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Allgemein lÀsst sich bei dieser Art der Hochpunktbewertung der Kursgipfel in einem Zyklus mit einer Fibonacci-Zahl (3, 5, 8, 13 usw.) belegen und auch
das letzte Hoch vor dem Ende des Zyklus. Ferner schlieĂen sich meist 3, 5, 8, 13 usw. Zyklen zu einem ĂŒbergeordneten Zyklus usw. zusammen. Der
abgebildete Zyklus ist mit seinen 8 Unterzyklen ein markantes Beispiel. Es ist eine typische Dreiteilung zu erkennen, die in Haussephasen vorherrscht.
Am Ende des abgebildeten Zyklus geht die Dreiteilung wĂ€hrend der letzten beiden BaisseschĂŒbe in eine Zweiteilung ĂŒber.
Die Erkenntnis dieser und einer FĂŒlle weiterer ZusammenhĂ€nge fĂŒhrte zu einer entscheidenden Fortentwicklung gegenĂŒber der Elliott - Wave -
Analysestechnik: zur Fibonacci-Börsenzyklik. Damit lÀsst sich die charttechnische Börsenanlyse erheblich erweitern (zum direkten Einstieg in die Praxis der Fibonacci-Systematik erklÀren wir u
nter Lesermeinungen, 1. Beitrag vom 17.03.07, ausfĂŒhrlich die Fibonacci-Stundenzyklik und in langfristiger Hinsicht siehe Dax-Chartbeispiele).
Mit Hilfe der Fibonacci-Systematik lassen sich die Zyklen regelrecht âabreitenâ. Dabei ist das Risiko einer Fehlspekulation
besonders klein, wenn der laufende und der ĂŒbergeordnete Zyklus in die gleiche Richtung zeigen. Zum Beispiel, wenn in einem Baissezyklus auf kurze untergeordnete heftige
Baissestrecken spekuliert wird. Falls in einer solchen Situation âeine Schieflageâ entsteht, kann sie leichter mit der Kenntnis ĂŒberwunden werden, wann sich voraussichtlich der
ĂŒbergeordnete Baissezyklus fortsetzt.
Mögliche Trendwechseltermine lassen sich vielfach auf den Tag genau voraussagen,
weil von zyklisch bedingten Hoch- und Tiefpunkten oftmals Ketten von Fibonacci-Börsentagen ausgehen, die nach 3, 5, 8, 13 usw. Börsentagen weitere, auch abwechselnde Hoch- und Tiefpunkte zur Folge haben.
Derartige Fibonacci-Börsentageketten verfolgen wir beim Dax bis zum 233. Börsentag (Siehe unsere Antwort auf eine Leseranfrage zum Thema Trendwechseltermine von 31.10.99 in Lesermeinungen.). In unserem Börsenbrief,
den wir seit dem Jahr 1982 herausgeben, wurde die von Wolfgang Bogen entwickelte Fibonacci-Börsenzyklik soweit vorangebracht, dass beispielsweise im Herbst 2005 nach und nach eine ununterbrochene Kette von neun
Trendwechselterminen des Dax-Furure-Index prognostiziert werden konnte, die alle auf den Tag genau eintrafen. Jeweils 5 Börsentage schlieĂen sich hĂ€ufig zu
Fibonacci-Wochen zusammen. Beispielsweise umfasste der Börsenabsturz des Dow-Jones-Index ab seinem Kursgipfel am 14. Januar 2000 bis zum Tief am 11. Oktober 2002 auf wenige Tage genau 144 Fibonacci-Wochen.
Wir können hiermit zeigen, dass das Börsengeschehen in gewisser Hinsicht determiniert ist.
Ferner lassen sich hÀufig die Endpunkte von Kursbewegungen berechnen. In unserem Börsenbrief gehen wir von Fall zu Fall auf derartige Berechnungsbeispiele
ein.
Die oft gestellte Frage, wieso die Fibonacci - Börsenzyklik funktioniert, ist wie folgt zu beantworten: Nach Verlusten warten Anleger einen neuen Einstiegstag ab und
beobachten deshalb genau Börsentag auf Börsentag, ob sich neue Höchst- beziehungsweise Tiefstkurse ergeben. Hierdurch entsteht eine Fibonacci-Additions
-Systematik, die zu Gruppen von 3, 5, 8, 13 usw. Börsentagen fĂŒhrt.
Der Begriff âZyklusâ verleitet zu der Annahme, dass es sich dabei um
KurseinbrĂŒche in einheitlichen, zeitlich gleich langen AbstĂ€nden handelt. Das ist aber gerade nicht der Fall. Meist folgt einem kĂŒrzeren Zyklus ein lĂ€ngerer und umgekehrt.
Neu - Abonnenten erhalten eine zweiseitige EinfĂŒhrung in die âGrundlagen der Fibonacci - Börsenzyklikâ.
Dieses Web-Lexikon http://www.weblexikon.de/Fibonacci-B%C3%B6rsenzyklik.html enthÀlt eine hervorragende Beschreibung zur Fibonacci-Börsenzyklik.
Hier veröffentlichen wir eine neue Einleitung dazu: âDer Begriff âFibonacci-Börsenzyklikâ wurde von Wolfgang
Bogen geprĂ€gt und ist eine charttechnische Analysemethode, mit der kĂŒnftige Kursentwicklungen an den WertpapiermĂ€rkten vorhergesagt werden sollen. Demnach spalten sich Börsenzyklen
in Unterzyklen auf. GemÀà der Fibonacci-Zahlenreihe besteht ein Zyklus stets aus 3, 5, 8, 13 usw. Unterzyklen beziehungsweise SchĂŒben oder Hochpunkten. Zweigeteilte Zyklen entstehen
lediglich in Baissephasen. Diese Systematik ist nicht nur im Verlaufe von Jahren, sondern hinunter bis zur Stundenzyklik zu beobachten.â
Unter http://infos7.org , und den Suchworten âbogenâ, âbörseâ,
âbörsenzyklikâoder âfibonacciâ finden Sie eine weitere Kurzbeschreibung unserer âFibonacci-Börsenzyklikâ.
Weitere Veröffentlichungen von Wolfgang Bogen:
Hier finden Sie seinen in der FAZ vom 03.11.07 veröffentlichten Leserbrief ĂŒber âMarktwirtschaftliche Ungleichgewichteâ , die sich zu einer Ă€uĂerst schmerzhaften Selbstheilungskrise aufschaukeln. Das Desaster begann zunĂ€chst unmerklich mit der
Ăbermacht der Gewerkschaften und anderen VerstöĂen gegen das Prinzip der Preisbildung gemÀà Angebot und Nachfrage . . .
Dieser hier erstmals veröffentlichte Beitrag von W. Bogen ĂŒber eine bisher ungelöste Grundsatzfrage der Physik, dem âPlankâschen Wirkungsquantum in Verbindung mit einem möglichen Ătherâ
, soll eines seiner weiteren Interessen aufzeigen.
Ferner wurde er fĂŒr seine TĂ€tigkeit im Laufe von fast 25 Jahren
als Erfinder-Unternehmer (NĂ€heres hier) im Jahr 1976 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Weiterhin wurde ihm, aufgrund eines Vorschlags des PrĂ€sidenten des Deutschen Patentamtes, vom Dieselkuratorium fĂŒr seine Erfindungen und
Patente die Diesel-Medaille verliehen. Einen umfassenden Einblick in das frĂŒhere Unternehmen des Verfassers zum Zeitpunkt der 60iger Jahre gibt diese Internetadresse:
http://www.magnetbandmuseum.info/die-firma-bogen-1968.html
Neu am 21.03.2010 und der 2. Absatz vom 25. - 28.04.2010
Beispiel einer 5 Börsentage langen Zyklik mit 13 Hochpunkten (alles Fibonacci-Zahlen)
des DAX-Future vom 15. bis 19. MĂ€rz 2010
Dieser fĂŒnf Börsentage umfassende Tick-by-Tick-Chart zeigt die Hochpunkte 1 - 13 des DAX-Future im Zeitraum 15. bis 19.
MĂ€rz 2010. Bis zum Kursgipfel, der mit einer Fibonacci-Zahl (hier die 13) zu belegen ist, werden die ĂŒbereinander liegenden Hochpunkte gezĂ€hlt. Das Hoch zwischen den Hochs 9 und 10
befindet sich in einer âSenkeâ und bleibt deshalb unberĂŒcksichtigt. ZunĂ€chst ergaben sich 8 AufwĂ€rtsschĂŒbe und anschlieĂend entstand ein kurzfristig andauerndes
baissetrÀchtiges leicht ansteigendes Mehrfachhoch 9 - 13, das sich aus 5 Hochpunkten zusammensetzt. Das alles sind Fibonacci-Zahlen. Dieses Beispiel zeigt die StabilitÀt und ZuverlÀssigkeit
einer ĂŒber eine Woche hinweg ungestört verlaufenden Fibonacci-Stundenzyklik.
