine weitere Kurzbeschreibung unserer “Fibonacci-Börsenzyklik”.


Weitere Veröffentlichungen von Wolfgang Bogen:

Hier finden Sie seinen in der FAZ vom 03.11.07 veröffentlichten Leserbrief ĂŒber “Marktwirtschaftliche Ungleichgewichte” , die sich zu einer Ă€ußerst schmerzhaften Selbstheilungskrise aufschaukeln. Das Desaster begann zunĂ€chst unmerklich mit der Übermacht der Gewerkschaften und anderen VerstĂ¶ĂŸen gegen das Prinzip der Preisbildung gemĂ€ĂŸ Angebot und Nachfrage . . .

Dieser hier erstmals veröffentlichte Beitrag von W. Bogen ĂŒber eine bisher ungelöste Grundsatzfrage der Physik, dem “Plank’schen Wirkungsquantum in Verbindung mit einem möglichen Äther” soll eines seiner weiteren Interessen aufzeigen.

Ferner wurde er fĂŒr seine TĂ€tigkeit im Laufe von fast 25 Jahren als Erfinder-Unternehmer
(NĂ€heres hier) im Jahr 1976 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.  Weiterhin wurde ihm, aufgrund eines Vorschlags des PrĂ€sidenten des Deutschen Patentamtes, vom Dieselkuratorium fĂŒr seine Erfindungen und Patente die Diesel-Medaille verliehen.
Einen umfassenden Einblick in das frĂŒhere Unternehmen des Verfassers zum Zeitpunkt der 60iger Jahre gibt diese Internetadresse:
 
http://www.magnetbandmuseum.info/die-firma-bogen-1968.html



 
Neu am 21.03.2010 und der 2. Absatz vom 25. - 28.04.2010  
Beispiel einer 5 Börsentage langen Zyklik
mit 13 Hochpunkten (alles Fibonacci-Zahlen)
des DAX-Future vom 15. bis 19. MĂ€rz 2010
              


Dieser fĂŒnf Börsentage umfassende Tick-by-Tick-Chart zeigt die Hochpunkte 1 - 13 des DAX-Future im Zeitraum 15. bis 19. MĂ€rz 2010. Bis zum Kursgipfel, der mit einer Fibonacci-Zahl (hier die 13) zu belegen ist, werden die ĂŒbereinander liegenden Hochpunkte gezĂ€hlt. Das Hoch zwischen den Hochs 9 und 10 befindet sich  in einer “Senke” und bleibt deshalb unberĂŒcksichtigt. ZunĂ€chst ergaben sich 8 AufwĂ€rtsschĂŒbe und anschließend entstand ein kurzfristig andauerndes baissetrĂ€chtiges leicht ansteigendes Mehrfachhoch 9 - 13, das sich aus 5 Hochpunkten zusammensetzt. Das alles sind Fibonacci-Zahlen. Dieses Beispiel zeigt die StabilitĂ€t und ZuverlĂ€ssigkeit einer ĂŒber eine Woche hinweg ungestört verlaufenden Fibonacci-Stundenzyklik.

Dieser Strecke folgte nach einem RĂŒckschlag, der am 22. MĂ€rz 2010 endete, ein Ă€hnlicher weitergehender Anstieg mit 5 ĂŒbereinander liegenden Hochpunkten, was ebenfalls exakt der Fibonacci-Systematik entsprach. Und ab dem Hoch vom 6. April ergab sich eine Reihe von Hochpunkten an einer bei rund 6300 liegenden waagerecht verlaufenden Trendkanallinie, aus heutiger Sicht ein weiteres wesentlich lĂ€nger andauerndes und deshalb weitaus wirksameres baissetrĂ€chtiges Mehrfachhoch. TatsĂ€chlich begann nach einem Kursgipfel vom 26. April, den wir im
Börsenbrief als ein Fibonacci-Hoch Nr. 8 kennzeichneten,  aus diesem Mehrfachhoch heraus tags darauf innerhalb von nur wenigen Stunden ein rund 210 Dax-Punkte umfassender erster Absturz, der sich fortsetzen dĂŒrfte. Insofern war die ab dem 15. MĂ€rz eingetretene strenge Fibonacci-Systematik ein deutlicher VorlĂ€ufer zum Kursgipfel.



 

Die folgenden BeitrĂ€ge befassen sich mit den EinflĂŒssen auf die KapitalmĂ€rkte:

 Die Zyklik hilft, Kleinanleger abzukassieren,
weil sie stets glauben, der Trend wĂŒrde sich fortsetzen.

Die Zyklen an der Börse - damit ist das kurz-, mittel- und langfristige Auf und Ab der Kurse gemeint - entstehen durch das Verhalten der einem Herdentrieb folgenden Anleger: Dem liegt das uralte Prinzip zu Grunde, Geld in die Börse zu pumpen, damit die Kurse in die Höhe zu treiben und die investierten Mittel nach gestiegenen Kursen wieder mit Gewinn abzuziehen. Wer zuerst abzieht, gewinnt. Großanleger können hierzu riesige BetrĂ€ge einsetzen und mit Hilfe der Medien den Herdentrieb der Anleger beeinflussen. Die Großanleger gewinnen natĂŒrlich zu Lasten der stets hinterher laufenden ĂŒbrigen Anleger.
 
Das Börsengeschehen wird erfahrungsgemĂ€ĂŸ von der Großspekulation anlĂ€sslich zyklisch bedingter Hoch- und Tiefpunkte mit dem geringsten Aufwand manipuliert, was natĂŒrlich die Zyklik und deren KursausschlĂ€ge wesentlich verstĂ€rkt. Zum Beispiel ist es ĂŒblich, zum Zwecke einer AbwĂ€rtsmanipulation anlĂ€sslich eines zyklisch bedingten Kurshochs des Goldpreises eine Meldung “die Notenbank in London verkauft 20 Tonnen Gold” zu veröffentlichen. Interessanterweise beteiligen sich an dieser bewussten IrrefĂŒhrung der Kleinanleger stets alle maßgebenden Medien. Und die Kleinanleger fallen auch immer wieder auf solche breit gestreuten Zwecknachrichten herein, weil sie nicht wissen, dass an der COMEX tĂ€glich ein Mehrfaches von 20 Tonnen Gold gehandelt wird.

Ohne Manipulation wĂ€re das Börsengeschehen völlig uninteressant und die Börsenindizes wĂŒrden sich in etwa so verhalten wie die Zuwachsraten des Bruttosozialproduktes. Die Großspekulation hĂ€tte keine Arbeitsgrundlage und es gĂ€be nicht die den Mittelstand beseitigende Vermögenskonzentration mit Hilfe einer ““Wertpapierindustrie”.

Wer als Anleger am Börsengeschehen gewinnen will, hat deshalb nur eine Chance, wenn er den Vorhaben der Großspekulation folgt. Diese Vorhaben sind zwecks Minimierung des Aufwands auf die Börsenzyklik abgestimmt und bringen deshalb die Zyklik erst voll zur Wirkung. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse unseres hier ausfĂŒhrlich beschriebenen Know - how.

Kurzfristigen Tradern hilft unsere Erkenntnis, mit Hilfe der Beobachtung des Put/Call-VerhĂ€ltnisses der Dax-Optionen das Risiko zu verringern: Da Optionen im Schnitt zu mehr als 85 Prozent wertlos verfallen, ist dieses ĂŒblicherweise von der Kleinspekulation bestimmte VerhĂ€ltnis ein idealer Kontraindikator. Besonders am Ende von Kursbewegungen erreicht das Put/Call-VerhĂ€ltnis Extremwerte. Ob Großanleger im Spiel sind, die den Kontraindikator ins Gegenteil verkehren, zeigt eine viertelstĂŒndige Beobachtung der Zahlenwerte (siehe Lesermeinungen unter dem 22.03.00 Put/Call-VerhĂ€ltnis der Dax-Optionen. Eine 15-Minuten-Statistik des Put/Call-VerhĂ€ltnisses der Dax-Optionen ist unter Lesermeinungen, im Beitrag vom 24.04.01, als Link zu finden). Normalerweise beteiligen sich am Markt der Dax - Optionen keine Großanleger. Denn er wurde installiert, um den Kleinanlegern eine Spekulationsmöglichkeit zu bieten - aber auch, um sie abkassieren zu können, weil die Kleinanleger immer wieder auf Desinformationen hereinfallen.

Es gibt Manipulationen des Dax durch Großanleger, von zum Beispiel im Umfang von 300 Dax - Punkten innerhalb von zwei Tagen (siehe unter Lesermeinungen den Beitrag vom 27.12.00 “Wolfgang Bogen / Börsenbrief”), denen auffallende Großpositionen von zum Beispiel insgesamt 30.000 StĂŒck Calls an der Deutschen Terminbörse an einem Tag vorausgehen und die das Put/Call-VerhĂ€ltnis zum zuverlĂ€ssigen Indikator werden lassen. Dabei kann unter Banken, also außerhalb der Terminbörse, ein Vielfaches derartiger Optionen umgehen. Die an die Terminbörse gebrachten Optionen dienen lediglich dazu, den marktgĂ€ngigen Kurs festzustellen, zu dem das “interne” GeschĂ€ft abzuwickeln ist. In unserem Börsenbrief vom 19. MĂ€rz 2001 beschrieben wir eine derartige Manipulation mit Hilfe von Put-Positionen in der GrĂ¶ĂŸenordnung von einigen 10.000 StĂŒck, die die Börsenkapitalisierung der Deutschen Börse vom 13. MĂ€rz 11:00 Uhr bis zum 14. MĂ€rz 14:30 Uhr um 50 Mrd. Euro und den Dax um 340 Punkte hinunterdrĂŒckte und meinten dazu ”dass die Börsenaufsicht solche Großmanipulationen  hinnimmt, ist bezeichnend”. Siehe auch unter “Leser-Meinungen” 07.12.01: Großposition.

Ein Hinweis auf das Put/Call-VerhĂ€ltnis am US-Aktienmarkt der CBOE (Chicago Board Options Exchange), ebenfalls ein idealer Kontraindikator (sofern Kleinanleger das Feld beherrschen), ist unserer Seite “Leser-Meinungen” unter dem 29.01.01 zu entnehmen.

Es ist ĂŒblich, dass kurz vor den Optionsterminen Optionen aus Angst vor Verlusten auf den Markt geworfen werden. In der Hausse sind es meist Calls und in der Baisse ĂŒberwiegend Puts. Insider, insbesondere die Schreiber der Optionen, nutzen dies und beeinflussen die AktienmĂ€rkte anlĂ€sslich der Optionstermine in ihrem Sinn. Die so entstehenden Kursbewegungen sind typisch fĂŒr eine gewisse Zyklik.

Die “großen” Optionstermine, an denen die Futurekurse auslaufen, liegen jeweils rund 13 Wochen auseinander. Die Zahl 13 ist eine Fibonacci-Zahl, so dass insbesondere beim Dow-Jones-Index des US-Aktienmarktes, eine Fibonacci-Wochen-Systematik zu beobachten ist.

Sehr hilfreich ist es, am US-Aktienmarkt das long/short-VerhĂ€ltnis, zum Beispiel beim S&P-Index, hinsichtlich der Kleinspekulanten und der Großanleger zu verfolgen (siehe dazu unter Leser-Meinungen die beiden EintrĂ€ge vom 2. und 3.11.00 “Open Interest Summary”). Die Großanleger liegen, weil sie “den Markt machen”, fast immer richtig. Dagegen disponieren die Kleinanleger, deren Meinung sich an Hand der manipulierten Medien ausrichtet, meist falsch. Insbesondere wird der weiter unten beschriebene Zyklus der Großspekulation durch eine lĂ€ngerfristige Beobachtung des long/short-Verhaltens dieser Anlegergruppe im VerhĂ€ltnis zu den falsch liegenden Kleinanlegern deutlich, weil ĂŒblicherweise dem normalen Anleger jene HintergrĂŒnde des Börsengeschehens verschlossen bleiben.

Ferner muss man wissen, wie das Kettenbriefsystem der Wall-Street- Wertpapierindustrie (so der Großspekulant Warren Buffett) funktioniert: GemĂ€ĂŸ dem seinerzeitigen Chef der amerikanischen Wertpapieraufsicht SEC, Arthur Levitt, lauten nicht einmal ein Prozent aller Aktienempfehlungen, die die Analysten der großen Wall-Street-HĂ€user abgeben, auf “Verkaufen” (FAZ 14.04.00, S. 25/27). In welchem Ausmaß an der Wall-Street manipuliert wird, geht auch aus der FAZ vom 28.09.00, S. 32, hervor: “In nur 0,6 Prozent von rund 28.000 vorliegenden Analystenberichten wird der Verkauf einer Aktie nahegelegt.”

Ein Trick zur Kursmanipulation besteht zum Beispiel auch darin, dass ein Unternehmen die eigenen Aktien aufkauft. Damit wird die Anzahl der umlaufenden Aktien verringert und der Gewinn pro Aktie steigt, obwohl der Gewinn in absoluten Zahlen gar nicht zugenommen hat.

Das Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der KleinaktionĂ€re, Harald Petersen , meinte wĂ€hrte der FAZ vom 30.03.01, S. 25: ”In Deutschland werde man derzeit in einem Spielkasino stĂ€rker vor kriminellen Machenschaften geschĂŒtzt als an der Börse”.

Am 30.06.01 schrieb die FAZ auf Seite 25 unter “Auf Knopfdruck die Anleger abgefischt” ĂŒber Kursmanipulationen. Sie sind unter den Namen “Pre-arranged orders”, “Wash-Sale”, “Crossing”, “Matched orders” als Abzockerei der Anleger nach immer demselben Muster bekannt: Durch ScheingeschĂ€fte soll der Eindruck erweckt werden, mit dem entsprechenden Wertpapier fĂ€nde ein reger Handel statt. Auch “Scalping”, “ Frontrunnig” oder “Phantom-Orders” seien dazu ĂŒblich. Einige weitere Fachbegriffe zum Kursbetrug sind “Painting the Tape” und “Advancing the bid”. Der VizeprĂ€sident  des Bundesaufsichtsamts fĂŒr den Wertpapierhandel, Georg Dreyling, sagte dazu, “fĂŒr Kursmanipulationen wurden ungeahnte BetĂ€tigungsmöglichkeiten eröffnet”. Vor dem Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt berichtete Dreyling von manchem Basiswert, der wie festgenagelt erschien, je nĂ€her der Verfallstag fĂŒr einen Optionsschein rĂŒcke” - nur damit die Anleger nicht an ihr Geld kĂ€men. Nicht erwĂ€hnt wurden in dem FAZ-Artikel die Großmanipulationen mit 10.000 und mehr Dax-Optionen. Mit ihrer Hilfe wird, meist in Phasen mit geringer VolatilitĂ€t beginnend, der Dax innerhalb weniger Tage um etwa 300 Punkte gezielt  nach oben oder unten gesteuert, um ein Heer von Anlegern rĂŒcksichtslos abzukassieren. Diese Markteingriffe beobachten wir mit besonderem Interesse, weil sie dem Leser unseres Börsenbriefs besondere Gewinnmöglichkeiten bieten.