Dieser Strecke folgte nach einem RĂŒckschlag, der am 22. MĂ€rz 2010 endete, ein Ă€hnlicher weitergehender Anstieg mit 5
ĂŒbereinander liegenden Hochpunkten, was ebenfalls exakt der Fibonacci-Systematik entsprach. Und ab dem Hoch vom 6. April ergab sich eine Reihe von Hochpunkten an einer bei rund 6300
liegenden waagerecht verlaufenden Trendkanallinie, aus heutiger Sicht ein weiteres wesentlich lÀnger andauerndes und deshalb weitaus wirksameres baissetrÀchtiges Mehrfachhoch. TatsÀchlich
begann nach einem Kursgipfel vom 26. April, den wir im Börsenbrief als ein Fibonacci-Hoch Nr. 8 kennzeichneten, aus diesem Mehrfachhoch heraus tags darauf innerhalb von nur wenigen Stunden ein rund 210 Dax-Punkte umfassender erster
Absturz, der sich fortsetzen dĂŒrfte. Insofern war die ab dem 15. MĂ€rz eingetretene strenge Fibonacci-Systematik ein deutlicher VorlĂ€ufer zum Kursgipfel.
Die folgenden BeitrĂ€ge befassen sich mit den EinflĂŒssen auf die KapitalmĂ€rkte:
Die Zyklik hilft, Kleinanleger abzukassieren, weil sie stets glauben, der Trend wĂŒrde sich fortsetzen.
Die Zyklen an der Börse - damit ist das kurz-, mittel- und langfristige Auf und Ab der Kurse gemeint - entstehen durch das Verhalten der einem Herdentrieb
folgenden Anleger: Dem liegt das uralte Prinzip zu Grunde, Geld in die Börse zu pumpen, damit die Kurse in die Höhe zu treiben und die investierten Mittel nach
gestiegenen Kursen wieder mit Gewinn abzuziehen. Wer zuerst abzieht, gewinnt. GroĂanleger können hierzu riesige BetrĂ€ge einsetzen und mit Hilfe der Medien den
Herdentrieb der Anleger beeinflussen. Die GroĂanleger gewinnen natĂŒrlich zu Lasten der stets hinterher laufenden ĂŒbrigen Anleger.
Das Börsengeschehen wird erfahrungsgemÀà von der GroĂspekulation anlĂ€sslich zyklisch bedingter Hoch- und Tiefpunkte mit dem geringsten Aufwand manipuliert,
was natĂŒrlich die Zyklik und deren KursausschlĂ€ge wesentlich verstĂ€rkt. Zum Beispiel ist es ĂŒblich, zum Zwecke einer AbwĂ€rtsmanipulation anlĂ€sslich eines
zyklisch bedingten Kurshochs des Goldpreises eine Meldung âdie Notenbank in London verkauft 20 Tonnen Goldâ zu veröffentlichen. Interessanterweise beteiligen
sich an dieser bewussten IrrefĂŒhrung der Kleinanleger stets alle maĂgebenden Medien. Und die Kleinanleger fallen auch immer wieder auf solche breit gestreuten
Zwecknachrichten herein, weil sie nicht wissen, dass an der COMEX tÀglich ein Mehrfaches von 20 Tonnen Gold gehandelt wird.
Ohne Manipulation wÀre das Börsengeschehen völlig uninteressant und die
Börsenindizes wĂŒrden sich in etwa so verhalten wie die Zuwachsraten des Bruttosozialproduktes. Die GroĂspekulation hĂ€tte keine Arbeitsgrundlage und es
gĂ€be nicht die den Mittelstand beseitigende Vermögenskonzentration mit Hilfe einer ââWertpapierindustrieâ.
Wer als Anleger am Börsengeschehen gewinnen will, hat deshalb nur eine
Chance, wenn er den Vorhaben der GroĂspekulation folgt. Diese Vorhaben sind zwecks Minimierung des Aufwands auf die Börsenzyklik abgestimmt und bringen deshalb die Zyklik erst voll zur Wirkung. Das ist eine der
wichtigsten Erkenntnisse unseres hier ausfĂŒhrlich beschriebenen Know - how.
Kurzfristigen Tradern hilft unsere Erkenntnis, mit Hilfe der Beobachtung des
Put/Call-VerhĂ€ltnisses der Dax-Optionen das Risiko zu verringern: Da Optionen im Schnitt zu mehr als 85 Prozent wertlos verfallen, ist dieses ĂŒblicherweise
von der Kleinspekulation bestimmte VerhÀltnis ein idealer Kontraindikator. Besonders am Ende von Kursbewegungen erreicht das Put/Call-VerhÀltnis
Extremwerte. Ob GroĂanleger im Spiel sind, die den Kontraindikator ins Gegenteil verkehren, zeigt eine viertelstĂŒndige Beobachtung der Zahlenwerte (siehe Lesermeinungen unter dem 22.03.00 Put/Call-VerhĂ€ltnis der Dax-Optionen. Eine 15-Minuten-Statistik des Put/Call-VerhĂ€ltnisses der Dax-Optionen ist unter
Lesermeinungen, im Beitrag vom 24.04.01, als Link zu finden). Normalerweise beteiligen sich am Markt der Dax - Optionen keine GroĂanleger. Denn er wurde
installiert, um den Kleinanlegern eine Spekulationsmöglichkeit zu bieten - aber auch, um sie abkassieren zu können, weil die Kleinanleger immer wieder auf Desinformationen hereinfallen.
Es gibt
Manipulationen des Dax durch GroĂanleger, von zum Beispiel im Umfang von 300 Dax - Punkten innerhalb von zwei Tagen (siehe unter Lesermeinungen den Beitrag vom 27.12.00 âWolfgang Bogen / Börsenbriefâ), denen auffallende
GroĂpositionen von zum Beispiel insgesamt 30.000 StĂŒck Calls an der Deutschen Terminbörse an einem Tag vorausgehen und die das Put/Call-VerhĂ€ltnis zum
zuverlĂ€ssigen Indikator werden lassen. Dabei kann unter Banken, also auĂerhalb der Terminbörse, ein Vielfaches derartiger Optionen umgehen. Die an die
Terminbörse gebrachten Optionen dienen lediglich dazu, den marktgĂ€ngigen Kurs festzustellen, zu dem das âinterneâ GeschĂ€ft abzuwickeln ist. In unserem Börsenbrief
vom 19. MĂ€rz 2001 beschrieben wir eine derartige Manipulation mit Hilfe von Put-Positionen in der GröĂenordnung von einigen 10.000 StĂŒck, die die
Börsenkapitalisierung der Deutschen Börse vom 13. MĂ€rz 11:00 Uhr bis zum 14. MĂ€rz 14:30 Uhr um 50 Mrd. Euro und den Dax um 340 Punkte hinunterdrĂŒckte
und meinten dazu âdass die Börsenaufsicht solche GroĂmanipulationen hinnimmt, ist bezeichnendâ. Siehe auch unter âLeser-Meinungenâ 07.12.01: GroĂposition.
Ein Hinweis auf das Put/Call-VerhĂ€ltnis am US-Aktienmarkt der CBOE (Chicago Board Options Exchange), ebenfalls ein idealer Kontraindikator (sofern Kleinanleger das Feld beherrschen), ist unserer Seite âLeser-Meinungenâ unter dem 29.01.01 zu entnehmen.
Es ist ĂŒblich, dass kurz vor den Optionsterminen Optionen aus Angst vor Verlusten auf den Markt geworfen werden. In der Hausse sind es meist Calls und in der
Baisse ĂŒberwiegend Puts. Insider, insbesondere die Schreiber der Optionen, nutzen dies und beeinflussen die AktienmĂ€rkte anlĂ€sslich der Optionstermine in ihrem Sinn.
Die so entstehenden Kursbewegungen sind typisch fĂŒr eine gewisse Zyklik.
Die âgroĂenâ Optionstermine, an denen die Futurekurse auslaufen, liegen jeweils rund 13 Wochen auseinander. Die Zahl 13 ist eine Fibonacci-Zahl, so dass
insbesondere beim Dow-Jones-Index des US-Aktienmarktes, eine Fibonacci-Wochen-Systematik zu beobachten ist.
Sehr hilfreich ist es, am US-Aktienmarkt das long/short-VerhĂ€ltnis, zum Beispiel beim S&P-Index, hinsichtlich der Kleinspekulanten und der GroĂanleger zu
verfolgen (siehe dazu unter Leser-Meinungen die beiden EintrĂ€ge vom 2. und 3.11.00 âOpen Interest Summaryâ). Die GroĂanleger liegen, weil sie âden Markt machenâ, fast immer richtig. Dagegen disponieren die Kleinanleger, deren Meinung
sich an Hand der manipulierten Medien ausrichtet, meist falsch. Insbesondere wird der weiter unten beschriebene Zyklus der GroĂspekulation durch eine lĂ€ngerfristige
Beobachtung des long/short-Verhaltens dieser Anlegergruppe im VerhĂ€ltnis zu den falsch liegenden Kleinanlegern deutlich, weil ĂŒblicherweise dem normalen Anleger
jene HintergrĂŒnde des Börsengeschehens verschlossen bleiben.
Ferner muss man wissen, wie das Kettenbriefsystem der Wall-Street- Wertpapierindustrie (so der GroĂspekulant Warren Buffett) funktioniert: GemĂ€Ă
dem seinerzeitigen Chef der amerikanischen Wertpapieraufsicht SEC, Arthur Levitt, lauten nicht einmal ein Prozent aller Aktienempfehlungen, die die Analysten der
groĂen Wall-Street-HĂ€user abgeben, auf âVerkaufenâ (FAZ 14.04.00, S. 25/27). In welchem AusmaĂ an der Wall-Street manipuliert wird, geht auch aus der
FAZ vom 28.09.00, S. 32, hervor: âIn nur 0,6 Prozent von rund 28.000 vorliegenden Analystenberichten wird der Verkauf einer Aktie nahegelegt.â
Ein Trick zur Kursmanipulation besteht zum Beispiel auch darin, dass ein Unternehmen die eigenen Aktien aufkauft. Damit wird die Anzahl der umlaufenden
Aktien verringert und der Gewinn pro Aktie steigt, obwohl der Gewinn in absoluten Zahlen gar nicht zugenommen hat.
Das Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der KleinaktionÀre, Harald Petersen
, meinte wĂ€hrte der FAZ vom 30.03.01, S. 25: âIn Deutschland werde man derzeit in einem Spielkasino stĂ€rker vor kriminellen Machenschaften geschĂŒtzt als an der Börseâ.
Am 30.06.01 schrieb die FAZ auf Seite 25 unter âAuf Knopfdruck die Anleger abgefischtâ ĂŒber Kursmanipulationen. Sie sind unter den Namen âPre-arranged
ordersâ, âWash-Saleâ, âCrossingâ, âMatched ordersâ als Abzockerei der Anleger nach immer demselben Muster bekannt: Durch ScheingeschĂ€fte soll der Eindruck
erweckt werden, mit dem entsprechenden Wertpapier fĂ€nde ein reger Handel statt. Auch âScalpingâ, â Frontrunnigâ oder âPhantom-Ordersâ seien dazu ĂŒblich. Einige
weitere Fachbegriffe zum Kursbetrug sind âPainting the Tapeâ und âAdvancing the bidâ. Der VizeprĂ€sident des Bundesaufsichtsamts fĂŒr den Wertpapierhandel, Georg
Dreyling, sagte dazu, âfĂŒr Kursmanipulationen wurden ungeahnte BetĂ€tigungsmöglichkeiten eröffnetâ. Vor dem Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt
berichtete Dreyling von manchem Basiswert, der wie festgenagelt erschien, je nĂ€her der Verfallstag fĂŒr einen Optionsschein rĂŒckeâ - nur damit die Anleger nicht an ihr
Geld kĂ€men. Nicht erwĂ€hnt wurden in dem FAZ-Artikel die GroĂmanipulationen mit 10.000 und mehr Dax-Optionen. Mit ihrer Hilfe wird, meist in Phasen mit
geringer VolatilitĂ€t beginnend, der Dax innerhalb weniger Tage um etwa 300 Punkte gezielt nach oben oder unten gesteuert, um ein Heer von Anlegern rĂŒcksichtslos
abzukassieren. Diese Markteingriffe beobachten wir mit besonderem Interesse, weil sie dem Leser unseres Börsenbriefs besondere Gewinnmöglichkeiten bieten.
Eine besondere Eigenart unseres Börsenbriefs besteht darin, dass wir unsere Prognosen an Hand unseres Know-how umfassend begrĂŒnden. Deshalb sind unsere Prognosen nachvollziehbar.
Obwohl unser Börsenbrief nur wöchentlich erscheint, ist er auch fĂŒr Daytrader hilfreich, die die kurzfristige Zyklik nach gewisser Einarbeit selbst weiter verfolgen
können. Wir wollen dabei helfen, die Zyklen âabzureitenâ, denn ab dem Beginn eines Zyklus steigen die Kurse, und vom Zyklusgipfel fallen sie ĂŒberwiegend bis zum
Zyklusende. Dies bringt den Vorteil, dass der Daytrader nicht tÀglich engagiert ist, sondern nur auf wenigen Strecken, die von extremen Put/Call - VerhÀltnissen eingeleitet werden..
Ein ca. 70 Jahre langer Zyklus der GroĂspekulation und eigene Erfahrungen des Verfassers
Entscheidendes Börsen-Know-how gewannen wir durch eine Beobachtung der langfristigen Zyklik, die mit dem steilen Kursverfall des US
-Aktienmarktes ab dem Jahr 1929 bis 1932 begann: Der NobelpreistrĂ€ger Prof. Milton Friedman schrieb dazu in âChancen die ich
meineâ (Ullstein 1980), auf den Seiten 95-99, â10.000 Banken verschwanden von der BildflĂ€cheâ, was âeinen monitĂ€ren Zusammenbruch sondergleichenâ nach sich zog.
WĂ€hrend des Zusammenbruchs von 1932 setzte in den USA mit dem âNew Dealâ eine Zeitenwende ein. Unserer Meinung nach war der âNew Dealâ in langfristiger
Hinsicht kontraproduktiv, denn letztendlich dĂŒrfte das Gegenteil des angestrebten Effektes mit der Folge eines weiteren noch tiefgreifenderen Zusammenbruchs
eintreten. Eine der wichtigsten Merkmale des âNew Dealâ war die Anerkennung der Gewerkschaften, um mit ihrer Hilfe die seinerzeitige Deflation zu ĂŒberwinden.
Es entstand aber eine mehr oder weniger moderate Dauerinflation mit einem ĂŒber der Inflationsrate liegenden Zentralbankzinssatz, der langfristig zur exponentiell
ansteigenden Verschuldung des Staates, der kleinen und mittleren Unternehmen und zu explodierenden Vermögen bei den die Verschuldung finanzierenden Geldgebern
fĂŒhrte. DarĂŒber hinaus fĂŒhrte eine ausufernde Gewerkschaftsmacht in den USA und in GroĂbritannien zu schweren Wirtschaftskrisen (die englische Krankheit), die erst
Ronald Reagan und Margret Thatcher durch Beschneidung der Gewerkschaftsrechte beenden konnten, wĂ€hrend in Deutschland das âWirtschaftswunderâ der 60er und 70er Jahre regelrecht abgewĂŒrgt wurde und es
dadurch zu einer das Sozialsystem zerstörenden immer mehr anwachsenden Massenarbeitslosigkeit kam.
Ab etwa dem Jahr 1990 entstand aufgrund der exponentiellen
Geldmengenvermehrung durch den Zinseszinseffekt in den westlichen Industriestaaten ohne entsprechende Steigerung des Bruttosozialproduktes eine
Ăbertreibungsphase der Börsenkurse. Dies wurde begleitet von einer breit angelegten Manipulation der maĂgebenden Medien, und besonders in Deutschland,
von massiven Subventionen rĂŒckstĂ€ndiger Wirtschaftsbereiche, und konfiskatorischen Steuern und Abgaben. Zuletzt kam die Erfindung des Shareholder
-Value hinzu und die EinfĂŒhrung von Aktienoptionen als Bestandteil der ManagergehĂ€lter - alles eindeutig kontraproduktive MaĂnahmen. Auf dem
Höhepunkt der damit ausgelösten irrealen Gewinnerwartungen, mit denen eine steile Kurs- und Kreditexpansion bis zum Höhepunkt der Aktienkurse im Jahr 2000
einherging, startete eine âDeath Spiralâ fallender Kurse. Sie bewirkt eine Konsumstagnation, was weiter fallende Kurse zur Folge hat, an deren Ende
Deflation und Depression sowie eine Weltwirtschaftskrise und eine neue Zeitenwende zu erwarten sind.
Das Prinzip des Shareholder-Value fĂŒhrt gemÀà eines Artikels der FAZ vom 25.06
.01, S. 29, âGestörtes Leistungsklima . . .â dazu, dass sich die Mitarbeiter nicht mehr mit ihrem Betrieb identifizieren, was eine Erosion der inneren
Leistungsbereitschaft bewirkt. Solche Fehlentwicklungen aller Art werden dann nicht mehr finanzierbar und durch eine Ă€uĂerst schmerzhafte Selbstheilungskrise beseitigt.
Das Buch âBankrott 95â (Harry E. Figgie und Gerald J. Swanson, Ullstein 1993) zeigt, wie es kommen kann: Wer in der Hoffnung auf einen auskömmlichen
Lebensabend wĂ€hrend seiner BerufstĂ€tigkeit Aktien sparte, der fĂŒhlt sich um seine Existenzgrundlage betrogen. Das Buch trĂ€gt den Untertitel: âDie Schuldenkatastrophe der USA und
das Ende des >American way of life<â. Welche weiteren Auswirkungen eine solche Zeitenwende haben kann, beschreibt Ramon Bennett in âWenn Tag und Nacht vergehenâ (Chr. Kommunikation und
Verlagsgesellschaft, LĂŒbeck) auf der Seite 116: âWenn die Wirtschaft der Vereinigten Staaten zusammenbrichtâ, und weiter, âwelche Kreise dafĂŒr verantwortlich gemacht werdenâ
. Im Jahr 1992 erschien die israelische Originalausgabe dieses Buches.
Hinter dem Zusammenbruch des US-Aktienmarktes ab dem Jahr 1929 und
der Langzeitkursspitze des Jahres 2000 verbirgt sich unserer Ansicht nach ein rund 70 Jahre langer Zyklus der GroĂspekulation. Sie ist in der Hausse
âlongâ, in der Baisse âshortâ und gewinnt im Grunde immer und zwar um so mehr, je ausgeprĂ€gter die Hausse und die anschlieĂende Depression sind.