Eine besondere Eigenart unseres Börsenbriefs besteht darin, dass wir unsere Prognosen an Hand unseres Know-how umfassend begrĂŒnden. Deshalb sind unsere Prognosen nachvollziehbar. 

Obwohl unser Börsenbrief nur wöchentlich erscheint, ist er auch fĂŒr Daytrader hilfreich, die die kurzfristige Zyklik nach gewisser Einarbeit selbst weiter verfolgen können. Wir wollen dabei helfen, die Zyklen “abzureiten”, denn ab dem Beginn eines Zyklus steigen die Kurse, und vom Zyklusgipfel fallen sie ĂŒberwiegend bis zum Zyklusende. Dies bringt den Vorteil, dass der Daytrader nicht tĂ€glich engagiert ist, sondern nur auf wenigen Strecken, die von extremen Put/Call - VerhĂ€ltnissen eingeleitet werden..



Ein ca. 70 Jahre langer Zyklus der Großspekulation
und eigene
Erfahrungen des Verfassers

Entscheidendes Börsen-Know-how gewannen wir durch eine Beobachtung der langfristigen Zyklik, die mit dem steilen Kursverfall des US -Aktienmarktes ab dem Jahr 1929 bis 1932 begann:
 
Der NobelpreistrĂ€ger Prof. Milton Friedman schrieb dazu in “Chancen die ich meine” (Ullstein 1980), auf den Seiten 95-99, “10.000 Banken verschwanden von der BildflĂ€che”, was “einen monitĂ€ren Zusammenbruch sondergleichen” nach sich zog.
 
WĂ€hrend des Zusammenbruchs von 1932 setzte in den USA mit dem “New Deal” eine Zeitenwende ein. Unserer Meinung nach war der “New Deal” in langfristiger Hinsicht kontraproduktiv, denn letztendlich dĂŒrfte das Gegenteil des angestrebten Effektes mit der Folge eines weiteren noch tiefgreifenderen Zusammenbruchs eintreten. Eine der wichtigsten Merkmale des “New Deal” war die Anerkennung der Gewerkschaften, um mit ihrer Hilfe die seinerzeitige Deflation zu ĂŒberwinden. Es entstand aber eine mehr oder weniger moderate Dauerinflation mit einem ĂŒber der Inflationsrate liegenden Zentralbankzinssatz, der langfristig zur exponentiell ansteigenden Verschuldung des Staates, der kleinen und mittleren Unternehmen und zu explodierenden Vermögen bei den die Verschuldung finanzierenden Geldgebern fĂŒhrte. DarĂŒber hinaus fĂŒhrte eine ausufernde Gewerkschaftsmacht in den USA und in Großbritannien zu schweren Wirtschaftskrisen (die englische Krankheit), die erst Ronald Reagan und Margret Thatcher durch Beschneidung der Gewerkschaftsrechte beenden konnten, wĂ€hrend in Deutschland das “Wirtschaftswunder” der 60er und 70er Jahre regelrecht abgewĂŒrgt wurde und es dadurch zu einer das Sozialsystem zerstörenden immer mehr anwachsenden Massenarbeitslosigkeit kam.

Ab etwa dem Jahr 1990 entstand aufgrund der exponentiellen Geldmengenvermehrung durch den Zinseszinseffekt in den westlichen Industriestaaten ohne entsprechende Steigerung des Bruttosozialproduktes eine Übertreibungsphase der Börsenkurse. Dies wurde begleitet von einer breit angelegten Manipulation der maßgebenden Medien, und besonders in Deutschland, von massiven Subventionen rĂŒckstĂ€ndiger Wirtschaftsbereiche, und konfiskatorischen Steuern und Abgaben. Zuletzt kam die Erfindung des Shareholder -Value hinzu und die EinfĂŒhrung von Aktienoptionen als Bestandteil der ManagergehĂ€lter - alles eindeutig kontraproduktive Maßnahmen. Auf dem Höhepunkt der damit ausgelösten irrealen Gewinnerwartungen, mit denen eine steile Kurs- und Kreditexpansion bis zum Höhepunkt der Aktienkurse im Jahr 2000 einherging, startete eine “Death Spiral” fallender Kurse. Sie bewirkt eine Konsumstagnation, was weiter fallende Kurse zur Folge hat, an deren Ende Deflation und Depression sowie eine Weltwirtschaftskrise und eine neue Zeitenwende zu erwarten sind.

Das Prinzip des Shareholder-Value fĂŒhrt gemĂ€ĂŸ eines Artikels der FAZ vom 25.06 .01, S. 29, “Gestörtes Leistungsklima . . .” dazu, dass sich die Mitarbeiter nicht mehr mit ihrem Betrieb identifizieren, was eine Erosion der inneren Leistungsbereitschaft bewirkt. Solche Fehlentwicklungen aller Art werden dann nicht mehr finanzierbar und durch eine Ă€ußerst schmerzhafte Selbstheilungskrise beseitigt.
 
Das Buch “Bankrott 95” (Harry E. Figgie und Gerald J. Swanson, Ullstein 1993) zeigt, wie es kommen kann: Wer in der Hoffnung auf einen auskömmlichen Lebensabend wĂ€hrend seiner BerufstĂ€tigkeit Aktien sparte, der fĂŒhlt sich um seine Existenzgrundlage betrogen. Das Buch trĂ€gt den Untertitel: “Die Schuldenkatastrophe der USA und das Ende des >American way of life<”. Welche weiteren Auswirkungen eine solche Zeitenwende haben kann, beschreibt Ramon Bennett in “Wenn Tag und Nacht vergehen” (Chr. Kommunikation und Verlagsgesellschaft, LĂŒbeck) auf der Seite 116: “Wenn die Wirtschaft der Vereinigten Staaten zusammenbricht”, und weiter, “welche Kreise dafĂŒr verantwortlich gemacht werden” . Im Jahr 1992 erschien die israelische Originalausgabe dieses Buches.

Hinter dem Zusammenbruch des US-Aktienmarktes ab dem Jahr 1929 und der Langzeitkursspitze des Jahres 2000 verbirgt sich unserer Ansicht nach ein rund 70 Jahre langer Zyklus der Großspekulation. Sie ist in der Hausse “long”, in der Baisse “short” und gewinnt im Grunde immer und zwar um so mehr, je ausgeprĂ€gter die Hausse und die anschließende Depression sind.

Selbst eine Bankenkrise wie Anfang der 30er Jahre lohnt sich in diesem Sinne, denn die betroffenen Banken können in solchen Zeiten einschließlich der ihnen ĂŒbereigneten Sicherheiten spottbillig aufgekauft werden. So entsteht eine extrem ungleichmĂ€ĂŸige Vermögensverteilung: Die großen Vermögen und der Einfluss ihrer Besitzer nehmen immer mehr zu, wĂ€hrend die Verschuldung des Staates, der Unternehmen und der privaten Haushalte unermessliche Höhen erreicht (siehe Leser -Meinungen: Eintrag unter dem 09.02.01 mit zwei Quellen zum Thema Vermögenskonzentration in Deutschland). Die Zahl der verschuldeten Privathaushalte wird vom Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen auf 2,8 Millionen geschĂ€tzt. Und nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich in Deutschland die Zahl der Haushalte ohne Vermögen gegenĂŒber 1993 mehr als verdoppelt (FAZ 28.06.01, S.16). Andererseits hinterlassen gemĂ€ĂŸ der FAZ vom 12.3.01, S. 21, 0,1 % (in Worten: Nullkommaeins Prozent) der Verstorbenen in den USA ein Vermögen im Wert von mehr als 5 Millionen Dollar.

Normalerweise produziert die Marktwirtschaft Wohlstand, von dem alle profitieren. Der Zyklus der Großspekulation kehrt diesen Grundsatz zunĂ€chst unbemerkt ins Gegenteil um, höhlt die Marktwirtschaft aus, zerstört den Mittelstand und fĂŒhrt am Ende des Abschwungs  mit der Vernichtung vieler Vermögen zur Depression und zur Massenarbeitslosigkeit.

Was bei uns die Vermögenskonzentration im Laufe der Jahrzehnte bewirkte, wird an Hand des Anstiegs der Arbeitslosigkeit und deren Folgen deutlich: Der nach dem Kriege im Rahmen der “Wirtschaftswunderjahre” aufstrebende Mittelstand verringerte die Arbeitslosigkeit im damaligen Westdeutschland bis zum Jahr 1968 auf 134.000. Damals herrschten im Geiste von Ludwig Erhard Ă€ußerst wirtschaftsfreundliche Bedingungen. Dazu gehörten zum Beispiel sich zurĂŒckhaltende Gewerkschaften und eine Umsatzsteuer von lediglich 3 Prozent. Vom unternehmerischen Gewinn blieb nach Steuern und Abgaben so viel ĂŒbrig, dass damit der erforderliche Anstieg des Eigenkapitals der schnell wachsenden mittelstĂ€ndischen Unternehmen finanziert werden konnte.

Aufgrund der etwa ab 1968 entstandenen Vermögenskonzentration gewannen VerbĂ€nde aller Art, die Großindustrie und die Gewerkschaften immer mehr Einfluss auf die Politik, wĂ€hrend der Mittelstand und die Kleinunternehmer verloren. Und die Gewerkschaften durften mit Hilfe dieser Politik ihre Forderungen im öffentlichen Dienst und in der Großindustrie durchsetzen, ohne RĂŒcksicht auf die LeistungsfĂ€higkeit kleinerer Betriebe. Im gleichen Maße kletterte die Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2000 auf rund vier Millionen (EmpfĂ€nger von Arbeitslosenhilfe) zuzĂŒglich weiterer etwa zwei Millionen Arbeitssuchender. HĂ€tten wir ferner nicht 2,8 Millionen FrĂŒhrentner, wĂŒrde die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen. Addiert man diese drei Positionen, zeigt sich, dass in Deutschland rund 8,8 Millionen ArbeitsplĂ€tze fehlen.
  
Aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren und wegen eigener Kinder in eine finanzielle Benachteiligung zu geraten, sank ab dem Jahr 1968 die Geburtenrate drastisch. Der Wegfall der ArbeitsplÀtze bei sinkender Geburtenrate zog eine Reihe neuer Problemfelder nach sich, wodurch eine ruinöse und damit das Wirtschaftswachtum erdrosselnde Kosten-, Steuer- und Abgabenbelastung entstanden ist. Die Höhe dieser konfiskatorischen Belastung verdeutlicht das Beispiel eines Handwerkers, der sechs Stunden arbeiten muss, um als Kunde eine Handwerkerstunde bezahlen zu können.

Vom Bund der Steuerzahler wurde mitgeteilt, dass die BĂŒrger von einer verdienten DM nur noch 45 Pfennig erhalten. Von den Abgaben in Höhe von 55,2 Prozent entfallen 32,4 Prozent auf die Steuerlastquote und 22,8 Prozent auf die Soziallastquote. Und im Jahr 1960 habe die Belastung der BĂŒrger mit Steuern und Abgaben noch 41,5 Prozent betragen.

Ein anderes Beispiel zeigt, wie es einem GrĂŒndungsunternehmer geht, der mit der ĂŒblichen zulĂ€ssigen VerspĂ€tung dem Finanzamt eine Bilanz mit 100.000 Euro Gewinn einreicht: Er muss nicht nur rund 70.000 Euro einkommensabhĂ€ngige Steuern nachzahlen, sondern fĂŒr das laufende Jahr weitere 70.000 Euro vorauszahlen. Nur weil er den “Fehler” machte, einen Gewinn von Euro 100.000 auszuweisen, sind 140.000 Euro fĂ€llig. Diese Mittel sind aber in den AußenstĂ€nden, im Lager und im Anlagevermögen versickert. Oft bedeutet das schon die Pleite fĂŒr den Unternehmer.

  . . . und eigene Erfahrungen des Verfassers
(rot 5.3.2010)

Der Verfasser schreibt dies aus eigener Erfahrung: Er baute aus allerkleinsten AnfĂ€ngen heraus ab dem Jahr 1952 in den Wirtschaftswunderjahren mit einem Dutzend eigener Patente ein mittelstĂ€ndisches Unternehmen auf, das sich mit der Produktion von Magnetköpfen fĂŒr die magnetische Aufzeichnungstechnik befasste. Sie waren unter dem Begriff “hochwertige BOGEN-Magnetköpfe”, z. B. in “UHER-TonbandgerĂ€ten” , “EUMIG-Schmalfilmprojektoren” und in der Tonfilmtechnik bekannt.

Einen umfassenden Einblick in das frĂŒhere Unternehmen des Verfassers zum Zeitpunkt der 60iger Jahre gibt diese Internetadresse:
 
http://www.magnetbandmuseum.info/die-firma-bogen-1968.html

Angesichts der hohen Abgaben- und Steuerbelastung wĂ€re heutzutage ein solcher Unternehmenserfolg ausgeschlossen: Denn bei den im Hochtechnologiesektor gebĂŒndelten Risiken vieler Produktneuentwicklungen, der MarkteinfĂŒhrung  neuer Produkte und den bei derartigen Zulieferprodukten besonders ausgeprĂ€gten konjunkturbedingten Schwankungen der Auftragslage, wĂ€ren heutzutage nicht mehr, wie damals geschehen, 20 - 25 % des Umsatzes in die Entwicklung neuer Produkte investierbar.

Der freigestellte Betriebsratsvorsitzende war ĂŒbrigens der Meinung, wer sich unternehmerisch betĂ€tige, sei zwangslĂ€ufig ein SozialschĂ€dling. Allein diese destruktive Auffassung belegt, in welchem Sinne die Gewerkschaften ihre Leute schulte, um erfolgreiche Unternehmen mit Hilfe der Zersetzung des Betriebsfriedens zu ruinieren. Das deutsche Wirtschaftswunder musste offensichtlich beendet werden. Als weitere Maßnahme zur Erreichung dieses Ziels wurde eine Erhöhung der Arbeitskosten, weit ĂŒber das internationale Niveau hinaus, betrieben. Seitdem ging es in Deutschland mit der Zuwachsrate des Bruttosozialproduktes, die damals durchschnittlich rund 8 % betrug, kontinuierlich hinunter. Im Jahr 2004 dĂŒrfte es nur noch bei rund 1 % liegen.