Selbst eine Bankenkrise wie Anfang der 30er Jahre lohnt sich in diesem Sinne, denn die betroffenen Banken können in solchen Zeiten einschlieĂlich der ihnen
ĂŒbereigneten Sicherheiten spottbillig aufgekauft werden. So entsteht eine extrem ungleichmĂ€Ăige Vermögensverteilung: Die groĂen Vermögen und der Einfluss ihrer
Besitzer nehmen immer mehr zu, wÀhrend die Verschuldung des Staates, der Unternehmen und der privaten Haushalte unermessliche Höhen erreicht (siehe Leser
-Meinungen: Eintrag unter dem 09.02.01 mit zwei Quellen zum Thema Vermögenskonzentration in Deutschland). Die Zahl der verschuldeten
Privathaushalte wird vom Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen auf 2,8 Millionen geschÀtzt. Und nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich in
Deutschland die Zahl der Haushalte ohne Vermögen gegenĂŒber 1993 mehr als verdoppelt (FAZ 28.06.01, S.16). Andererseits hinterlassen gemÀà der FAZ vom
12.3.01, S. 21, 0,1 % (in Worten: Nullkommaeins Prozent) der Verstorbenen in den USA ein Vermögen im Wert von mehr als 5 Millionen Dollar.
Normalerweise produziert die Marktwirtschaft Wohlstand, von dem alle profitieren. Der Zyklus der GroĂspekulation kehrt diesen Grundsatz zunĂ€chst unbemerkt ins Gegenteil um, höhlt die Marktwirtschaft aus,
zerstört den Mittelstand und fĂŒhrt am Ende des Abschwungs mit der Vernichtung vieler Vermögen zur Depression und zur Massenarbeitslosigkeit.
Was bei uns die Vermögenskonzentration im Laufe der Jahrzehnte bewirkte, wird an Hand des Anstiegs der Arbeitslosigkeit und deren Folgen deutlich: Der nach dem
Kriege im Rahmen der âWirtschaftswunderjahreâ aufstrebende Mittelstand verringerte die Arbeitslosigkeit im damaligen Westdeutschland bis zum Jahr 1968
auf 134.000. Damals herrschten im Geiste von Ludwig Erhard Ă€uĂerst wirtschaftsfreundliche Bedingungen. Dazu gehörten zum Beispiel sich zurĂŒckhaltende Gewerkschaften und eine Umsatzsteuer von lediglich 3 Prozent.
Vom unternehmerischen Gewinn blieb nach Steuern und Abgaben so viel ĂŒbrig, dass damit der erforderliche Anstieg des Eigenkapitals der schnell wachsenden mittelstĂ€ndischen Unternehmen finanziert werden konnte.
Aufgrund der etwa ab 1968 entstandenen Vermögenskonzentration gewannen VerbĂ€nde aller Art, die GroĂindustrie und die Gewerkschaften immer mehr Einfluss
auf die Politik, wÀhrend der Mittelstand und die Kleinunternehmer verloren. Und die Gewerkschaften durften mit Hilfe dieser Politik ihre Forderungen im öffentlichen
Dienst und in der GroĂindustrie durchsetzen, ohne RĂŒcksicht auf die LeistungsfĂ€higkeit kleinerer Betriebe. Im gleichen MaĂe kletterte die
Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2000 auf rund vier Millionen (EmpfĂ€nger von Arbeitslosenhilfe) zuzĂŒglich weiterer etwa zwei Millionen Arbeitssuchender. HĂ€tten
wir ferner nicht 2,8 Millionen FrĂŒhrentner, wĂŒrde die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen. Addiert man diese drei Positionen, zeigt sich, dass in Deutschland rund 8,8 Millionen ArbeitsplĂ€tze fehlen.
Aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren und wegen eigener Kinder in eine finanzielle Benachteiligung zu geraten, sank ab dem Jahr 1968 die Geburtenrate
drastisch. Der Wegfall der ArbeitsplÀtze bei sinkender Geburtenrate zog eine Reihe neuer Problemfelder nach sich, wodurch eine ruinöse und damit das
Wirtschaftswachtum erdrosselnde Kosten-, Steuer- und Abgabenbelastung entstanden ist. Die Höhe dieser konfiskatorischen Belastung verdeutlicht das
Beispiel eines Handwerkers, der sechs Stunden arbeiten muss, um als Kunde eine Handwerkerstunde bezahlen zu können.
Vom Bund der Steuerzahler wurde mitgeteilt, dass die BĂŒrger von einer verdienten
DM nur noch 45 Pfennig erhalten. Von den Abgaben in Höhe von 55,2 Prozent entfallen 32,4 Prozent auf die Steuerlastquote und 22,8 Prozent auf die
Soziallastquote. Und im Jahr 1960 habe die Belastung der BĂŒrger mit Steuern und Abgaben noch 41,5 Prozent betragen.
Ein anderes Beispiel zeigt, wie es einem GrĂŒndungsunternehmer geht, der mit der
ĂŒblichen zulĂ€ssigen VerspĂ€tung dem Finanzamt eine Bilanz mit 100.000 Euro Gewinn einreicht: Er muss nicht nur rund 70.000 Euro einkommensabhĂ€ngige
Steuern nachzahlen, sondern fĂŒr das laufende Jahr weitere 70.000 Euro vorauszahlen. Nur weil er den âFehlerâ machte, einen Gewinn von Euro 100.000
auszuweisen, sind 140.000 Euro fĂ€llig. Diese Mittel sind aber in den AuĂenstĂ€nden, im Lager und im Anlagevermögen versickert. Oft bedeutet das schon die Pleite fĂŒr den Unternehmer.
. . . und eigene Erfahrungen des Verfassers (rot 5.3.2010)
Der Verfasser schreibt dies aus eigener Erfahrung: Er baute aus allerkleinsten AnfÀngen heraus ab dem Jahr 1952 in den Wirtschaftswunderjahren mit
einem Dutzend eigener Patente ein mittelstĂ€ndisches Unternehmen auf, das sich mit der Produktion von Magnetköpfen fĂŒr die magnetische Aufzeichnungstechnik befasste. Sie waren unter dem Begriff âhochwertige
BOGEN-Magnetköpfeâ, z. B. in âUHER-TonbandgerĂ€tenâ , âEUMIG-Schmalfilmprojektorenâ und in der Tonfilmtechnik bekannt.
Einen umfassenden Einblick in das frĂŒhere Unternehmen des Verfassers
zum Zeitpunkt der 60iger Jahre gibt diese Internetadresse: http://www.magnetbandmuseum.info/die-firma-bogen-1968.html
Angesichts der hohen Abgaben- und Steuerbelastung wÀre heutzutage ein solcher Unternehmenserfolg ausgeschlossen: Denn bei den im
Hochtechnologiesektor gebĂŒndelten Risiken vieler Produktneuentwicklungen, der MarkteinfĂŒhrung neuer Produkte und den bei derartigen Zulieferprodukten besonders ausgeprĂ€gten konjunkturbedingten
Schwankungen der Auftragslage, wÀren heutzutage nicht mehr, wie damals geschehen, 20 - 25 % des Umsatzes in die Entwicklung neuer Produkte investierbar.
Der freigestellte Betriebsratsvorsitzende war ĂŒbrigens der Meinung, wer sich unternehmerisch betĂ€tige, sei zwangslĂ€ufig ein SozialschĂ€dling. Allein diese
destruktive Auffassung belegt, in welchem Sinne die Gewerkschaften ihre Leute schulte, um erfolgreiche Unternehmen mit Hilfe der Zersetzung des Betriebsfriedens zu ruinieren. Das deutsche Wirtschaftswunder musste
offensichtlich beendet werden. Als weitere MaĂnahme zur Erreichung dieses Ziels wurde eine Erhöhung der Arbeitskosten, weit ĂŒber das internationale Niveau hinaus, betrieben. Seitdem ging es in Deutschland mit der
Zuwachsrate des Bruttosozialproduktes, die damals durchschnittlich rund 8 % betrug, kontinuierlich hinunter. Im Jahr 2004 dĂŒrfte es nur noch bei rund 1 % liegen.
Unter solchen Bedingungen einer mittelstandsfeindlichen Politik, die im Rahmen der
Globalisierung ab 1968 nach und nach durchgesetzt wurde, ist es unmöglich, aus versteuerten Gewinnen das Eigenkapital dem Unternehmenswachstum anzupassen,
wĂ€hrend Fremdkapital oft ruinös wirkt - einer der HauptgrĂŒnde dafĂŒr, dass viele neu gegrĂŒndete Unternehmen zwangslĂ€ufig scheitern und die Massenarbeitslosigkeit derart hoch ist.
Diese Beispiele gehören zum Thema âZyklus der GroĂspekulationâ, weil die von ihr bewirkte Vermögenskonzentration in allen Einflussbereichen dieser Vermögen zu
Machtzusammenballungen und zu marktwidrigen Machtkartellen fĂŒhrte. Die Unternehmen und VerbĂ€nde schlossen sich, um ĂŒberleben zu können, zu immer
gröĂeren Einheiten zusammen und auch die Gewerkschaften folgten diesem Trend. Der Mittelstand, der mehr ArbeitsplĂ€tze als die GroĂunternehmen bereitstellt, bleibt
dabei auf der Strecke. Folglich nimmt die Arbeitslosigkeit stetig zu.