Unter solchen Bedingungen einer mittelstandsfeindlichen Politik, die im Rahmen der Globalisierung ab 1968 nach und nach durchgesetzt wurde, ist es unmöglich, aus versteuerten Gewinnen das Eigenkapital dem Unternehmenswachstum anzupassen, wĂ€hrend Fremdkapital oft ruinös wirkt - einer der HauptgrĂŒnde dafĂŒr, dass viele neu gegrĂŒndete Unternehmen zwangslĂ€ufig scheitern und die Massenarbeitslosigkeit derart hoch ist.
 
Diese Beispiele gehören zum Thema “Zyklus der Großspekulation”, weil die von ihr bewirkte Vermögenskonzentration in allen Einflussbereichen dieser Vermögen zu Machtzusammenballungen und zu marktwidrigen Machtkartellen fĂŒhrte. Die Unternehmen und VerbĂ€nde schlossen sich, um ĂŒberleben zu können, zu immer grĂ¶ĂŸeren Einheiten zusammen und auch die Gewerkschaften folgten diesem Trend. Der Mittelstand, der mehr ArbeitsplĂ€tze als die Großunternehmen bereitstellt, bleibt dabei auf der Strecke. Folglich nimmt die Arbeitslosigkeit stetig zu.

Allgemein wird die Ansicht verbreitet, Krisen wĂŒrden die ungleiche Vermögensverteilung bereinigen. Dies ist eine Desinformation, denn die Großspekulation erwirbt gerade in der Krise fast wertlos gewordene Vermögen, die in der nĂ€chsten Hausse wertvoll werden. Aus dieser Sicht sind Krisen der Großspekulation Ă€ußerst willkommen, denn sie lassen sich in lĂ€ngerfristiger Hinsicht zur weiteren Vermögenskonzentration nutzen. (siehe Leser-Meinungen: Eintrag unter dem 17.01.01 “Ein Blick hinter die Kulissen“). Die Vermögenskonzentration wird nur dann aufgehoben, wenn die bevorstehende Krise auch zu einer Zeitenwende fĂŒhrt.

Dieser Zyklus der Großspekulation, vom Hoch des  inflationsbereinigten Dow des Jahres 1929 (siehe: Dow-Chart mit eingerechneter Inflation) bis zum Hoch im Jahr 2000, teilte sich in zwei ca. 35 Jahre lange Zyklen von Hoch zu Hoch auf, bei denen es jeweils ca. 17,5 Jahre abwĂ€rts und anschließend etwa ebenso lang aufwĂ€rts ging. Der durch den Abschwung des Dow nach dem Hoch von 1929 entstandene Aktienkursverlust war inflationsbereinigt jedoch erst nach 62 Jahren aufgeholt. Demnach  besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass der Dow und der Dax ab dem Langzeitkursgipfel im Jahr 2000 inflationsbereinigt etwa bis zum Jahr 2017 fallen.

Auf unserer Seite “Leser-Meinungen” ist unter dem 09.07.01 eine Grafik “Dollar Trading Volume vs. GDP” zu finden, die den 70 Jahre langen Zyklus der Großspekulation aus anderer Sicht exakt bestĂ€tigt. Dort schreiben wir in einer Anmerkung: “GemĂ€ĂŸ der Grafik betragen in “normalen Zeiten” die AktienumsĂ€tze 10 bis 20 % des Bruttosozialproduktes. Im Jahr 1929 waren es ca. 140 %, und im Jahr 2000 stieg die Aktienmanie sogar auf etwa 320 Prozent des Bruttosozialproduktes. An Hand der Grafik lĂ€sst sich eine Prognose ableiten: Im Jahr 2000 ĂŒbertrafen die auf das Bruttosozialprodukt bezogenen BörsenumsĂ€tze die des Jahres 1929 um mehr als das Doppelte.
Da sich somit im Jahr 2000 eine mehr als doppelt so hohe spekulative Überhitzung ergab, ist mit einem Zusammenbruch zu rechnen, der weitaus einschneidender ausfĂ€llt als der ab dem Jahr 1929.”

In langfristiger Hinsicht ist ein gemeinsamer Beitrag
 â€œDAX - Ein 34 Jahreszyklus” von Lesern unseres Börsenbriefes hochinteressant, zu dem wir auf unserer Seite “Leser-Meinungen” unter dem 20.08.01 Stellung nehmen und der von dort aus aufrufbar ist. Wir schrieben dazu: Dem ist hinzuzufĂŒgen, dass ab dem Tief des Dow-Jones-Index im Jahr 1932 bis zum Kursgipfel im Jahr 2000 zwei mal 34 Jahre vergingen. Derartige Zyklen vom Tief zum Hoch, die im Gegensatz zur ĂŒblichen Tief-zu-Tief-Zyklik stehen, sind wie folgt erklĂ€rbar: Bei einer Überlagerung von Wellen kommt es zu Interferenzen, die zu Additionen bzw. Auslöschungen  fĂŒhren. Demnach war das Tief von 1932 auf eine Auslöschung zurĂŒckzufĂŒhren, und das Hoch des Jahres 2000 ist durch eine Addition verschiedener Wellen entstanden. So gesehen ist erst 34 Jahre nach dem Kursgipfel des Jahres 2000 der nĂ€chste Kursgipfel zu erwarten.

 
erweitert am 20.05.06 und am 22.10.06 (rot)
Die Zyklik des “american way of life”

 - ein kontraproduktives und deshalb immer wieder in den Abgrund fĂŒhrendes Wirtschaftssystem

Die Jahre des mit Eigenkapital finanzieren Wirtschaftswunders in Deutschland in den 50er und 60er Jahren und die Übertreibungsphase der AktienmĂ€rkte bis zum Jahr 2000 zeigen einen grundlegenden Unterschied: In den von der “Sozialen Marktwirtschaft” Erhards geprĂ€gten Wirtschaftswunderjahren entwickelten sich mittelstĂ€ndische Unternehmen steil nach oben, weil die Freude an der Leistung im Vordergrund stand und nicht das von Gier und Machtmissbrauch getriebene Ziel, aus Geld mehr Geld zu machen, wie bei der Spekulation an der Börse. Zufriedenstellende Löhne, GehĂ€lter und Gewinne stellten sich dabei wie von selbst ein, zumal Steuern und Abgaben gering waren und die Gewerkschaften sich zurĂŒckhaltend verhielten. Dem deutschen Wirtschaftswunder lagen die aus der Zeit der Preußen ĂŒberlieferten Prinzipien des “ehrbaren Kaufmanns” und der “uneigennĂŒtzigen deutschen Wertarbeit” zugrunde, die besonders noch im “SchwabenlĂ€ndle” anzutreffen sind. Sie ergeben sich aus den deutschen Tugenden: Ehrlichkeit und VerlĂ€sslichkeit. Ein typischer Vertreter dieser “deutschen Wertarbeit” war Wernher von Braun, den sich die Amerikaner holen mussten, um ihr Vorhaben der Mondlandung verwirklichen zu können (aber in den ersten Berichten darĂŒber zeigten die US - Medien bedenkenlos gefĂ€lschte Bilder). Nur diesen deutschen Tugenden ist zu verdanken, dass Deutschland mit der hohen QualitĂ€t und ZuverlĂ€ssigkeit seiner Produkte Exportweltmeister werden konnte. Im Rahmen der Globalisierung gelang es jedoch, die Zuwachsraten des deutschen Bruttosozialproduktes derart zu verringern, das Deutschland in Europa in dieser Hinsicht mittlerweile das Schlusslicht bildet.
 
Bis in die heutige Zeit verfolgt mit Hilfe des Grundsatzes des “ehrbaren Kaufmanns” die Automobilfirma Porsche das Ziel, Sportwagen fĂŒr besonders anspruchsvolle Kunden zu bauen. Von der Börse gewĂŒnschte Vierteljahresberichte lehnt sie mit der BegrĂŒndung ab, dadurch wĂŒrden kurzfristiges Denken und geschönte Gewinnausweise gefördert. Und ihren leitenden Angestellten ist es untersagt, mit Porsche-Aktien zu spekulieren.

Im Gegensatz hierzu steht das die Unerfahrenheit anderer rĂŒcksichtslos ausnutzende Profitstreben des “american way of life”. Hier verfĂ€llt sichtlich die dem frĂŒheren Prinzip des ehrbaren Kaufmanns zugrunde liegende GeschĂ€ftsmoral und der Konsument unterliegt stĂ€ndig einer Flut von unerbetener marktschreierischer Werbung, einem “Konsumterror”, mit dem er “ausgenommen” wird. Das alles dient lediglich dazu, um die mit Hilfe von Marktmacht billig eingekaufte Ware möglichst teuer dem Konsumenten zu verkaufen. Insbesondere der Kleinanleger an der Börse wird trickreich, heimtĂŒckisch und hinterlistig nach allen Regeln der Kunst ĂŒbervorteilt. Den Kern dieser US-Leitkultur beschreibt “Der Spiegel” im Heft 6/2003 auf der Seite 115: “Nimm dir das GlĂŒck, auch wenn es das UnglĂŒck des anderen ist”. Das Gegenteil dieser kontraproduktiven Leitkultur ist die christliche Auffassung: “Tue deinem NĂ€chsten nichts an, was du fĂŒr dich selbst nicht willst”. Das ist die im Rahmen der Globalisierung bei uns weitgehend verloren gegangene Leitkultur und GeschĂ€ftsmoral des ehrbaren Kaufmanns, die Deutschland zum Exportweltmeister machte. Mit deren Umkehr in Richtung der US-Leitkultur begann eine AusplĂŒnderung Deutschlands, mit der Folge, dass zum Beispiel im Gegensatz zur Schweiz die prozentuale Arbeitslosigkeit dreimal so hoch ist. Wie die GeschĂ€ftsmoral verfiel, zeigt die Tatsache, “dass Hunderttausende kleiner und mittlerer Verdiener als vermeidliches Steuersparmodell sich haben Schrottimmobilien andrehen lassen” (FAZ 17.05.06, S. 13). Deutschland wurde zum Zahlmeister Europas und nur in Deutschland sind die Strom-, Erdgas- und Medikamentenpreise am höchsten. Übrigens verloren die Kleinanleger am Aktienkursabsturz des Dax ab dem Jahr 2000 runde 700 Milliarden Euro. NatĂŒrlich wurde verschwiegen, dass diese Mittel lediglich ihren Besitzer wechselten und dass ein Heer von Anlageberatern rechtzeitig vor dem Absturz die Aktien dem deutschen Mittelstand ins Auge drĂŒcken musste.

In diesem von jeglichen Skrupeln freien Wirtschaftssystem des  “american way of life” steht nicht mehr die Freude an der produktiven Leistung im Vordergrund, sondern der billige Einkauf und der teure Verkauf - mit Hilfe einer auf Einfluss, Korruption und Erpressung aufgebauten Banken-, Markt- und Medienmacht. Dies alles ist aktien- bzw. kreditfinanziert, um das GeschĂ€ftsrisiko an die von den ZahlungsausfĂ€llen betroffenen GlĂ€ubiger bzw. an die dummen Kleinanleger abzuwĂ€lzen. Dazu dienen vor allem Kartelle aller Art und ein Lobby-System, das im Falle ENRON Bestechungsgelder an 70 % der Abgeordneten und sogar an den PrĂ€sidenten der USA möglich machte. Diese angeblich freie Wirtschaftsordnung zerstört den freien Wettbewerb und vor allem die ProduktivitĂ€t: Angeschlagene Unternehmen werden ĂŒber die Börse billig aufgekauft, zurechtfrisiert, mit riesigen Schuldenbergen belastet, teuer verkauft und dann geschlossen. Das Schuldenrisiko wird zuvor an Kleinanleger als angeblich lohnende Kapitalanlage abgegeben. Und die Notenbanken sorgen fĂŒr eine stĂ€ndige inflationĂ€re Geldentwertung, um das Sparen zu verleiden und unternimmt nichts gegen die exponentiell steigende Billionenverschuldung des Staates und der mit Zinsen und Zinseszinsen gnadenlos abkassierten Marktteilnehmer.
 
Das Ergebnis ist eine heruntergekommene Produktion von WirtschaftsgĂŒtern, ein sich daraus ergebendes Leistungsbilanzdefizit von zwei Milliarden Dollar pro Tag, weil die nicht mehr produzierbaren GĂŒter im Ausland eingekauft werden mĂŒssen und eine gigantische Vermögenskonzentration bei den dies alles finanzierenden Bankiers.

Unter “Ein ca. 70 Jahre langer Zyklus der Großspekulation” ist nachzulesen, wie die Börsen der Welt manipuliert werden, um in der Hausse und in der Baisse stets zu gewinnen, um damit Abermilliarden Dollar aus allen LĂ€ndern, die ein namhaftes Börsengeschehen aufweisen, abzuziehen zu können und um den ehemals vermögenden Mittelstand zu ruinieren.

Der  “american way of life” ist ein kontraproduktives Wirtschaftssystem, in dem das Ziel vorherrscht, Geld mit Geld zu verdienen. WĂ€hrend sich die Masse der Bevölkerung mehr und mehr verschuldet und der zuvor wohlhabende Mittelstand verschwindet, wird eine kleine Minderheit zu MilliardĂ€ren. Dieses System fĂŒhrte ferner dazu, dass es kaum noch eine Freude an der Arbeitsleistung gibt. Das ist das Gegenteil der “uneigennĂŒtzigen Leistung”, die das Wirtschaftswunder in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg kennzeichnete. Dazu gehörten selbstverstĂ€ndlich faire Unternehmensgewinne, und das Ergebnis war ein Wohlstand fĂŒr alle.

Im heutigen “american way of life” besitzt dagegen der BerufstĂ€tige durchschnittlich 10 Kreditkarten und erledigt nur noch seinen “Job”. Von seinem Einkommen muss er den grĂ¶ĂŸten Teil fĂŒr Zinsen ausgeben, die aber exponentiell immer mehr ansteigen . Daher stĂŒrzt dieses Wirtschaftssystem von Zeit zu Zeit mit zyklischer RegelmĂ€ĂŸigkeit fast alle ins UnglĂŒck. Das System schaukelt sich offensichtlich auf: Denn der Absturz des Dow - Jones - Index von einem im Jahr 2005 zu erwartenden  Aktienmarkt - Nebenhoch (gegenĂŒber dem Kursgipfel des Jahres 2000) dĂŒrfte den ab dem Jahr 1929 eingetretenen Niedergang weit ĂŒbertreffen, so weit, dass der “american way of life” selbst zu Grunde geht.