Allgemein wird die Ansicht verbreitet, Krisen wĂŒrden die ungleiche
Vermögensverteilung bereinigen. Dies ist eine Desinformation, denn die GroĂspekulation erwirbt gerade in der Krise fast wertlos gewordene Vermögen,
die in der nĂ€chsten Hausse wertvoll werden. Aus dieser Sicht sind Krisen der GroĂspekulation Ă€uĂerst willkommen, denn sie lassen sich in lĂ€ngerfristiger Hinsicht
zur weiteren Vermögenskonzentration nutzen. (siehe Leser-Meinungen: Eintrag unter dem 17.01.01 âEin Blick hinter die Kulissenâ). Die Vermögenskonzentration wird nur dann aufgehoben, wenn die bevorstehende Krise auch zu einer Zeitenwende fĂŒhrt.
Dieser Zyklus der GroĂspekulation, vom Hoch des inflationsbereinigten Dow des Jahres 1929 (siehe: Dow-Chart mit eingerechneter Inflation) bis zum Hoch im Jahr 2000, teilte sich in zwei ca. 35 Jahre lange Zyklen von Hoch zu Hoch auf, bei denen
es jeweils ca. 17,5 Jahre abwĂ€rts und anschlieĂend etwa ebenso lang aufwĂ€rts ging. Der durch den Abschwung des Dow nach dem Hoch von 1929 entstandene
Aktienkursverlust war inflationsbereinigt jedoch erst nach 62 Jahren aufgeholt. Demnach besteht eine groĂe Wahrscheinlichkeit, dass der Dow
und der Dax ab dem Langzeitkursgipfel im Jahr 2000 inflationsbereinigt etwa bis zum Jahr 2017 fallen.
Auf unserer Seite âLeser-Meinungenâ ist unter dem 09.07.01 eine Grafik âDollar Trading Volume vs. GDPâ zu finden, die den 70 Jahre langen Zyklus der GroĂspekulation aus anderer Sicht exakt bestĂ€tigt. Dort schreiben wir in einer
Anmerkung: âGemÀà der Grafik betragen in ânormalen Zeitenâ die AktienumsĂ€tze 10 bis 20 % des Bruttosozialproduktes. Im Jahr 1929 waren es ca. 140 %, und im
Jahr 2000 stieg die Aktienmanie sogar auf etwa 320 Prozent des Bruttosozialproduktes. An Hand der Grafik lÀsst sich eine Prognose ableiten: Im
Jahr 2000 ĂŒbertrafen die auf das Bruttosozialprodukt bezogenen BörsenumsĂ€tze die des Jahres 1929 um mehr als das Doppelte. Da sich somit im Jahr 2000 eine mehr als doppelt so hohe spekulative
Ăberhitzung ergab, ist mit einem Zusammenbruch zu rechnen, der weitaus einschneidender ausfĂ€llt als der ab dem Jahr 1929.â
In langfristiger Hinsicht ist ein gemeinsamer Beitrag âDAX - Ein 34 Jahreszyklusâ von Lesern unseres Börsenbriefes hochinteressant,
zu dem wir auf unserer Seite âLeser-Meinungenâ unter dem 20.08.01 Stellung nehmen und der von dort aus aufrufbar ist. Wir schrieben dazu: Dem ist
hinzuzufĂŒgen, dass ab dem Tief des Dow-Jones-Index im Jahr 1932 bis zum Kursgipfel im Jahr 2000 zwei mal 34 Jahre vergingen. Derartige Zyklen vom Tief
zum Hoch, die im Gegensatz zur ĂŒblichen Tief-zu-Tief-Zyklik stehen, sind wie folgt erklĂ€rbar: Bei einer Ăberlagerung von Wellen kommt es zu Interferenzen, die zu
Additionen bzw. Auslöschungen fĂŒhren. Demnach war das Tief von 1932 auf eine Auslöschung zurĂŒckzufĂŒhren, und das Hoch des Jahres 2000 ist durch eine Addition verschiedener Wellen entstanden.
So gesehen ist erst 34 Jahre nach dem Kursgipfel des Jahres 2000 der nÀchste Kursgipfel zu erwarten.
erweitert am 20.05.06 und am 22.10.06 (rot) Die Zyklik des âamerican way of lifeâ
- ein kontraproduktives und deshalb immer wieder in den Abgrund fĂŒhrendes Wirtschaftssystem
Die Jahre des mit Eigenkapital finanzieren Wirtschaftswunders in Deutschland in den
50er und 60er Jahren und die Ăbertreibungsphase der AktienmĂ€rkte bis zum Jahr 2000 zeigen einen grundlegenden Unterschied: In den von der âSozialen
Marktwirtschaftâ Erhards geprĂ€gten Wirtschaftswunderjahren entwickelten sich mittelstĂ€ndische Unternehmen steil nach oben, weil die Freude an der Leistung im
Vordergrund stand und nicht das von Gier und Machtmissbrauch getriebene Ziel, aus Geld mehr Geld zu machen, wie bei der Spekulation an der Börse.
Zufriedenstellende Löhne, GehĂ€lter und Gewinne stellten sich dabei wie von selbst ein, zumal Steuern und Abgaben gering waren und die Gewerkschaften sich zurĂŒckhaltend verhielten. Dem deutschen Wirtschaftswunder lagen die aus der
Zeit der PreuĂen ĂŒberlieferten Prinzipien des âehrbaren Kaufmannsâ und der âuneigennĂŒtzigen deutschen Wertarbeitâ zugrunde, die besonders noch
im âSchwabenlĂ€ndleâ anzutreffen sind. Sie ergeben sich aus den deutschen Tugenden: Ehrlichkeit und VerlĂ€sslichkeit. Ein typischer Vertreter dieser
âdeutschen Wertarbeitâ war Wernher von Braun, den sich die Amerikaner holen mussten, um ihr Vorhaben der Mondlandung verwirklichen zu können
(aber in den ersten Berichten darĂŒber zeigten die US - Medien bedenkenlos gefĂ€lschte Bilder). Nur diesen deutschen Tugenden ist zu verdanken, dass
Deutschland mit der hohen QualitÀt und ZuverlÀssigkeit seiner Produkte Exportweltmeister werden konnte. Im Rahmen der Globalisierung gelang es jedoch, die Zuwachsraten des deutschen Bruttosozialproduktes derart zu
verringern, das Deutschland in Europa in dieser Hinsicht mittlerweile das Schlusslicht bildet.
Bis in die heutige Zeit verfolgt mit Hilfe des Grundsatzes des âehrbaren Kaufmannsâ die Automobilfirma Porsche das Ziel, Sportwagen fĂŒr besonders anspruchsvolle
Kunden zu bauen. Von der Börse gewĂŒnschte Vierteljahresberichte lehnt sie mit der BegrĂŒndung ab, dadurch wĂŒrden kurzfristiges Denken und geschönte
Gewinnausweise gefördert. Und ihren leitenden Angestellten ist es untersagt, mit Porsche-Aktien zu spekulieren.
Im Gegensatz hierzu steht das die Unerfahrenheit anderer rĂŒcksichtslos
ausnutzende Profitstreben des âamerican way of lifeâ. Hier verfĂ€llt sichtlich die dem frĂŒheren Prinzip des ehrbaren Kaufmanns zugrunde liegende
GeschĂ€ftsmoral und der Konsument unterliegt stĂ€ndig einer Flut von unerbetener marktschreierischer Werbung, einem âKonsumterrorâ, mit dem er âausgenommenâ wird. Das alles dient lediglich dazu, um die mit
Hilfe von Marktmacht billig eingekaufte Ware möglichst teuer dem Konsumenten zu verkaufen. Insbesondere der Kleinanleger an der Börse wird trickreich, heimtĂŒckisch und hinterlistig nach allen Regeln der Kunst
ĂŒbervorteilt. Den Kern dieser US-Leitkultur beschreibt âDer Spiegelâ im Heft 6/2003 auf der Seite 115: âNimm dir das GlĂŒck, auch wenn es das UnglĂŒck des anderen istâ. Das Gegenteil dieser kontraproduktiven Leitkultur ist die christliche Auffassung: âTue deinem NĂ€chsten nichts an, was du fĂŒr dich selbst nicht willstâ. Das ist die im Rahmen der Globalisierung bei uns weitgehend verloren gegangene Leitkultur und GeschĂ€ftsmoral des ehrbaren Kaufmanns, die Deutschland zum
Exportweltmeister machte. Mit deren Umkehr in Richtung der US-Leitkultur begann eine AusplĂŒnderung Deutschlands, mit der Folge, dass zum Beispiel im Gegensatz zur Schweiz die prozentuale Arbeitslosigkeit
dreimal so hoch ist. Wie die GeschĂ€ftsmoral verfiel, zeigt die Tatsache, âdass Hunderttausende kleiner und mittlerer Verdiener als vermeidliches
Steuersparmodell sich haben Schrottimmobilien andrehen lassenâ (FAZ 17.05.06, S. 13). Deutschland wurde zum Zahlmeister Europas und nur in Deutschland sind die Strom-, Erdgas- und Medikamentenpreise am
höchsten. Ăbrigens verloren die Kleinanleger am Aktienkursabsturz des Dax ab dem Jahr 2000 runde 700 Milliarden Euro. NatĂŒrlich wurde verschwiegen, dass diese Mittel lediglich ihren Besitzer wechselten und
dass ein Heer von Anlageberatern rechtzeitig vor dem Absturz die Aktien dem deutschen Mittelstand ins Auge drĂŒcken musste.
In diesem von jeglichen Skrupeln freien Wirtschaftssystem des âamerican way of lifeâ steht nicht mehr die Freude an der produktiven Leistung im Vordergrund,
sondern der billige Einkauf und der teure Verkauf - mit Hilfe einer auf Einfluss, Korruption und Erpressung aufgebauten Banken-, Markt- und Medienmacht. Dies
alles ist aktien- bzw. kreditfinanziert, um das GeschÀftsrisiko an die von den ZahlungsausfÀllen betroffenen GlÀubiger bzw. an die dummen Kleinanleger
abzuwÀlzen. Dazu dienen vor allem Kartelle aller Art und ein Lobby-System, das im Falle ENRON Bestechungsgelder an 70 % der Abgeordneten und sogar an den
PrÀsidenten der USA möglich machte. Diese angeblich freie Wirtschaftsordnung zerstört den freien Wettbewerb und vor allem die ProduktivitÀt: Angeschlagene
Unternehmen werden ĂŒber die Börse billig aufgekauft, zurechtfrisiert, mit riesigen Schuldenbergen belastet, teuer verkauft und dann geschlossen. Das Schuldenrisiko
wird zuvor an Kleinanleger als angeblich lohnende Kapitalanlage abgegeben. Und die Notenbanken sorgen fĂŒr eine stĂ€ndige inflationĂ€re Geldentwertung, um das
Sparen zu verleiden und unternimmt nichts gegen die exponentiell steigende Billionenverschuldung des Staates und der mit Zinsen und Zinseszinsen gnadenlos abkassierten Marktteilnehmer.
Das Ergebnis ist eine heruntergekommene Produktion von WirtschaftsgĂŒtern, ein sich daraus ergebendes Leistungsbilanzdefizit von zwei Milliarden Dollar pro Tag, weil die nicht mehr produzierbaren GĂŒter im
Ausland eingekauft werden mĂŒssen und eine gigantische Vermögenskonzentration bei den dies alles finanzierenden Bankiers.
Unter âEin ca. 70 Jahre langer Zyklus der GroĂspekulationâ
ist nachzulesen, wie die Börsen der Welt manipuliert werden, um in der Hausse und in der Baisse
stets zu gewinnen, um damit Abermilliarden Dollar aus allen LÀndern, die ein namhaftes Börsengeschehen aufweisen, abzuziehen zu können und um den ehemals vermögenden Mittelstand zu ruinieren.
Der âamerican way of lifeâ ist ein kontraproduktives Wirtschaftssystem, in dem das Ziel vorherrscht, Geld mit Geld zu verdienen. WĂ€hrend sich die Masse der
Bevölkerung mehr und mehr verschuldet und der zuvor wohlhabende Mittelstand verschwindet, wird eine kleine Minderheit zu MilliardĂ€ren. Dieses System fĂŒhrte
ferner dazu, dass es kaum noch eine Freude an der Arbeitsleistung gibt. Das ist das Gegenteil der âuneigennĂŒtzigen Leistungâ, die das Wirtschaftswunder in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg kennzeichnete.
Dazu gehörten selbstverstĂ€ndlich faire Unternehmensgewinne, und das Ergebnis war ein Wohlstand fĂŒr alle.
Im heutigen âamerican way of lifeâ besitzt dagegen der BerufstĂ€tige durchschnittlich
10 Kreditkarten und erledigt nur noch seinen âJobâ. Von seinem Einkommen muss er den gröĂten Teil fĂŒr Zinsen ausgeben, die aber exponentiell immer mehr ansteigen
. Daher stĂŒrzt dieses Wirtschaftssystem von Zeit zu Zeit mit zyklischer RegelmĂ€Ăigkeit fast alle ins UnglĂŒck. Das System schaukelt sich offensichtlich auf:
Denn der Absturz des Dow - Jones - Index von einem im Jahr 2005 zu erwartenden Aktienmarkt - Nebenhoch (gegenĂŒber dem Kursgipfel des Jahres
2000) dĂŒrfte den ab dem Jahr 1929 eingetretenen Niedergang weit ĂŒbertreffen, so weit, dass der âamerican way of lifeâ selbst zu Grunde geht.
Der Greifswalder Strafrechtsprofessor Dr. Wolfgang Joecks sagte gemÀà der FAZ vom 09.08.02, S. 15: âDie Grenze zwischen GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit und Betrug ist flieĂendâ.
Wie sich zeigt, fördert der âamerican way of lifeâ die betrĂŒgerische GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit. Die NZZ vom 10.06.03, S.12, schreibt dazu:
âDie SelbstbedienungsmentalitĂ€t in den Chefetagen ist ungebrochenâ und fĂŒgt hinzu: âDer Multiplikator zwischen dem Durchschnittslohn der Arbeitnehmer und
den Einkommen der Manager ist in den letzten 30 Jahren von rund 40 auf fast 420 gestiegenâ. Zweifelhafte Bilanzpraktiken sind offensichtlich in den USA
kein Betrug, wie die FĂŒlle der geschönten bzw. verfĂ€lschten GeschĂ€ftsberichte, Statistiken, ProduktivitĂ€ts-, Wachstums- und Inflationsraten, sowie der daraus
resultierenden GroĂpleiten und Aktienmarktmanipulationen belegen.
Dieses Wirtschaftssystem wurde in abgeschwÀchter Form im Wege einer
vorgezogenen Globalisierung auch bei uns etwa ab 1968 nach und nach unter anziehenden Steuern und Abgaben eingefĂŒhrt. Dazu schrieb die FAZ vom 06.03
.03, S.1: âEinfache Arbeit wurde von den Preiskommissaren in ihren Tarifverhandlungen derart verteuert, dass sie nicht mehr bezahlbar istâ.
Folglich stieg unsere Arbeitslosigkeit von 134.000 im Jahr 1968 auf mittlerweile rund fĂŒnf Millionen an. Damit wurde Deutschland in den letzten Jahren zum Schlusslicht der Wachstumsraten in Europa.
Man hat den Eindruck, dass der Morgenthauplan, der vorsah, Deutschland nach dem Krieg zu entindustrialisieren, lediglich wÀhrend der deutschen Wirtschaftswunderjahre ruhte. In dieser Zeit wurden wir wegen der
Bedrohung der USA aus der Sowjetunion gebraucht. AuĂerdem sollte die in Westdeutschland eingefĂŒhrte soziale Marktwirtschaft Erhards wĂ€hrend des âkalten Kriegesâ ihre haushohe Ăberlegenheit gegenĂŒber dem
Kommunismus der seinerzeitigen DDR dokumentieren. Kaum war jedoch der âkalte Kriegâ zu Ende, hieĂ das Ziel: âEuropa zu einer drittrangigen Staatengemeinschaft und abhĂ€ngig vom Wohlergehen der Vereinigten
Staaten zu machenâ (Leserbrief FAZ 17.03.04, S.10). Und Newt Gingrich, der ehemalige Sprecher des US - ReprĂ€sentantenhauses, sagte, wie die
FAZ vom 03.06.05 auf Seite 6 aktuell berichtete âdie USA sollten jetzt nicht weiter versuchen, die EuropĂ€er zu schwĂ€chen oder arm zu haltenâ.
Das aus den USA importierte unseriöse Profitstreben löste in Deutschland einen Jahrhundert-Börsenkursanstieg aus. Hierzu wurden beispielsweise mit einer
gesteuerten Medienkampagne und einem riesigen Werbeaufwand den unerfahrenen Kleinanlegern so genannte mĂŒndelsichere Volksaktien der Deutschen Telekom
aufgeschwatzt, Das sind Papiere, auf denen sich allgemein sorglos eine Altersversicherung aufbauen lÀsst. Dabei wurde die Deutsche Telekom mit einem
Schuldenberg von sage und schreibe 66 Milliarden Euro an die Börse gebracht. Schon der erste Kurs war aufgrund einer geschönten Bewertung der Immobilien und Gewinnerwartungen weit ĂŒberhöht.
AnschlieĂend trieb man den Aktienkurs mit Hilfe einer umfangreichen âKurspflegeâ und des Shareholder-Value bis zum 3. MĂ€rz 2000 bis auf 104,9 Euro in eine schwindelnde Höhe.