Der Greifswalder Strafrechtsprofessor Dr. Wolfgang Joecks sagte gemĂ€ĂŸ der FAZ vom 09.08.02, S. 15: “Die Grenze zwischen GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit und Betrug ist fließend”. Wie sich zeigt, fördert der “american way of life” die betrĂŒgerische GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit. Die NZZ vom 10.06.03, S.12, schreibt dazu: “Die SelbstbedienungsmentalitĂ€t in den Chefetagen ist ungebrochen” und fĂŒgt hinzu: “Der Multiplikator zwischen dem Durchschnittslohn der Arbeitnehmer und den Einkommen der Manager ist in den letzten 30 Jahren von rund 40 auf fast 420 gestiegen”. Zweifelhafte Bilanzpraktiken sind offensichtlich in den USA kein Betrug, wie die FĂŒlle der geschönten bzw. verfĂ€lschten GeschĂ€ftsberichte, Statistiken, ProduktivitĂ€ts-, Wachstums- und Inflationsraten, sowie der daraus resultierenden Großpleiten und Aktienmarktmanipulationen belegen.

Dieses Wirtschaftssystem wurde in abgeschwĂ€chter Form im Wege einer vorgezogenen Globalisierung auch bei uns etwa ab 1968 nach und nach unter anziehenden Steuern und Abgaben eingefĂŒhrt. Dazu schrieb die FAZ vom 06.03 .03, S.1: “Einfache Arbeit wurde von den Preiskommissaren in ihren Tarifverhandlungen derart verteuert, dass sie nicht mehr bezahlbar ist”. Folglich stieg unsere Arbeitslosigkeit von 134.000 im Jahr 1968 auf mittlerweile rund fĂŒnf Millionen an. Damit wurde Deutschland in den letzten Jahren zum Schlusslicht der Wachstumsraten in Europa.

Man hat den Eindruck, dass der Morgenthauplan, der vorsah, Deutschland nach dem Krieg zu entindustrialisieren, lediglich wĂ€hrend der deutschen Wirtschaftswunderjahre ruhte. In dieser Zeit wurden wir wegen der Bedrohung der USA aus der Sowjetunion gebraucht. Außerdem sollte die in Westdeutschland eingefĂŒhrte soziale Marktwirtschaft Erhards wĂ€hrend des “kalten Krieges” ihre haushohe Überlegenheit gegenĂŒber dem Kommunismus der seinerzeitigen DDR dokumentieren. Kaum war jedoch der “kalte Krieg” zu Ende, hieß das Ziel: “Europa zu einer drittrangigen Staatengemeinschaft und abhĂ€ngig vom Wohlergehen der Vereinigten Staaten zu machen” (Leserbrief FAZ 17.03.04, S.10). Und Newt Gingrich, der ehemalige  Sprecher des US - ReprĂ€sentantenhauses, sagte, wie die FAZ vom 03.06.05 auf Seite 6 aktuell berichtete “die USA sollten jetzt nicht weiter versuchen, die EuropĂ€er zu schwĂ€chen oder arm zu halten”.

Das aus den USA importierte unseriöse Profitstreben löste in Deutschland einen Jahrhundert-Börsenkursanstieg aus. Hierzu wurden beispielsweise mit einer gesteuerten Medienkampagne und einem riesigen Werbeaufwand den unerfahrenen Kleinanlegern so genannte mĂŒndelsichere Volksaktien der Deutschen Telekom aufgeschwatzt, Das sind Papiere, auf denen sich allgemein sorglos eine Altersversicherung aufbauen lĂ€sst. Dabei wurde die Deutsche Telekom mit einem Schuldenberg von sage und schreibe 66 Milliarden Euro an die Börse gebracht. Schon der erste Kurs war aufgrund einer geschönten Bewertung der Immobilien und Gewinnerwartungen weit ĂŒberhöht. Anschließend trieb man den Aktienkurs mit Hilfe einer umfangreichen “Kurspflege” und des Shareholder-Value bis zum 3. MĂ€rz 2000 bis auf 104,9 Euro in eine schwindelnde Höhe. Bei den Mitarbeitern fĂŒhrte dies zu einem gestörten Leistungsklima. Sie identifizierten sich nicht mehr mit ihrem Betrieb, was eine Erosion der inneren Leistungsbereitschaft bewirkte. Obwohl die Deutsche Telekom die höchsten TelefongebĂŒhren berechnet, wurden den AktienkĂ€ufern wĂ€hrend des daraufhin folgenden Abschwungs der Aktienkurse Verluste von mehreren 100 Milliarden Euro beschert. Bis zum 26. Juni 2002 fiel der Kurs um 92 Prozent bis auf 8,14 Euro - und der Vorstand erhöhte seine BezĂŒge um 90 Prozent, obwohl immer noch Schulden in Höhe von 67 Milliarden Euro bestanden. Bezeichnend fĂŒr diese Art der Globalisierung und des damit bei uns im Rahmen des “american way of life” eingefĂŒhrten “Shareholder - Kapitalismus” ist auch, dass der Goldmann-Sachs-Chef Henry M. Paulson jr. gemĂ€ĂŸ der “Welt am Sonntag” vom 14.07.02, S . 1, davor warnte, den bis dahin tĂ€tigen Vorstandschef der Telekom, Ron Sommer, abzulösen. FĂŒr seine “Leistung” erhielt Ron Sommer zum Abschied noch eine Ablösesumme in Höhe von 12 Millionen Euro, obwohl er selbst kĂŒndigte.
 
Das ist ein bitteres Beispiel, wie unerfahrene Anleger auch bei uns durch die “außer Rand und Band geratene Gewinnmaximierungs-Gier von Corporate America”  (Handelsblatt 12.07.02) ausgeplĂŒndert wurden. Millionen Anleger, die der Telekom -Werbeaktion fĂŒr diese “mĂŒndelsichere Volksaktie” vertrauten, verloren ihre Altersversorgung. Auch auf Versicherungsgesellschaften, die im großen Stil Telekomaktien in der NĂ€he ihres Kursgipfels kauften, kamen Ă€hnliche Probleme zu. Sie treffen zum Schluss diejenigen, die aus GrĂŒnden der Altersversorgung ein Leben lang in eine Lebensversicherung eingezahlt haben. Übrigens half die Deutsche Telekom auch tĂŒchtig bei der Globalisierung, indem sie die Begriffe CitiCall, CleverCall, GermanCall und GlobalCall einfĂŒhrte, was aber 1999 nach massiven Protesten wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden musste.

Dieses System des rĂŒcksichtslosen unseriösen Profitstrebens, mit Hilfe des Prinzips aus Geld mehr Geld zu machen, lĂ€sst die Freude an der eigenen produktiven Leistung verkommen, weil sie nicht mehr marktgerecht honoriert wird. Die daraus erwachsende Systematik schaukelt sich von Zeit zu Zeit zu einer Aktien- und Immobilienblase, wie in den Aktienkurseuphorien der Jahre 1929 und 2000 auf und fĂŒhrt anschließend zu einem kontrollierten Zusammenbruch.

Falls jedoch der bevorstehende Niedergang unkontrollierbar werden sollte, wofĂŒr einiges spricht, geht der Verfall mit einer Pleitenwelle unvorstellbaren Ausmaßes bis zum Verschwinden des “american way of life” weiter.

Um nicht missverstanden zu werden, auch im Mutterland des “american way of life” findet das Profitstreben mit unlauteren Methoden wenig Zustimmung: In Unternehmen, die ihre Mitarbeiter marktgerecht nach Leistung entlohnen, identifizieren sich die Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen und lehnen jeglichen Gewerkschaftseinfluss ab. Deshalb sind solche Unternehmen außergewöhnlich erfolgreich, insbesondere wenn sie auch von ihren Kunden als seriös eingeschĂ€tzt werden und sie sich nicht von Fremdkapital abhĂ€ngig machen. Beispielsweise haben gemĂ€ĂŸ der FAZ vom 14.07.04, S. 14, die GrĂŒnder der Internet - Suchmaschine Google das Unternehmensmotto “Don’t be evel” (“Tue nichts Böses”) ausgerufen. Und: “Auch die Investmentbanken hat Google schon in die Schranken gewiesen”: Denn Goggle  hat den Weg einer Internetauktion gewĂ€hlt, um an die Börse zu gehen und damit das ĂŒbliche Bookbuilding-Verfahren der Banken, das den Banken 7 % des Emissionserlöses bringt, umgangen.

Wie sich in den USA die VerhĂ€ltnisse wandeln, ist einem Leitartikel der FAZ vom 23.07.02, S.1, zu entnehmen: “Bilanzskandale prominenter Unternehmen um kĂŒnstlich aufgeblĂ€hte Gewinne und vertuschte Verluste haben das Vertrauen der AktionĂ€re in die Redlichkeit der UnternehmensfĂŒhrer untergraben. . . Notenbankgouverneur Greenspan formulierte, die ‘ansteckende Gier’ einiger Manager hĂ€tte das Vertrauen erschĂŒttert.” Dem ist hinzuzufĂŒgen, dass dies eines der  typisch kontraproduktiven Merkmale des “american way of life” ist und dass dieses System hieran scheitern dĂŒrfte.

Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy schreibt dazu in der FAZ vom 02.10.02 auf Seite 41 in einen lesenswerten Beitrag “Wie man einen Krieg verkauft. Unsere Wut ist grenzenlos: Über den Antiamerikanismus als Ideologie” unter anderem: “Amerika, nach PrĂ€sident Bushs Worten die ‘friedfertigste Nation der Welt’, hat in jedem der letzten fĂŒnfzig Jahre gegen irgendein Land Krieg gefĂŒhrt .” Und weiter: “Tom Friedman schreibt in seinem Buch ‘The Lexus and the Olive Tree’: Die verborgene Hand des Marktes wird ohne verborgene Faust nicht funktionieren. Ohne McDonnell Douglas kann McDonald’s nicht erfolgreich sein. Die verborgene Faust, die dafĂŒr sorgt, dass die High-Tech-Unternehmen von Silicon Valley ĂŒberall auf der Welt unbehindert florieren können, heißt US-Army, Air Force und Marine Corps.” Der halbseitige FAZ - Beitrag von Arundhati Roy endet mit folgenden SĂ€tzen: “Irgendwann wird dieses mĂ€chtige Imperium, wie andere vor ihm, sich ĂŒbernehmen und implodieren. Schon sind die ersten Risse zu erkennen. Der Krieg gegen den Terror wirft seine Netze immer weiter aus, und das Herz der amerikanischen Konzerne blutet. Eine Welt, die regiert wird von einer Handvoll gieriger Banker und Unternehmenschefs, die niemand gewĂ€hlt hat, kann unmöglich bestand haben. Der sowjetische Kommunismus ist nicht gescheitert, weil er grundsĂ€tzlich böse war, sondern weil er einen Fehler hatte. Zu wenige Leute konnten zuviel Macht an sich reißen. Der amerikanische Kapitalismus des einundzwanzigsten Jahrhunderts wird aus dem gleichen Grund scheitern.” (Der vollstĂ€ndige Text des FAZ-Beitrags ist abrufbar unter:
 http://f17.parsimony.net/forum30434/messages/146264.htm )

 

Der “Q-Faktor” nach Tobin
bestÀtigt einen ca. 70 Jahre langen Zyklus

Die WELT am SONNTAG  vom 11.11.01, S. 78, schrieb unter “Sind US-Aktien zu teuer?” ĂŒber das historische Kurs/Gewinn-VerhĂ€ltnis und Tobins Q: “Diese GrĂ¶ĂŸe wurde nach James Tobin benannt, der 1981 den Nobelpreis fĂŒr Wirtschaftswissenschaften erhielt und in den letzten Monaten durch dem Vorschlag der so genannten Tobin-Steuer auf Devisenspekulationen bekannt wurde.” Q bezeichnet das VerhĂ€ltnis zwischen dem Börsenwert eines Unternehmens und dem Wiederbeschaffungswert des Anlagevermögens. Besonders aufschlussreich ist die auf den US-Aktienmarkt bezogene Grafik des Wertes Q der Jahre 1920 bis 2001, die wir diesem Artikel entnahmen (Quelle: http://www.smithers.co.uk/keydata.shtml ), mit einer von uns nachtrĂ€glich eingezeichneten Langfristzyklik:

 

Der Skalenwert 0 bezeichnet den Normalzustand, wenn der Wiederbeschaffungswert des Anlagevermögens dem Börsenwert entspricht.  In den großen Baissejahren 1920, 1949 und 1982 halbierte sich in etwa der Wert Q gegenĂŒber dem Normalzustand des Wiederbeschaffungswertes des Anlagevermögens, wĂ€hrend in Zeiten der Aktieneuphorien wie in 1899, 1929, 1966 und 2000 der Börsenkurs das Anlagevermögen weit ĂŒbertraf (bei 1,0 liegt der Börsenwert 100 % darĂŒber). Demnach lief der “Q-Faktor” wĂ€hrend der drei dargestellten AbstĂŒrze 21 Jahre, 20 und 16 Jahre lang hinunter. Die drei Erholungsphasen dauerten 9 Jahre, 16 und 19 Jahre. So gesehen kann der Absturz nach dem Kursgipfel in 2001, wenn  man berĂŒcksichtigt, dass die AbstĂŒrze immer schneller werden, etwa 17 Jahre andauern.

Ein Vergleich der Tief- und Hochpunkte der Grafik kommt zu dem Ergebnis, dass alle Tiefpunkte nahezu auf dem gleichem Niveau von 0,5 lagen. Im Gegensatz dazu folgt einem Übertreibungshoch immer ein gemĂ€ĂŸigtes Hoch und umgekehrt. Die hier dargestellten Übertreibungshochs der Jahre 1929 und 2001 lagen 72 Jahre auseinander, wĂ€hrend die Tiefpunkte von 1920 und 1982 einen Abstand von 62 Jahren aufwiesen. Im Schnitt sind das 67 Jahre. Auch diese Betrachtung bestĂ€tigt den “ca. 70 Jahre langen Zyklus der Großspekulation”.