Bei den Mitarbeitern fĂŒhrte dies zu einem gestörten Leistungsklima. Sie identifizierten sich nicht mehr mit ihrem Betrieb, was eine Erosion der inneren Leistungsbereitschaft bewirkte. Obwohl die Deutsche Telekom
die höchsten TelefongebĂŒhren berechnet, wurden den AktienkĂ€ufern wĂ€hrend des daraufhin folgenden Abschwungs der Aktienkurse Verluste von mehreren 100
Milliarden Euro beschert. Bis zum 26. Juni 2002 fiel der Kurs um 92 Prozent bis auf 8,14 Euro - und der Vorstand erhöhte seine BezĂŒge um 90 Prozent, obwohl
immer noch Schulden in Höhe von 67 Milliarden Euro bestanden. Bezeichnend fĂŒr diese Art der Globalisierung und des damit bei uns im Rahmen des âamerican way
of lifeâ eingefĂŒhrten âShareholder - Kapitalismusâ ist auch, dass der Goldmann-Sachs-Chef Henry M. Paulson jr. gemÀà der âWelt am Sonntagâ vom 14.07.02, S
. 1, davor warnte, den bis dahin tĂ€tigen Vorstandschef der Telekom, Ron Sommer, abzulösen. FĂŒr seine âLeistungâ erhielt Ron Sommer zum Abschied noch
eine Ablösesumme in Höhe von 12 Millionen Euro, obwohl er selbst kĂŒndigte. Das ist ein bitteres Beispiel, wie unerfahrene Anleger auch bei uns durch die âauĂer
Rand und Band geratene Gewinnmaximierungs-Gier von Corporate Americaâ (Handelsblatt 12.07.02) ausgeplĂŒndert wurden. Millionen Anleger, die der Telekom
-Werbeaktion fĂŒr diese âmĂŒndelsichere Volksaktieâ vertrauten, verloren ihre Altersversorgung. Auch auf Versicherungsgesellschaften, die im groĂen Stil
Telekomaktien in der NĂ€he ihres Kursgipfels kauften, kamen Ă€hnliche Probleme zu. Sie treffen zum Schluss diejenigen, die aus GrĂŒnden der Altersversorgung ein Leben
lang in eine Lebensversicherung eingezahlt haben. Ăbrigens half die Deutsche Telekom auch tĂŒchtig bei der Globalisierung, indem sie die Begriffe CitiCall,
CleverCall, GermanCall und GlobalCall einfĂŒhrte, was aber 1999 nach massiven Protesten wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden musste.
Dieses System des rĂŒcksichtslosen unseriösen Profitstrebens, mit Hilfe des Prinzips aus Geld mehr Geld zu machen, lĂ€sst die Freude an der eigenen produktiven
Leistung verkommen, weil sie nicht mehr marktgerecht honoriert wird. Die daraus erwachsende Systematik schaukelt sich von Zeit zu Zeit zu einer Aktien- und
Immobilienblase, wie in den Aktienkurseuphorien der Jahre 1929 und 2000 auf und fĂŒhrt anschlieĂend zu einem kontrollierten Zusammenbruch.
Falls jedoch der bevorstehende Niedergang unkontrollierbar werden sollte, wofĂŒr einiges spricht, geht der Verfall mit einer Pleitenwelle unvorstellbaren AusmaĂes bis zum Verschwinden des âamerican way of
lifeâ weiter.
Um nicht missverstanden zu werden, auch im Mutterland des âamerican way of lifeâ findet das Profitstreben mit unlauteren Methoden wenig Zustimmung: In
Unternehmen, die ihre Mitarbeiter marktgerecht nach Leistung entlohnen, identifizieren sich die Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen und lehnen jeglichen
Gewerkschaftseinfluss ab. Deshalb sind solche Unternehmen auĂergewöhnlich erfolgreich, insbesondere wenn sie auch von ihren Kunden als seriös eingeschĂ€tzt
werden und sie sich nicht von Fremdkapital abhĂ€ngig machen. Beispielsweise haben gemÀà der FAZ vom 14.07.04, S. 14, die GrĂŒnder der Internet - Suchmaschine
Google das Unternehmensmotto âDonât be evelâ (âTue nichts Bösesâ) ausgerufen. Und: âAuch die Investmentbanken hat Google schon in die Schranken gewiesenâ:
Denn Goggle hat den Weg einer Internetauktion gewĂ€hlt, um an die Börse zu gehen und damit das ĂŒbliche Bookbuilding-Verfahren der Banken, das den Banken 7 % des Emissionserlöses bringt, umgangen.
Wie sich in den USA die VerhĂ€ltnisse wandeln, ist einem Leitartikel der FAZ vom 23.07.02, S.1, zu entnehmen: âBilanzskandale prominenter Unternehmen um
kĂŒnstlich aufgeblĂ€hte Gewinne und vertuschte Verluste haben das Vertrauen der AktionĂ€re in die Redlichkeit der UnternehmensfĂŒhrer untergraben. . .
Notenbankgouverneur Greenspan formulierte, die âansteckende Gierâ einiger Manager hĂ€tte das Vertrauen erschĂŒttert.â Dem ist hinzuzufĂŒgen, dass dies eines der
typisch kontraproduktiven Merkmale des âamerican way of lifeâ ist und dass dieses System hieran scheitern dĂŒrfte.
Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy schreibt dazu in der FAZ vom 02.10.02
auf Seite 41 in einen lesenswerten Beitrag âWie man einen Krieg verkauft. Unsere Wut ist grenzenlos: Ăber den Antiamerikanismus als Ideologieâ
unter anderem: âAmerika, nach PrĂ€sident Bushs Worten die âfriedfertigste Nation der Weltâ, hat in jedem der letzten fĂŒnfzig Jahre gegen irgendein Land Krieg gefĂŒhrt
.â Und weiter: âTom Friedman schreibt in seinem Buch âThe Lexus and the Olive Treeâ: Die verborgene Hand des Marktes wird ohne verborgene Faust nicht
funktionieren. Ohne McDonnell Douglas kann McDonaldâs nicht erfolgreich sein. Die verborgene Faust, die dafĂŒr sorgt, dass die High-Tech-Unternehmen von Silicon Valley ĂŒberall auf der Welt unbehindert florieren
können, heiĂt US-Army, Air Force und Marine Corps.â Der halbseitige FAZ - Beitrag von Arundhati Roy endet mit folgenden SĂ€tzen: âIrgendwann wird dieses
mĂ€chtige Imperium, wie andere vor ihm, sich ĂŒbernehmen und implodieren. Schon sind die ersten Risse zu erkennen. Der Krieg gegen den Terror wirft seine Netze
immer weiter aus, und das Herz der amerikanischen Konzerne blutet. Eine Welt, die regiert wird von einer Handvoll gieriger Banker und Unternehmenschefs, die niemand gewÀhlt hat, kann unmöglich bestand haben.
Der sowjetische Kommunismus ist nicht gescheitert, weil er grundsÀtzlich böse war, sondern weil er einen Fehler hatte. Zu wenige Leute
konnten zuviel Macht an sich reiĂen. Der amerikanische Kapitalismus des einundzwanzigsten Jahrhunderts wird aus dem gleichen Grund scheitern.â (Der vollstĂ€ndige Text des FAZ-Beitrags ist abrufbar unter:
http://f17.parsimony.net/forum30434/messages/146264.htm )
Der âQ-Faktorâ nach Tobin bestĂ€tigt einen ca. 70 Jahre langen Zyklus
Die WELT am SONNTAG vom 11.11.01, S. 78, schrieb unter âSind US-Aktien zu teuer?â ĂŒber das historische Kurs/Gewinn-VerhĂ€ltnis und Tobins Q: âDiese
GröĂe wurde nach James Tobin benannt, der 1981 den Nobelpreis fĂŒr Wirtschaftswissenschaften erhielt und in den letzten Monaten durch dem Vorschlag
der so genannten Tobin-Steuer auf Devisenspekulationen bekannt wurde.â Q bezeichnet das VerhĂ€ltnis zwischen dem Börsenwert eines Unternehmens und dem
Wiederbeschaffungswert des Anlagevermögens. Besonders aufschlussreich ist die auf den US-Aktienmarkt bezogene Grafik des Wertes Q der Jahre 1920 bis 2001, die wir diesem Artikel entnahmen (Quelle: http://www.smithers.co.uk/keydata.shtml ), mit einer von uns nachtrÀglich eingezeichneten Langfristzyklik:

Der Skalenwert 0 bezeichnet den Normalzustand, wenn der
Wiederbeschaffungswert des Anlagevermögens dem Börsenwert entspricht. In den groĂen Baissejahren 1920, 1949 und 1982 halbierte sich in etwa der Wert Q
gegenĂŒber dem Normalzustand des Wiederbeschaffungswertes des Anlagevermögens, wĂ€hrend in Zeiten der Aktieneuphorien wie in 1899, 1929,
1966 und 2000 der Börsenkurs das Anlagevermögen weit ĂŒbertraf (bei 1,0 liegt der Börsenwert 100 % darĂŒber). Demnach lief der âQ-Faktorâ wĂ€hrend der drei
dargestellten AbstĂŒrze 21 Jahre, 20 und 16 Jahre lang hinunter. Die drei Erholungsphasen dauerten 9 Jahre, 16 und 19 Jahre. So gesehen kann der Absturz
nach dem Kursgipfel in 2001, wenn man berĂŒcksichtigt, dass die AbstĂŒrze immer schneller werden, etwa 17 Jahre andauern.
Ein Vergleich der Tief- und Hochpunkte der Grafik kommt zu dem Ergebnis, dass
alle Tiefpunkte nahezu auf dem gleichem Niveau von 0,5 lagen. Im Gegensatz dazu folgt einem Ăbertreibungshoch immer ein gemĂ€Ăigtes Hoch und umgekehrt. Die hier
dargestellten Ăbertreibungshochs der Jahre 1929 und 2001 lagen 72 Jahre auseinander, wĂ€hrend die Tiefpunkte von 1920 und 1982 einen Abstand von 62
Jahren aufwiesen. Im Schnitt sind das 67 Jahre. Auch diese Betrachtung bestĂ€tigt den âca. 70 Jahre langen Zyklus der GroĂspekulationâ.