 

Aktuelle Brennpunkte des 70-Jahres-Zyklus
als fundamentale HintergrĂŒnde unseres Börsenbriefes

Absturzphasen an den AktienmĂ€rkten und deren Ursachen beginnen meist unvermutet. Nachfolgend werden einige mögliche Auslöser beschrieben, die sich im AbwĂ€rtsstrudel der Börsen gegenseitig verstĂ€rken dĂŒrften. 

Derartige fundamentale Betrachtungen sind fĂŒr die Prognose der AktienmĂ€rkte unerlĂ€sslich. Deshalb gehen wir solchen Entwicklungen und ZusammenhĂ€ngen mit besonderem Interesse nach. In unserem Börsenbrief stehen die Zyklik des Dow-Jones-Index, des Goldkurses, des Dax und die darauf basierenden Prognosen im Vordergrund. Die fundamentalen HintergrĂŒnde erwĂ€hnen wir im Börsenbrief aus PlatzgrĂŒnden nur sehr kurz, obwohl sie unsere Prognosen erheblich unterstĂŒtzen. Hier auf dieser Internetseite haben wir den Raum zur ausfĂŒhrlichen Darstellung der fundamentalen Situation:

Deutschland:
AnlĂ€sslich der Tarifrunde in der deutschen Metallindustrie im Mai 2002 ist das Kaufkraftargument der Gewerkschaften zu entlarven: Eine Tariferhöhung von 100 Euro bringt dem Arbeitnehmer nach Abzug der Abgaben und Steuern kaum mehr als lĂ€cherliche 40 Euro. Beim Arbeitgeber fallen aber aufgrund der bei 79 % liegenden Lohnnebenkosten sage und schreibe 179 Euro als zusĂ€tzliche Kosten an. Dies verdeutlicht gravierende Fehlentwicklungen, die seit den 70er Jahren die Arbeitslosigkeit nach jeder Lohnerhöhung immer steiler hinauftrieben. Der Hintergrund ist eine Politik, derzufolge sich eine Leistung infolge der exzessiven Steuer- und Abgabenbelastung nicht mehr lohnt. Der dadurch schleichend in Gang gesetzte Zusammenbruch des Sozialstaats rĂŒckt immer nĂ€her und kĂŒndigt sich zur Zeit bereits in vielfĂ€ltiger Weise an. Zu den Folgen des Niedergangs gehören u. a. wertlos gewordene Aktien.
 
Wenn im Zuge der prognostizierten schmerzhaften Selbstheilungskrise der Arbeitnehmer gemĂ€ĂŸ der obigen Beispielrechnung auf 40 Euro seines Netto -Arbeitseinkommens verzichtet, spart der Arbeitgeber sage und schreibe 179 Euro an Arbeitskosten ein. Dieses Beispiel zeigt, wie durchgreifend ein solcher Effekt wirkt. Das dadurch verringerte Abgabenaufkommen wĂŒrde durch Mehreinnahmen aufgrund der erzielten wirtschaftlichen Belebung mehr als ausgeglichen. So ermöglichten die Einengungen der Gewerkschaftsrechte durch Margret Thatcher und  Ronald Reagan einen ungeahnten Aufschwung. Und in den USA bewirkte Reagan durch zusĂ€tzliche Steuersenkungen sogar eine fast zwanzigjĂ€hrige WirtschaftsblĂŒte. (Allerdings endete dieser Aufschwung dramatisch, nachdem aus dem Wirtschaftskreislauf riesige Mittel abgezogen wurden, um am Aktienmarkt angelegt zu werden, die aber mit Hilfe einer vielfach unseriös handelnden “Wertpapierindustrie” in unsolide und betrĂŒgerisch finanzierte Vorhaben flossen.)
 
Ebenfalls Deutschland:
Aus einem Leserbrief (FAZ 18.06.02, S. 8) :
 . . . Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben ein Recht auf die ganze Wahrheit, und die lautet: Die Kommunen sind nicht mehr nur im Ausnahmezustand, sondern sie sind finanziell am Ende. Mit Überziehungskrediten werden schon Zinsen, Personal und Sozialhilfe bezahlt. Mit fast zwei Milliarden Euro schlagen allein in Niedersachsen die Überziehungskredite zu Buche, eine Summe, die von keiner Schuldenstatistik erfasst wird. . . Dem ist hinzuzufĂŒgen, dass wir uns gemĂ€ĂŸ dem 70-Jahres -Zyklus erst am Beginn einer schĂ€tzungsweise noch 15 Jahre langen Strecke der Verarmung befinden und dass eigentlich niemand in der Lage ist, sich vorzustellen, welche VerhĂ€ltnisse am Ende dieser Stecke herrschen und zu welchen UmbrĂŒchen dies fĂŒhrt.

USA:
Mit der riesigen Geldmengenausweitung in den USA ab September 2001 wurde lediglich scheinbar eine weitere konjunkturelle Erholung erreicht, aber tatsÀchlich trat das Gegenteil des angestrebten Effektes ein.
Hinzu kommt das nicht mehr finanzierbare US-Leistungsbilanzdefizit aufgrund jahrelanger zu hoher Importquoten. Dies zwingt den Dollar zur Abwertung, wodurch in die USA zu importierende Waren dort teurer werden. Infolge dieser Entwicklung stehen bald auf den Höfen der deutschen Automobilindustrie Zehntausende von unverkÀuflichen Autos und unsere wechselkursbedingte Scheinkonjunktur bricht zusammen.

Die NZZ vom 20.07.02, S. 1, schreibt unter “Amerikas Kapitalismus am Ende?: FĂŒr die jĂŒngsten Skandale verantwortlich gemacht werden die gewinnsĂŒchtigen Manager, die nachlĂ€ssigen VerwaltungsrĂ€te und der allgemeine moralische Verfall in der Gesellschaft in genau dieser Reihenfolge.  . . . Solange man in Amerika wegen eines ungedeckten Schecks ĂŒber 40 Dollar im GefĂ€ngnis landen kann, wĂ€hrend Manager, die Millionen veruntreuen, auf freiem Fuß bleiben, ist etwas faul im Staate.”

24.12.02: Einem zwölfseitigen Interview mit Dr. Kurt RichebÀcher
wurden folgende SĂ€tze entnommen:
US-Aktien sind auch heute noch ĂŒberbewertet. Der schlimmste Teil des BĂ€renmarktes wird noch kommen und wird in einer vollstĂ€ndigen Zerstörung des finanziellen Reichtums enden, welcher aus der Blase gezogen wurde. . .Sie haben teure Kredite gegen Aktien getauscht. Der Trick war, die Investoren zu tĂ€uschen, indem sie die Zahl der Aktien reduzierten. . . Es gibt eine allgemeine Weigerung, die Wirklichkeit zu betrachten. Die völlige Aufzehrung aller nationalen Ersparnisse ist fĂŒr die US-Volkswirtschaft die heikelste Lage von allen. . . Es ist sehr wichtig zu erkennen, dass die Federal Reserve jegliche Kontrolle des Geldes und der Kreditschöpfung aufgegeben hat. . . . Diese MĂ€rkte werden kollabieren, was verwĂŒstende Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben wird . . . Das US-Handelsdefizit und die angestaute Verschuldung im Ausland haben ein Ausmaß erreicht, welches sich jeder möglichen Handlung durch Zentralbanken widersetzt. Das Schicksal des Dollars ist bar jeder Kontrolle. Das vollstĂ€ndige Interview ist unter http://f17.parsimony .net/forum30434/messages/160501.htm aufrufbar.

Argentinien als Beispiel: (mit einem Nachtrag vom 08.08.04)
Die Krise in Argentinien spitzte sich im Herbst 2001 erheblich zu: PlĂŒnderungen griffen um sich, nachdem ein 30-Tage-Ausnahmezustand erlassen werden musste, und Barabhebungen wurden auf 250 Dollar pro Woche beschrĂ€nkt. Jahrzehntelang wurden mit der Hilfe des IWF dort Löcher gestopft, ohne das GrundĂŒbel, den nicht ausgeglichenen Staatshaushalt, zu sanieren. Denn ein Kartell von korrupten Staatsdienern einerseits und von Geldgebern, Banken und der Wertpapierindustrie andererseits, die an den Zinszahlungen interessiert sind, war der Nutznießer. Die jĂ€hrlichen Zinsen fĂŒr mittlerweile 132 Milliarden Dollar Staatsschulden ruinierten Argentinien und 40 Prozent der 36 Millionen Einwohner wurden dadurch in die Armut getrieben. Nun verlangt der IWF einschneidende Abwertungen der Sparguthaben, lediglich um die Geldgeber vor dem allgemein ĂŒblichen Kapitalanlegerrisiko zu schĂŒtzen. Argentinien war frĂŒher das reichste Land in SĂŒdamerika. Nach der beschriebenen AusplĂŒnderung gehört es nun zu den Ă€rmsten.

Uns geht es Ă€hnlich, denn Deutschland stand zur Zeit der Wirtschaftswunderjahre an der Spitze der wirtschaftlichen Zuwachsraten in Europa, mittlerweile bilden wir das Schlusslicht und der Zusammenbruch des Sozialsystems rĂŒckt tĂ€glich nĂ€her. Denn wir zahlen fĂŒr die Schulden von Bund, LĂ€ndern und Gemeinden jĂ€hrlich rund 65 Milliarden Euro Zinsen. Hiervon fließen gemĂ€ĂŸ einer Auskunft der Bundesschuldenverwaltung lediglich rund zwei Prozent an “kleine Geldgeber”. Diese Art der Globalisierung ist mehr oder weniger ausgeprĂ€gt ĂŒberall zu beobachten - mit den Folgen einer immer mehr anwachsenden Verschuldung und einer unkontrollierbar werdenden Weltwirtschaftskrise.

HinzugefĂŒgt am 08.08.04: Die “Welt am Sonntag” berichtet am heutigen Tag auf der Seite 34 unter “IWF erhöht Druck auf Buenos Aires”, dass nach der Einstellung der Zinszahlungen und der KreditrĂŒckzahlungen an die Masse der GlĂ€ubiger, wobei das IWF weiter bedient wird, die Wirtschaft beginnt, in einem atemberaubenden Tempo zu wachsen: Im ersten Quartal 2004 betrug die Zuwachsrate des Bruttosozialproduktes sage und schreibe elf Prozent.
 
Weitere maßgebende fundamentale HintergrĂŒnde und deren Ursachen beschreiben wir in den folgenden BeitrĂ€gen:


Der Thailand-Coup
als Beginn einer Fahrt in den Abgrund

In unserem Börsenbrief vom 15. Juli 1998 berichteten wir an Hand eines Beispiels aus dem "Spiegel", Heft 22/1998, wie die Großspekulation unglaublich hohe Gewinne einstreicht: Auf 6 Seiten schrieb u. a. von Blumencron ausfĂŒhrlich ĂŒber die "erfolgreichste WĂ€hrungsspekulation aller Zeiten" in Ostasien, die von Goldman-Sachs und George Soros eingefĂ€delt und nach grĂŒndlicher Vorbereitung mit einer Spekulationskasse von mehreren Mrd. Dollar am 13. Mai 1997 gestartet wurde. Allein der Thailand - Coup brachte nach dem uralten Rezept, Geld hineinpumpen und dann abziehen, 30 Milliarden Dollar ein. Nachdem die Konjunktur zum Boomen gebracht wurde,  "starteten die HĂ€ndler eine Art Propagandaoffensive. Investmentbanken und Fondsmanager verbreiteten Berichte, in denen sie die Zukunft Thailands in dĂŒsteren Farben schilderten". Folglich konnten die US - Ratingagenturen ihr bis dahin ĂŒberzogen hohes erstklassiges Rating herabsetzen, was den Baissiers riesige Gewinne einbrachte. Und "vergleichbares hatte die Welt seit dem Crash von 1929 nicht mehr erlebt". Sollte sich bei einem solchen Coup ein US-Hegefonds in einem ruinösen Ausmaß verspekulieren, geht der Fonds nicht etwa Pleite. Dann leitet das Notenbank-System fĂŒr ihn eine StĂŒtzungsaktion ein. Aber das betroffene Land ist auf Jahre hinaus schwer geschĂ€digt: Der ehemalige “Tigerstaat” (weil die Konjunktur boomte) Indonesien ist jetzt vollstĂ€ndig von auslĂ€ndischer Hilfe abhĂ€ngig (NZZ 26.04.01, S. 11). “Ein Viertel der Bevölkerung lebt am Rande des Existenzminimums und ein weiteres Viertel nur wenig darĂŒber. Die statistischen Zahlen der Weltbank sprechen fĂŒr sich: 60% der Bevölkerung können pro Tag ĂŒber nicht mehr als 2 $ verfĂŒgen.”


Der Terroranschlag vom 11. September 2001
 - als blutiger Aufstand des Fundamentalismus aufgrund  des Thailand-Coups und anderer DemĂŒtigungen

Nachrichten, wie “60% der Bevölkerung können pro Tag ĂŒber nicht mehr als 2 $ verfĂŒgen”, nachdem der von Goldman-Sachs und George Soros eingefĂ€delte Thailand-Coup ĂŒber 30 Milliarden Dollar einbrachte und der ehemalige “Tigerstaat” Indonesien durch eine Ă€hnliche Spekulation ruiniert wurde, wirken auf den “demokratieunfĂ€higen Islam” als “DemĂŒtigungen durch eine ĂŒbermĂ€chtige Moderne” . Und jahrzehntelang aufrecht erhaltene Lager vertriebener PalĂ€stinenser, ohne Aussicht auf die von UN-BeschlĂŒssen geforderte RĂŒckkehr, wurden zu BrutstĂ€tten einer Armee religiös fanatisierter SelbstmordattentĂ€ter. Die “Welt am Sonntag” vom 16.09.01, S. 36, erklĂ€rt mit diesen Stichworten den gegen die “neue Weltordnung” und “Wall Street” gerichteten fĂŒrchterlichen Terroranschlag vom 11. September 2001 unter “Hass als Prinzip” als “blutigen Aufstand des Fundamentalismus”. In diesem Artikel stand ferner: “Eine multikulturelle, verharmlosende Optik mag mit dazu beigetragen haben, dass man (im westlichen Kulturkreis) ĂŒber die latente Gewaltbereitschaft der Muslimen hinwegsieht.” In diesem Zusammenhang ist ein Beitrag im Feuilleton der FAZ vom 28.09.01 von Arundhati. Roy erwĂ€hnenswert, indem die Meinung vertreten wird: “Der Terror ist nur ein Symptom, nicht die Krankheit”. Vielmehr handele es sich dabei um Reaktionen auf die Globalisierung und eine rĂŒcksichtslose amerikanische Außenpolitik.

Nachtrag vom 14.09.03: ZDF-Sendungen der letzten Woche war entnehmen, dass Al Qaida gegrĂŒndet wurde, weil im Jahr 1996 die US-Konservativen eine grundlegende Neuordnung Arabiens bzw. des Mittleren Ostens mit kriegerischen Mitteln beschlossen hatten (siehe dazu den folgenden Beitrag).
 

Am 01.02. 2008, 23. 03. 2008 und 02.04 2008 erweitert (dunkelrot):
Die Ursachen und die Folgen des Irakkriegs
zeigen, wie die Fahrt in den Abgrund weiter geht

Die FAZ vom 27.03.03, S. 39, schreibt unter “Friedenspoker”: “Schon 1996 beschrieb Richard Perle, heute Chefberater des Pentagons, in einem Vermerk fĂŒr den damaligen israelischen MinisterprĂ€sidenten Netanjahu den Sturz Saddams als eine Voraussetzung fĂŒr den Frieden im Nahen Osten. Seither hat sich der Gedanke des Regiemewechsels im Irak als Auftakt einer grundlegenden Neuordnung Arabiens in vielen Köpfen festgesetzt. . . In groben ZĂŒgen soll sich die Runderneuerung des Mittleren Ostens folgendermaßen abspielen: Die Niederlage Saddams und die Befreiung der arabischen Schiiten ermutigt deren GlaubensbrĂŒder im Iran, sich gegen die Mullahs in Teheran zu erheben. Nach deren Vertreibung wollen die Amerikaner Iran ĂŒberreden, auf sein Atomprogramm zu verzichten und jede Hilfe fĂŒr Terroristen zu streichen. Auch den westlichen Nachbarn des Iraks, Syrien, so die Hoffnung, wird die Demokratisierung Bagdads erschĂŒttern. Sollte die dortige Baath-Partei wider Erwarten nicht stĂŒrzen, so wĂ€re sie doch kĂŒnftig von prowestlichen Staaten - der TĂŒrkei, Israel, Jordanien und dem befreiten Irak - eingekreist. . . Um das GlĂŒck komplett zu machen, mĂŒsste auch Saudi-Arabien, von dessen Ölreserven Amerika fĂŒrderhin unabhĂ€ngiger wĂ€re, Reformen erwĂ€gen, jedenfalls die Finanzierung von Hamas und Al Qaida einstellen. Der Weg zum Frieden im Nahen und Mittleren Osten fĂŒhrt ĂŒber Bagdad”.

TatsĂ€chlich begannen die USA am 20. MĂ€rz 2003, dem obigen Vorhaben nachkommend, mit dem Irak-Krieg die Neuordnung des Nahen Ostens in die Tat umzusetzen. Das Ziel ist offensichtlich, ĂŒberall im Nahen Osten Marionettenregierungen einzusetzen, um das PalĂ€stinaproblem im Sinne Israels lösen zu können. Typisch ist, dass auch dieses Vorhaben kontraproduktiv wirkt. Denn somit kann nur das glatte Gegenteil der von den USA immer wieder als Kriegsziel erwĂ€hnten EinfĂŒhrung demokratischer VerhĂ€ltnisse erreicht werden.
Der erste Schritt, der Irakkrieg, begann mit “erfundenen GrĂŒnden”, so der Oscar - PreistrĂ€ger Michael Moore am 23. MĂ€rz 2003 anlĂ€sslich der Preisverleihung in Hollywood. Denn weder atomare oder sonstige Massenvernichtungswaffen wurden gefunden. Auch die angeblichen UrankĂ€ufe waren ebenfalls nur vorgeschoben. Dabei wurde keinerlei RĂŒcksicht auf die Vereinten Nationen, das Völkerrecht, den Sicherheitsrat, die öffentliche Meinung und die Kosten genommen.

Im Mai 2004 erregte eine FĂŒlle von Bildern scheußlicher Folter - Exzesse aus dem Irak weltweites Aufsehen, die belegen, wie die US - Army dort systematisch Kriegsverbrechen beging. Und am 22.12.04 schrieb die NZZ, S. 2, unter “Neue FoltervorwĂŒrfe gegen das US - MilitĂ€r” ĂŒber Beobachtungen des FBI in GunantĂĄnamo. Die FAZ vom gleichen Tage ergĂ€nzte auf Seite 5 den Bericht : “Es sei zu schweren körperlichen Misshandlungen gekommen, unter anderem seien HĂ€ftlingen brennende Zigaretten in die Ohren gesteckt worden.”

Ähnlich entwĂŒrdigend behandelt Israel die PalĂ€stinenser: Al Qaida erhĂ€lt deshalb in der arabischen Welt einen ungeheuren Zulauf und ist nun erheblich stĂ€rker ist als je zuvor. Mit Hilfe eines Anschlags in Madrid am 11.03.2004 gelang es Al Qaida, dort eine US- freundliche Regierung abwĂ€hlen zu lassen, so dass die von Spanien fĂŒr den Irakkrieg bereitgestellten Truppen zurĂŒckgezogen werden mussten.

Weiterhin gelingt es offensichtlich der nun erheblich gestĂ€rkten Al Qaida, mit Hilfe eines explodierenden Erdölpreises die gesamte westliche Welt zu destabilisieren: Denn Mitte 2005 erreichte der Ölpreis 60 Dollar pro Barrel, weil der Irak und Saudi-Arabien aufgrund des Einflusses von Al Qaida nicht in der Lage sind, ihre Ölförderung entsprechend der gestiegenen Weltnachfrage zu steigern. Wenn der Ölpreis weiter derart ansteigt, worauf unsere Analyse des Ölcharts hinweist, trifft das den Wohlstand aller IndustrielĂ€nder im Kern und wird einen weltweiten tiefgreifenden und langanhaltenden Aktienkurszusammenbruch nach sich ziehen.

Der vierfache schwere Sprengstoffanschlag vom 07.07.2005 auf den Massenverkehr im Bankenviertel in London mit 53 Toten und 700 Verletzten zeigt, dass der völkerrechtswidrige Krieg im Irak “zur Neuordnung des Nahen Ostens” nicht zu gewinnen ist: Obwohl die USA fĂŒr den Irakkrieg bereits mehr als 1000 Mrd. Dollar aufgewendet haben, wurde Al Qaida erst durch den Irakkrieg groß gemacht und dokumentiert mit jedem neuen Anschlag seine immer mehr zunehmende weltweit operierende Macht. (Nachtrag: In der Fernsehsendung “Kontraste” des ZDF vom 01.04.08 wurden die Gesamtkosten des Irakkrieges mit sage und schreibe 6000 Mrd. Dollar angegeben.) Der Terrorismusexperte der ARD, Joachim Wagner, erklĂ€rte in einer Sondersendung “Terror in London” des 1. Fernsehprogramms am Abend nach dem Anschlag vom 07.07.05, dies alles sei “ausgelöst durch den PalĂ€stina-Konflikt”.
Nur weil die ZĂŒndungen versagten, kam es am 21.07.05 in London bei weiteren SprengstoffanschlĂ€gen nicht wieder zu derartigen SchĂ€den.
Im Zusammenhang mit diesen SprengstoffanschlĂ€gen veröffentlichte die FAZ vom 22.07.05, Seite 9, einen erwĂ€hnenswerten Leserbrief: “. . . Die in Europa lebenden Muslime erleben es schmerzhaft, wie die von Amerikanern und ihren europĂ€ischen VerbĂŒndeten gehĂ€tschelten Israelis sich permanent ungestraft ĂŒber das Völkerrecht hinwegsetzen und UN-BeschlĂŒsse zur Makulatur verkommen lassen. . .  So wird der NĂ€hrboden fĂŒr radikal-islamische GewalttĂ€ter bereitet. . .”

Eine weitere Folge des Irakkrieges ist die offensichtlich gewordene Potenzierung der Macht durch den Interessenverbund USA/Israel, die kaum noch RĂŒcksicht auf das Völkerecht nimmt, wie zum Beispiel der israelische Bau der Mauer auf palĂ€stinensischem Gebiet zeigt. Hinzu kommt eine allgemeine Verunsicherung, weil nicht nur das Völkerrecht sondern auch die allgemeine Rechtsordnung verfĂ€llt: So muss beispielsweise die deutsche Bundeswehr in Afghanistan ein Folterregime und den Rauschgiftanbau schĂŒtzen. Und US-Behörden lassen z. B. in Ägypten foltern (siehe FAZ 19.02.02, S. 37, unter “Grausam und ungewöhnlich”: Das Prinzip “Wir liefern, ihr foltert” wurde im tadellosen Teamwork verwirklicht . . .).  Prof. Uwe Wesel von der FU-Berlin sagte dazu in einer 3-Sat-Fernsehsendung vom 08.12.05: “Die USA zerstören die kulturelle Substanz”.
 
Ein Leserbrief der FAZ vom 17.11.04, S. 8, “Der Einfluss der Neokonservativen” bestĂ€tigt die oben vertretene Meinung: “Es ist der Einfluss der Pro-Isreal-Lobby in den Vereinigten Staaten, der seit Jahrzehnten jede Israel-kritische Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen durch das Veto der Vereinigten Staaten zu Fall kommen lĂ€sst.” Und zu den Neokonservativen in den USA: “. . . hinter denen sich vor allem das Bestreben der Durchsetzung israelischer Interessen mit den Machtmitteln der Vereinigten Staaten verbirgt.” Es sind “die politisch in hohem Maße Mitverantwortlichen fĂŒr die Expansions- und UnterdrĂŒckungspolitik der Israelis gegenĂŒber den PalĂ€stinensern.”

Dies alles hat den Begriff “USrael” entstehen lassen. Welch weite Verbreitung diese Bezeichnung inzwischen fand, beschreibt das Internet - Suchportal Google, das im Dezember des Jahres 2006 sage und schreibe 43.000 EintrĂ€ge zu dem Suchbegriff “USrael” auflistet. Wie rasant dieser Begriff um sich greift, zeigt, dass es vor einem Jahr nur 6.300 EintrĂ€ge gab. Zugleich entsteht dadurch ein gefĂ€hrlich zunehmender Gegensatz zwischen der öffentlichen Meinung, wie sie sich unverfĂ€lscht und vielseitig im Internet widerspiegelt, und der veröffentlichten Meinung, die hĂ€ufig von den Medien einseitig vertreten werden muss, wie der dort nicht diskutierte Begriff “USrael” zeigt. Mit solchen Tabus wird aber das Gegenteil des angestrebten Effektes erreicht, denn folglich verbreitet sich das Misstrauen immer mehr. Diese zunehmende UnglaubwĂŒrdigkeit schĂ€digt besonders die Bereiche Medien und Politik und belastet vor allem das Vertrauen in die Zukunft. 

Die Verbindung USA/Israel ist aufgrund des ungeheuren Einflusses dieses Machtkartells wie oben beschrieben extrem kontraproduktiv und fĂŒhrt deshalb zwangslĂ€ufig zu einer Krise, an deren Ende es zum Gegenteil der heutigen VerhĂ€ltnisse kommt. Insbesondere dĂŒrfte sich dadurch auch die Verbindung USA/Israel durch den von uns prognostizierten Zusammenbruch des
“american way of life” ins Gegenteil verkehren. Das kann man sich heutzutage noch nicht vorstellen. Wir halten es deshalb fĂŒr hochinteressant, die einzelnen Phasen dieser Entwicklung zu beobachten: In dem Maße wie sich krisenbedingt die wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse verschlechtern, ist auch  die Verbindung USA/Israel betroffen. Beispielsweise sieht sich nun Israel im Rahmen erster Schritte gezwungen, Teile der Mauer um Jerusalem zu beseitigen und die Siedlungen im Gaza - Streifen, die gegen die UN - BeschlĂŒsse verstoßen, aufzugeben.

In der “Welt am Sonntag” vom 23. MĂ€rz 2008 fragt auf Seite 12 Ernst Cramer, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer Stiftung, unter der Überschrift “Israel wird an seinen eigenen Werten gemessen”: “Wie gehen wir damit um, wenn in Umfragen eine deutliche Mehrheit der Befragten in Europa sagt, die grĂ¶ĂŸere Bedrohung fĂŒr die Welt gehe von Israel aus und nicht etwa vom Iran?” Und fĂŒgt hinzu , dass in dieser Frage die zustĂ€ndigen AusschĂŒsse der Vereinten Nationen fast ausnahmslos versagen.


Der “NZZ” vom 1. Februar 2008 , Seite 31, ist unter “935 Falschmeldungen” zu entnehmen, “bei Hunderten von Gelegenheiten hĂ€tten Bush und seine Regierungsmitglieder in den zwei Jahren nach den Attacken auf das World Trade Center und das Pentagon mindestens 935-mal Falschaussagen verbreitet” und “der Bericht spricht von <orchestrierten LĂŒgen auf dem Weg zum Krieg>. Die US-Regierung hĂ€tte ihre Statements immer wieder damit verteidigt, “dass sie auf den damals verfĂŒgbaren Geheimdienstinformationen basiert gewesen seien”. Hiermit  wird einer der herausragenden GrĂŒnde des anwachsenden schwerwiegenden Vertrauensverlusts angesprochen, der zunehmend auch die KapitalmĂ€rkte erfasst. Da Vertrauen die Grundlage einer erfolgreichen Wirtschaft ist, begann mit dem immer mehr um sich greifenden Vertrauensverlust ein Niedergang, dessen vorlĂ€ufiger Tiefpunkt die Hunderte von Milliarden Dollar und Euro vernichtende Subprime-Krise ist.

Aufgrund dieser geradezu vorprogrammierten Krisen ist ein bis zum Schluss des 70-Jahres-Zyklus laufender Jahrhundert-Kurseinbruch an den Börsen der Welt zu erwarten, der das Jahr 1932 weit in den Schatten stellt.

Wie es bei uns in Berlin aussieht, wenn die Jahrhundertbaisse zu Ende ist, prognostizierten wir vor zwei Jahren in einem unserer Börsenbriefe: “So könne man sich vorstellen, dass die Schaufensterscheiben auf dem Kudamm mit Brettern vernagelt sind.”


Freiheit und Einkommen
“Es geht um eine Befreiung der mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit deformierten Sozialen Marktwirtschaft in Sinne Ludwig Erhards.”
 
“Die wirtschaftliche Freiheit setzt sich allmĂ€hlich durch.”
Unter dieser Überschrift erschien in der FAZ vom 16.11.02, S. 16, eine Weltkarte der wirtschaftlichen Freiheit, in der die LĂ€nder in unfrei (5), bis frei (1) eingeteilt sind . Ein Diagramm zeigt, wie mit dem Grad der Freiheit das Bruttoinlandsprodukt von weniger als 1.000 Dollar bis auf etwa 40.000 Dollar je Einwohner ansteigt. Die höchsten Freiheitsgrade wurden fĂŒr Hongkong (1,45) und Singapur (1,50) vergeben, was im Diagramm etwa 35.000 Dollar entspricht. Deutschland liegt als nur noch â€œĂŒberwiegend freies Land” mit einer Bewertung von 2,10 auf einem mittleren Platz, so dass hier das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lediglich rund 18.500 Dollar erreicht. Die BegrĂŒndung: “Unter der Regierung von Bundeskanzler Schröder haben sich die RigiditĂ€ten auf dem Arbeitsmarkt verschlimmert”. Ferner werden die sehr hohen Kosten der öffentlichen Verwaltung und das sehr hohe Niveau an Staatsausgaben bemĂ€ngelt. Und: “Deutschland leide unter einer ‘Malaise’, die vor allem durch strukturelle Schieflagen begrĂŒndet sei.”

Hierzu passt der FAZ-Artikel von Arnulf Baring vom 19.11.02, S. 33, “BĂŒrger, auf die Barrikaden!” mit dem Untertitel “Deutschland auf dem Weg zu einer westlichen DDR”, in dem der Autor u. a. schreibt: “Es geht um eine Befreiung der mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit deformierten Sozialen Marktwirtschaft in Sinne Ludwig Erhards.” Und “bei uns sind alle Themen tabuisiert, zum Beispiel die Probleme des BevölkerungsrĂŒckgangs in Deutschland.” Wir fĂŒgen hinzu, wer heutzutage ein Tabu verletzt, muss damit rechnen, vernichtet zu werden, wie es das Beispiel “Möllemann” zeigt. Zur Zeit der Wirtschaftswunderjahre war der Grad der Freiheit wesentlich grĂ¶ĂŸer, was einer der entscheidenden GrĂŒnde fĂŒr die seinerzeit bei uns unglaublich hohen Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes war. Die EinschrĂ€nkungen der Freiheit infolge des 68er Umbruchs beendeten die Wirtschaftswunderjahre.


zuletzt am 27.11.03 erweitert:
Abschließende Betrachtung und Ausblick

“ der nĂ€chste Kursgipfel der AktienmĂ€rkte kann im Jahr 2070 eintreten, wenn man den 70-Jahreszyklus zugrunde legt.”

Einem Leitartikel in der FAZ vom 10.12.02, S. 1, “Der Bremsklotz” ist zu entnehmen, dass die Wirtschaftsleistung je Einwohner in den Vereinigten Staaten dreißig Prozent höher ist als in Deutschland. Dem fĂŒgen wir hinzu, dass ohne die immer noch schwĂ€chelnden ostdeutschen BundeslĂ€nder die pro Kopf gemessene Wirtschaftsleistung USA/Deutschland in etwa gleich hoch wĂ€re. Und wo stĂŒnden wir, wenn es den 68er Umbruch mit den Folgen 4 Millionen Arbeitsloser und weiterer fast 2 Millionen Arbeitssuchender und einer Verschuldung von Bund, LĂ€nder und Gemeinden in Höhe von rund 1300 Milliarden Euro nicht gegeben hĂ€tte?

Unserer Meinung nach wurde der 68er Umbruch inszeniert, um das seinerzeitige Wirtschaftswunder zu beenden und um eine spĂ€tere Vormachtstellung Deutschlands auf dem Weltmarkt zu unterbinden. Denn ohne den 68er Umbruch wĂ€re unsere Wirtschaftsleistung pro Kopf rund doppelt so hoch als in den USA. Dies hĂ€tte zu unerwĂŒnschten weltweiten Einflussmöglichkeiten gefĂŒhrt.

Die bei uns in Gang kommende Selbstheilungskrise dĂŒrfte besonders schmerzlich verlaufen, weil damit auch die aus dem 68er Umbruch entstandene Politik betroffen ist. Hierzu gehört ein aus heutiger Sicht bevorstehender kaum fassbarer Meinungswandel, dessen AnfĂ€nge bereits vielfach zu beobachten sind. So fĂ€llt auf , dass immer hĂ€ufiger Meinungen nicht mehr zurĂŒckgehalten werden, die im völligen Gegensatz zu der bisher in den Medien verbreiteten einheitlichen Betrachtungsweise stehen.
 
Die Zeitschrift des Journalistenverbandes “journalist” Nr. 8/2003, Seite 20 und 21, beschreibt unter “Zensierter Alltag”
das bisher als strenges Tabu behandelte Thema der Zensur. Es ist der Aufschrei des Journalisten Werner RĂŒgemer:
“Ein anonymes Gremium beschließt: ‘nicht sendefĂ€hig’. BegrĂŒndung wird nicht gegeben. Keine Mitteilung an den Autor. . . Der Redakteur wurde versetzt. Ich bekam keine AuftrĂ€ge mehr.” . . . “An 82 Stellen war der Artikel geĂ€ndert, zum Teil ins Gegenteil umgeschrieben worden.” Ferner: “Von der ‘Stuttgarter Zeitung’ ĂŒber die Tagesschau bis zur ‘SĂŒddeutschen Zeitung’ und der ‘Welt’ sind, wie auf Kommando, die tĂ€glichen Schwerpunkte gleich.” Und: “Beim grĂ¶ĂŸten Börsencrash der letzten Jahre wurden eben nicht, wie es gemeinhin heißt, mehrere hundert Milliarden Dollar Anlegergeld ‘vernichtet’; sie befinden sich nur auf anderen Konten. . .  Die grĂ¶ĂŸten Konkurse der bisherigen Weltgeschichte wie bei Enron und Worldcom wurden als BetrĂŒgereien Einzelner kleingeredet. Dass es dabei Tausende von Gewinnern gab - dies wird verschwiegen. Auch das ist eine Form der Zensur.”
 
Dem ist hinzuzufĂŒgen, dass dieser Tabubruch im “journalist”, ĂŒber die Zensur zu berichten, fĂŒr den in Gang kommenden Meinungswandel typisch ist: Die Zensur und die Tabus wurden geschaffen, um einen Meinungswandel zu verhindern. Das Gegenteil wird aber hierdurch erreicht. Deshalb ist es Ă€ußerst aufschlussreich, wie bisher Totgeschwiegenes zunĂ€chst nur unter vorgehaltener Hand angedeutet, dann immer offener angesprochen und schließlich auch in den Medien veröffentlicht wird. So weitet sich mehr und mehr ein unverstellter Blick, der bisher von der vorgegebenen Meinung verfĂ€lscht war. Ein solcher Wandel der öffentlich vertretenen Meinungen dĂŒrfte zu einem der wichtigsten Merkmale der Selbstheilungskrise werden.

Als ein Beispiel ist der traurig endende Fall “Möllemann” zu nennen, der einer Reihe von Tabus lediglich fĂŒr kurze Zeit die Schleusen öffnete, deren Ansprache die Zustimmung breiter Kreise der Bevölkerung fand. Über ein weiteres markantes Beispiel eines fallenden Tabus berichtete DER SPIEGEL, Heft 31/28.07.03, Seite 88, unter dem Titel: “Teure Einwanderer?” Und die beiden folgenden Beispiele bis dahin nicht vorstellbarer TabubrĂŒche totgeschwiegener Meinungen konnten der FAZ entnommen werden. In der Ausgabe vom 24.03.03, S. 16, stand unter dem Titel “Widerspruch”: Es ist das â€œĂ¶ffentliche Urteil”, “dass Bush als ein von dunklen MĂ€chten getriebener Kriegsverbrecher dargestellt wird”.

Wie sich beispielsweise die Meinung hinsichtlich Israel immer weiter verschlechtert, beschreibt ein Bericht der FAZ vom 19.11.03 , S. 41, ĂŒber eine Umfrage, welcher Staat die grĂ¶ĂŸte Bedrohung fĂŒr den Weltfrieden darstellt: “In Deutschland waren es sogar 65 Prozent der Befragten, die Israel als Gefahr fĂŒr den Weltfrieden ansehen.”

Nach Überwindung der Selbstheilungskrise, die insbesondere den erwĂ€hnten aus heutiger Sicht kaum vorstellbaren Meinungswandel bewirkt, sollte ein anschließender Jahrzehnte langer Aufschwung in Deutschland wesentlich produktiver verlaufen als in den weniger von dieser Krise betroffenen LĂ€ndern. Aus zyklischer Sicht kann die Selbstheilungskrise etwa im Jahr 2017 beendet sein und der nĂ€chste Kursgipfel der AktienmĂ€rkte kann im Jahr 2070 eintreten, wenn man den 70-Jahreszyklus zugrunde legt. Übrigens gibt es eine Untersuchung von Robert R. Prechter, die vor dem Kursgipfel der AktienmĂ€rkte im Jahr 2000 vier Zyklen mit LĂ€ngen von je etwa 70 Jahren ermittelt hat.


Anhang (am 08.04.06 / 31.10.06 erweitert, letzter Absatz am 17 .12.06 hinzugefĂŒgt, siehe roter Text):
Die Demographie-Krise in Deutschland
- ein langfristig geplanter Niedergang?

Bisher im obigen Text verstreute BeitrĂ€ge hinsichtlich der demographischen Entwicklung in Deutschland wurden hier zusammengefasst und im Rahmen eines Anhangs ergĂ€nzt: Solche einschneidenden VerĂ€nderungen beeinflussen natĂŒrlich die beschriebene Zyklik des wirtschaftlichen Auf und Ab, indem sie AbschwĂŒnge verstĂ€rken, aber auch die anschließenden Erholung erheblich dĂ€mpfen.

Lange Zeit war bei uns das Thema der Demographie einem Tabu unterworfen. Wie man sieht, wird es nun immer offener diskutiert: Im Jahr 1941 kam der Plan des PrĂ€sidenten der amerikanischen Friedensliga Nathan Kaufman auf, der in seinem Buch “Germany Must Perish” (“Deutschland muss vernichtet werden”) forderte, “die Welt fĂŒr immer vom Deutschtum zu befreien und zu verhindern, dass das Volk der Deutschen jemals wieder seine Art fortpflanzt”. Das hĂ€ngt unserer Meinung nach damit zusammen, dass im Zentrum Europas nicht ein Industriestaat Deutschland entstehen darf, der die Vorherrschaft der USA gefĂ€hrdet.

Dieses Ziel unterstrich gemĂ€ĂŸ, der FAZ vom 27.10.06, Seite 1, Außenminister Steinmeier (SPD) zu Beginn des akademischen Jahres an der UniversitĂ€t Viadrina in Frankfurt/Oder mit den Worten, alle BefĂŒrchtungen seien unbegrĂŒndet, dass Deutschland mit Hilfe der EU “wieder eine dominierende Rolle in Europa spielen will”.


Auch der Plan des US - Finanzministers (1934 - 1945) Henry R. Morgenthau, der 1944 die Entindustriealisierung Deutschlands forderte, gehörte dazu. Vieles, was diesen Zielen diente, wurde wĂ€hrend der Wirtschaftswunderjahre aus GrĂŒnden der damaligen sowjetischen Bedrohung hintangestellt, aber offensichtlich anschließend wieder voll aktualisiert.

FĂŒr diese These spricht, dass Deutschland nach dem steilen Aufschwung wĂ€hrend des “kalten Krieges” jetzt das Schlusslicht der Zuwachsraten des Bruttosozialproduktes aller europĂ€ischen LĂ€nder bildet. Die in Deutschland besonders hohe Steuerbelastung der Unternehmen fĂŒhrte zu einer massiven Auszehrung des Mittelstands und damit zu einer steten Verringerung des Bruttosozialproduktes bei kontinuierlich ansteigender Massenarbeitslosigkeit.
Das es auch ganz anders geht, ist einem Bericht der FAZ vom 8. MĂ€rz 2005, S. 13, zu entnehmen: In der Schweiz liegt die saisonbereinigte Arbeitslosenquote zur Zeit bei sage und schreibe lediglich 3,8 Prozent. Dieser paradiesische Arbeitsmarkt ist vor allem auf den dort nicht vorhandenen KĂŒndigungsschutz zurĂŒckzufĂŒhren, weshalb sich die Gewerkschaften zurĂŒckhalten mĂŒssen. Hinzu kommt, dass dort der Mehrwertsteuersatz nur 7,6 Prozent betrĂ€gt und die WĂ€hrung zu 60 % goldgedeckt ist - alles in Deutschland völlig undenkbare VerhĂ€ltnisse.

Besonders in Ostdeutschland sind die Folgen der nach der Wiedervereinigung auch dort begonnenen Entindustrialisierung zu besichtigen, wĂ€hrend im Gegensatz dazu sich beispielsweise die Slowakei  nach dem Zerfall des Ostblocks mit Hilfe geringer SteuersĂ€tze in erstaunlicher Weise ĂŒberraschend gut erholte. Und wĂ€hrend in der DDR Familienförderungsprogramme ĂŒblich waren, die außerordentlich erfolgreich verliefen, sind bei uns Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate offensichtlich unerwĂŒnscht.

FĂŒr die im zweiten Absatz aufgestellte These spricht ferner ein Leitartikel auf der  Seite 1 der FAZ vom 6. April 2006 unter der Überschrift “Die Erblast von Achtundsechzig”. Hier ist die Rede von einem “Entnationalisierungsprogramm, mit dem das Deutschsein der Deutschen möglichst stark verdĂŒnnt werden sollte”. Noch vor wenigen Jahren war es unmöglich, ĂŒber ein derartiges Programm zur langfristigen SchĂ€digung Deutschlands, das inzwischen weitgehend realisiert wurde, zu berichten. Der FAZ - Leitartikel offenbart somit einen Verfall eines lange Zeit streng gehandhabten Tabus und einen fundamentalen Wandel der veröffentlichten Meinung, wie auch die nachfolgenden Hinweise zeigen:

Prof. Dr. Herwig Birg schreibt zum Thema ““Generationenstress: Die Demographie wird zum Krisenherd” in der FAZ vom 02.04.04, S. 39:
“Da bei den Deutschen ein Drittel der nach 1965 geborenen JahrgĂ€nge zeitlebens kinderlos bleibt, und nur den finanziellen Beitrag entrichtet, hat die Spaltung der Gesellschaft eine verfassungsrechtliche Dimension.” Und: “Da die vor dreißig Jahren nicht Geborenen heute als potentielle Eltern fehlen, könnte jetzt die beste Familienpolitik mangels Adressaten das Blatt nicht wenden. Wir sind mitten in einem GeburtenrĂŒckgang, der ab 2030 wiederum zu einem Eltern- beziehungsweise GeburtenrĂŒckgang fĂŒhrt”. Und “Selbst wenn sich in Deutschland die ProduktivitĂ€t und das Pro-Kopf-Einkommen der ErwerbstĂ€tigen bis 2050 noch einmal verdoppeln, kann das Volkseinkommen wegen der bis dahin um 14 Millionen bis 16 Millionen schrumpfenden Zahl der 20- bis 60jĂ€hrigen nur um ein Drittel zunehmen. Dieser mĂ€ĂŸig wachsende Kuchen muss zwischen vier großen Interessengruppen verteilt werden, wobei allein die stark wachsende Zahl der 60jĂ€hrigen und Älteren etwa 40 Prozent des Volkseinkommens beanspruchen wird, wenn das VerhĂ€ltnis zwischen der Durchschnittsrente zum Durchschnittseinkommen nicht noch weiter gesenkt wird. Der demographisch bedingte Verteilungsstreß ist das Kernproblem: Es gilt erstens, den Interessengegensatz zwischen den alten und den jungen Generationen bei der Verteilung der steigenden Versorgungslasten durch Reformen so zu regeln, dass die von der Verfassung des sozialen Rechtsstaats garantierten Grundlagen erhalten bleiben.. . . Ein dritte Konfliktlinie entsteht durch die wachsende Population der Zugewanderten bei gleichzeitiger schrumpfender autochthoner Bevölkerung, wobei die Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei den unter 40jĂ€hrigen in vielen GroßstĂ€dten in etwa zehn Jahren die neue Mehrheit bilden wird. . .” Herwig Birg schließt: “Demographisch bedingter Verteilungsstreß wird die Welt von morgen in kaum gekannter Weise prĂ€gen.”

In diesem Zusammenhang ist das Taschenbuch von Prof. Dr. Herwig Birg “Die demographische Zeitenwende”, Verlag C. H. Beck, lesenswert, aus dem hier einige LeitsĂ€tze zitiert werden: “Die Horrorvorstellungen ĂŒber die Folgen einer KlimaĂ€nderung sind harmlos im Vergleich zu den drohenden kulturellen und sozialen VerwĂŒstungen in unserer Gesellschaft. . . Ein scheinbar unwiderlegbares Argument gegen die BeschĂ€ftigung mit Bevölkerungsproblemen wird in Deutschland aus unserer Geschichte zwischen 1933 und 1945 abgeleitet. . . Die Einwanderung aus dem Ausland verlĂ€uft in Deutschland seit Jahrzehnten ungesteuert. Das Migrations- und Integrationsproblem hat in der Lebenswirklichkeit vieler großer StĂ€dte ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen, . . . weil die BildungsabschlĂŒsse der zugewanderten Bevölkerung und ihrer hier neugeborenen Nachkommen bei weitem nicht dem Qualifikationsniveau der deutschen Bevölkerung entsprechen. . . Insbesondere das demographisch relevante Handeln wirkt werteschaffend oder wertevernichtend. . . Im Vergleich zur demographischen Katastrophe ist der Zusammenbruch des Kommunismus unwichtig (der Ethnologe Claude LĂ©vi-Strauss). . . Je höher die Lebenserwartung war bzw. je stĂ€rker sie zunahm, desto niedriger war bzw. ist die Kinderzahl pro Frau. . . Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung sind gravierend. . . Die Folge ist, dass Kinder gemessen an den OpportunitĂ€tskosten immer unerschwinglicher werden, so dass die Geburtenrate seit Jahrzehnten abnimmt. . . Die grĂ¶ĂŸte Bedrohung ist jedoch die schon im Gange befindliche Manipulation der Wahrnehmung mit den Mitteln der modernen Kommunikationstechnologie, die alle anderen Gefahren potenziert.”

Hinsichtlich der Geburtenrate gibt ein Vermerk in der FAZ vom 27.04.01, S. 1, Auskunft: “Der Absturz der JahrgangsstĂ€rken, die zwischen 1965 und 1975 bei 1,3 Millionen Geborenen lagen, auf jetzt rund 750000 hat erst im Zuge einer Debatte zur Zukunft der Alterssicherung Beachtung gefunden.” Ein durch die niedrige Geburtenrate entstandenes weiteres Problemfeld besteht in den Ghettos der GroßstĂ€dte, wo mittlerweile fast jeder zweite Bewohner von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe lebt, weil gemĂ€ĂŸ der FAZ vom 7.2.01, S. 9, “Deutschland sehenden Auges seine wirtschaftliche Belastung vergrĂ¶ĂŸert, indem es hauptsĂ€chlich diejenigen aufnimmt, die am schlechtesten fĂŒr den Arbeitsmarkt qualifiziert sind”.
 
Unter “Ökonomisch nicht notwendig” beschrieb die FAZ am 20.12.02, S. 4, einen der GrĂŒnde, warum die Kommunen finanziell am Ende sind:
“Der hessische Justizminister Wagner (CDU) hat bestritten, dass fĂŒr Deutschland die Einwanderung ökonomisch notwendig sei. Wagner verwies am Donnerstag in Wiesbaden darauf, dass sich die Zahl der AuslĂ€nder in der Bundesrepublik seit 1970 verdoppelt habe. Die Zahl der auslĂ€ndischen Arbeiter und Angestellten sei aber in derselben Zeit von 2,5 Millionen auf gut 2 Millionen Menschen zurĂŒckgegangen. Die Arbeitslosigkeit der AuslĂ€nder liege mit 18,3 Prozent doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung. Von einem â€˜Ă¶konomischen Muss fĂŒr die Zuwanderung’ kann nach den Worten Wagners daher keine Rede sein. Nach Auffassung des hessischen Justizministers muss verhindert werden, dass statt einer gezielten Einwanderung von benötigten FachkrĂ€ften eine ‘Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme’ stattfinde.”

Der Schwund der Geburtenrate - immer mehr Frauen mit Hochschulabschluss und hohem IQ bleiben ohne Kinder - bei gleichzeitiger unkontrollierter Einwanderung mit höherer KinderhĂ€ufigkeit erhöht gemĂ€ĂŸ der Welt am Sonntag vom 04.02.01, S. 36, “Deutschland in der Intelligenzfalle” den Anteil an minderer Begabung. Der Anteil der Hochbegabten wĂŒrde nur fĂŒnf Prozent der Bevölkerung betragen. Und “in Folge dessen mĂŒssen wir damit rechnen, dass der mittlere IQ schon in der nĂ€chsten Generation deutlich absinkt”. In den USA sei das Problem seit dem Erscheinen des Bestsellers “The Bell Curve” bekannt und Clinton habe veranlasst, die Sozialpolitik radikal zu ĂŒberdenken (Volkmar Weiss: “Die IQ-Falle”, Leopold Stocker Verlag, Graz).
 
“Teure Einwanderer?”
Unter dieser Überschrift berichtete DER SPIEGEL, Heft 31/28.07.03, Seite 88, ĂŒber eine Studie des niederlĂ€ndischen Wirtschaftsministeriums mit dem Namen “Immigration und die niederlĂ€ndische Ökonomie“, die versucht, “die politisch korrekte These von den positiven Effekten der Zuwanderung in alternden Gesellschaften zu widerlegen. . . Das dem Wirtschaftsministerium der konservativen Regierung Balkenende angegliederte ‘Central Planbureau’ bewertet in einer 122seitigen Expertise Einwanderer unter dem Gesichtspunkt von Kosten und Nutzen. . . . In EU-LĂ€ndern mit hohem Wohlfahrtsniveau entnĂ€hmen Migranten wĂ€hrend ihres Lebens mehr aus der Staatskasse, als sie einzahlten. Die Verfasser, drei Ökonomen, versuchen mit statistischen Modellen den Nachweis zu fĂŒhren, dass schlecht ausgebildete Einwanderer der einheimischen Bevölkerung eher schaden, da sie zu scharfer Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt werden können. . . FĂŒr eine typische Einwandererfamilie mit zwei Kindern errechneten sie Nettokosten in Höhe von 230.000 Euro.” Aus unserer Sicht sind das pro Einwanderer 57.500 Euro. Auf deutsche VerhĂ€ltnisse ĂŒbertragen wĂ€ren das bei 7 Millionen Zuwanderern und 3 Millionen eingebĂŒrgerten Zuwanderern, also insgesamt 10 Millionen, Nettokosten in Höhe von 575 Milliarden Euro. Diese Zahl entsprĂ€che rund 44 Prozent der deutschen Staatsverschuldung von zur Zeit 1.300 Milliarden Euro.
 
am 11.09.04 eingefĂŒgt:
Prof. Hans-Werner Sinn, PrĂ€sident des MĂŒnchner Ifo-Instituts, hat darauf hingewiesen, dass der durchschnittliche Einwanderer, der noch keine zehn Jahre in Deutschland ist, Jahr fĂŒr Jahr 2.400 Euro mehr vom Staat erhĂ€lt, als er diesem in Form von Steuern und Abgaben leistet. Dem ist folgende Rechnung hinzuzufĂŒgen: Auf 10 Millionen Einwanderer hochgerechnet, die bei uns leben, ergibt sich eine Belastung des Staatshaushalts innerhalb der ersten 10 Jahre in Höhe von 240 Milliarden Euro.

am 22.02.05 eingefĂŒgt:
Professor Hans-Werner Sinn, PrĂ€sident des MĂŒnchner Ifo-Instituts, schrieb in der Zeitung “Die Welt” vom 21.10.04 auf Seite 3 unter der Überschrift “Der deutsche Transferstaat ist Unfug” u. a. “Das politische System der Bundesrepublik Deutschland steht kurz vor dem Umkippen. . . Die deutschen Arbeiter ziehen es vor, in dem Sessel Platz zu nehmen, den der Sozialstaat fĂŒr sie bereit hĂ€lt, anstatt sich auf eine Niedriglohnkonkurrenz mit den Zuwanderern einzulassen. Von 1970 bis 2002 hat sich der Bestand an Zuwanderern auf dem ersten Arbeitsmarkt um 3,1 Millionen erhöht, und die Zunahme der Arbeitslosigkeit unter den Einheimischen lag bei 3,2 Millionen. Die Sozialtransfers haben zu einem ganz und gar unsinnigen Migrationsmuster gefĂŒhrt.”

am 14.09.04 eingefĂŒgt:
Die FAZ vom 14.09.04, S.5, zitiert unter “Mehr Einwanderung stoppt nicht den Bevölkerungsschwund in Deutschland” Prof. Herwig Birg: “Die Gruppe der 20 bis 40 Jahre alten Menschen, die fĂŒr das Wirtschaftswachstum besonders wichtig seien, nehme jĂ€hrlich um etwa 300 000 Menschen ab. Die WachstumsschwĂ€che der deutschen Wirtschaft sei deshalb nicht allein konjunkturell bedingt, sondern auch demographisch. Die Erhöhung der Zuwanderung können die demographischen Schwierigkeiten nicht lösen, denn jeder Zuwanderer belaste die öffentlichen Haushalte mit mehr als 2000 Euro im Jahr.” Und:  “Die prekĂ€re Finanzsituation der Kommunen beruht nicht zuletzt auf der hohen Belastung durch Sozialhilfeausgaben, fĂŒr die großenteils nichtdeutschen MitbĂŒrger.”

Dazu passt auch eine Stellungnahme der NZZ vom 26. August 03, Seite 5, unter der Überschrift: “Werden die Niederlande auslĂ€nderfeindlich?” mit dem Untertitel: “Offene Diskussion ĂŒber Probleme mit Einwanderern: Was frĂŒher Tabuthemen waren, wird heute unverblĂŒmt thematisiert.”
 
Wie schnell sich dies bestĂ€tigte, zeigt der letzte Parteitag der CDU: Laut SPIEGEL ONLINE vom 01. Dezember 2003, 17:02 Uhr, “AmĂŒsanter Ton, harte Nachricht” sprach dort AltbundesprĂ€sident Roman Herzog das Thema der Zuwanderung an: “Auch Zuwanderung löse die demografischen Probleme mit wachsender Vergreisung und Armut an Kindern nicht. Integrationskosten von bis zu 150 Milliarden Euro könnten nicht geschultert werden.” Es ist bezeichnend, dass diese Aussage, die eine der Ursachen der nicht mehr beherrschbaren deutschen Staatsverschuldung benennt, in den Medien völlig totgeschwiegen wurde. Derart immens hohe Integrationskosten fĂŒhren natĂŒrlich zu einer erheblichen volkswirtschaftlichen Belastung und damit zur Verringerung unserer WettbewerbsfĂ€higkeit. Dies wĂŒrgt die Konjunktur ab und fĂŒhrt zum lĂ€ngerfristigen Verfall der Börsenkurse. Weil diese Aussage des AltbundesprĂ€sidenten Roman Herzog von herausragender Brisanz ist, geben wir auf unserer Seite “Leser- Meinungen” unter dem Datum vom 01.12.03 den Fundort an.

am 17.12.06 eingefĂŒgt:
Diese demographisch bedingten Folgen bewirken besonders in Deutschland ĂŒber den beschriebenen 70-jĂ€hrigen Zyklus des wirtschaftlichen Auf und Ab hinaus eine kontinuierliche Verschlechterung des Bruttosozialproduktes. Die Neue ZĂŒrcher Zeitung vom 16./17. Dezember 2006 berichtete dazu in ihrem Leitartikel auf Seite 1: “Herwig Birg, der wohl bekannteste deutsche Bevölkerungswissenschaftler, hat unlĂ€ngst in einem StreitgesprĂ€ch ĂŒber die Zukunft seines Landes ein rabenschwarzes Szenario an die Wand gemalt. Deutschland werde wegen der angeblich fĂŒr die nĂ€chsten 50 Jahre unumkehrbaren Schrumpfung seiner Bevölkerung und des daraus resultierenden Zusammenbruchs der sozialen Sicherungssysteme als Gesellschaft zerfallen. Es werde eine breite >Verelendung<  wie in der Dritten Welt neben >obszönem Reichtum<  geben.”


© 2010 Wolfgang Bogen GmbH, 14163 Berlin, alle Rechte vorbehalten.

NĂ€chste Seite: Unsere Prognose der lĂ€ngerfristigen Zyklik * ZurĂŒck zur ersten Seite