Aktuelle Brennpunkte des 70-Jahres-Zyklus als fundamentale HintergrĂŒnde unseres Börsenbriefes
Absturzphasen an den AktienmÀrkten und deren Ursachen beginnen meist unvermutet. Nachfolgend werden einige mögliche Auslöser beschrieben, die sich im
AbwĂ€rtsstrudel der Börsen gegenseitig verstĂ€rken dĂŒrften.
Derartige fundamentale Betrachtungen sind fĂŒr die Prognose der AktienmĂ€rkte unerlĂ€sslich. Deshalb gehen wir solchen Entwicklungen und
ZusammenhÀngen mit besonderem Interesse nach. In unserem Börsenbrief stehen die Zyklik des Dow-Jones-Index, des Goldkurses, des Dax und die darauf basierenden Prognosen im Vordergrund. Die fundamentalen
HintergrĂŒnde erwĂ€hnen wir im Börsenbrief aus PlatzgrĂŒnden nur sehr kurz, obwohl sie unsere Prognosen erheblich unterstĂŒtzen. Hier auf dieser Internetseite haben wir den Raum zur ausfĂŒhrlichen Darstellung der
fundamentalen Situation:
Deutschland: AnlÀsslich der Tarifrunde in der deutschen Metallindustrie im Mai 2002 ist das Kaufkraftargument der Gewerkschaften zu entlarven: Eine Tariferhöhung von
100 Euro bringt dem Arbeitnehmer nach Abzug der Abgaben und Steuern kaum mehr als lÀcherliche 40 Euro. Beim Arbeitgeber fallen aber aufgrund der bei 79 % liegenden Lohnnebenkosten sage und schreibe 179 Euro als
zusÀtzliche Kosten an. Dies verdeutlicht gravierende Fehlentwicklungen, die seit den 70er Jahren die Arbeitslosigkeit nach jeder Lohnerhöhung immer steiler
hinauftrieben. Der Hintergrund ist eine Politik, derzufolge sich eine Leistung infolge der exzessiven Steuer- und Abgabenbelastung nicht mehr lohnt. Der dadurch
schleichend in Gang gesetzte Zusammenbruch des Sozialstaats rĂŒckt immer nĂ€her und kĂŒndigt sich zur Zeit bereits in vielfĂ€ltiger Weise an. Zu den Folgen des Niedergangs gehören u. a. wertlos gewordene Aktien.
Wenn im Zuge der prognostizierten schmerzhaften Selbstheilungskrise der Arbeitnehmer gemÀà der obigen Beispielrechnung auf 40 Euro seines Netto
-Arbeitseinkommens verzichtet, spart der Arbeitgeber sage und schreibe 179 Euro an Arbeitskosten ein. Dieses Beispiel zeigt, wie durchgreifend ein solcher Effekt
wirkt. Das dadurch verringerte Abgabenaufkommen wĂŒrde durch Mehreinnahmen aufgrund der erzielten wirtschaftlichen Belebung mehr als ausgeglichen. So
ermöglichten die Einengungen der Gewerkschaftsrechte durch Margret Thatcher und Ronald Reagan einen ungeahnten Aufschwung. Und in den USA bewirkte
Reagan durch zusĂ€tzliche Steuersenkungen sogar eine fast zwanzigjĂ€hrige WirtschaftsblĂŒte. (Allerdings endete dieser Aufschwung dramatisch, nachdem aus
dem Wirtschaftskreislauf riesige Mittel abgezogen wurden, um am Aktienmarkt angelegt zu werden, die aber mit Hilfe einer vielfach unseriös handelnden
âWertpapierindustrieâ in unsolide und betrĂŒgerisch finanzierte Vorhaben flossen.) Ebenfalls Deutschland: Aus einem Leserbrief (FAZ 18.06.02, S. 8) :
. . . Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben ein Recht auf die ganze Wahrheit, und die lautet: Die Kommunen sind nicht mehr nur im Ausnahmezustand, sondern sie sind
finanziell am Ende. Mit Ăberziehungskrediten werden schon Zinsen, Personal und Sozialhilfe bezahlt. Mit fast zwei Milliarden Euro schlagen allein in Niedersachsen
die Ăberziehungskredite zu Buche, eine Summe, die von keiner Schuldenstatistik erfasst wird. . . Dem ist hinzuzufĂŒgen, dass wir uns gemÀà dem 70-Jahres
-Zyklus erst am Beginn einer schÀtzungsweise noch 15 Jahre langen Strecke der Verarmung befinden und dass eigentlich niemand in der Lage ist, sich vorzustellen, welche VerhÀltnisse am Ende dieser Stecke herrschen
und zu welchen UmbrĂŒchen dies fĂŒhrt.
USA: Mit der riesigen Geldmengenausweitung in den USA ab September 2001 wurde
lediglich scheinbar eine weitere konjunkturelle Erholung erreicht, aber tatsÀchlich trat das Gegenteil des angestrebten Effektes ein. Hinzu kommt das nicht mehr finanzierbare US-Leistungsbilanzdefizit aufgrund
jahrelanger zu hoher Importquoten. Dies zwingt den Dollar zur Abwertung, wodurch in die USA zu importierende Waren dort teurer werden. Infolge dieser
Entwicklung stehen bald auf den Höfen der deutschen Automobilindustrie Zehntausende von unverkÀuflichen Autos und unsere wechselkursbedingte Scheinkonjunktur bricht zusammen.
Die NZZ vom 20.07.02, S. 1, schreibt unter âAmerikas Kapitalismus am Ende?: FĂŒr die jĂŒngsten Skandale verantwortlich gemacht werden die gewinnsĂŒchtigen
Manager, die nachlÀssigen VerwaltungsrÀte und der allgemeine moralische Verfall in der Gesellschaft in genau dieser Reihenfolge. . . . Solange man in Amerika
wegen eines ungedeckten Schecks ĂŒber 40 Dollar im GefĂ€ngnis landen kann, wĂ€hrend Manager, die Millionen veruntreuen, auf freiem FuĂ bleiben, ist etwas faul im Staate.â
24.12.02:
Einem zwölfseitigen Interview mit Dr. Kurt RichebĂ€cher wurden folgende SĂ€tze entnommen: US-Aktien sind auch heute noch ĂŒberbewertet. Der schlimmste Teil des
BÀrenmarktes wird noch kommen und wird in einer vollstÀndigen Zerstörung des finanziellen Reichtums enden, welcher aus der Blase gezogen wurde. . .Sie haben teure Kredite gegen Aktien getauscht. Der Trick war,
die Investoren zu tÀuschen, indem sie die Zahl der Aktien reduzierten. . . Es gibt eine allgemeine Weigerung, die Wirklichkeit zu betrachten. Die völlige Aufzehrung
aller nationalen Ersparnisse ist fĂŒr die US-Volkswirtschaft die heikelste Lage von allen. . . Es ist sehr wichtig zu erkennen, dass die Federal Reserve jegliche
Kontrolle des Geldes und der Kreditschöpfung aufgegeben hat. . . . Diese MĂ€rkte werden kollabieren, was verwĂŒstende Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben wird . . .
Das US-Handelsdefizit und die angestaute Verschuldung im Ausland haben ein Ausmaà erreicht, welches sich jeder möglichen Handlung durch Zentralbanken widersetzt. Das Schicksal des Dollars ist bar
jeder Kontrolle. Das vollstÀndige Interview ist unter http://f17.parsimony
.net/forum30434/messages/160501.htm aufrufbar.
Argentinien als Beispiel: (mit einem Nachtrag vom 08.08.04)
Die Krise in Argentinien spitzte sich im Herbst 2001 erheblich zu: PlĂŒnderungen griffen um sich, nachdem ein 30-Tage-Ausnahmezustand erlassen werden musste,
und Barabhebungen wurden auf 250 Dollar pro Woche beschrĂ€nkt. Jahrzehntelang wurden mit der Hilfe des IWF dort Löcher gestopft, ohne das GrundĂŒbel, den nicht
ausgeglichenen Staatshaushalt, zu sanieren. Denn ein Kartell von korrupten Staatsdienern einerseits und von Geldgebern, Banken und der Wertpapierindustrie
andererseits, die an den Zinszahlungen interessiert sind, war der NutznieĂer. Die jĂ€hrlichen Zinsen fĂŒr mittlerweile 132 Milliarden Dollar Staatsschulden ruinierten
Argentinien und 40 Prozent der 36 Millionen Einwohner wurden dadurch in die Armut getrieben. Nun verlangt der IWF einschneidende Abwertungen der Sparguthaben, lediglich um die Geldgeber vor dem allgemein ĂŒblichen
Kapitalanlegerrisiko zu schĂŒtzen. Argentinien war frĂŒher das reichste Land in SĂŒdamerika. Nach der beschriebenen AusplĂŒnderung gehört es nun zu den Ă€rmsten.
Uns geht es Àhnlich, denn Deutschland stand zur Zeit der Wirtschaftswunderjahre an der Spitze der wirtschaftlichen Zuwachsraten in Europa, mittlerweile bilden wir
das Schlusslicht und der Zusammenbruch des Sozialsystems rĂŒckt tĂ€glich nĂ€her. Denn wir zahlen fĂŒr die Schulden von Bund, LĂ€ndern und Gemeinden jĂ€hrlich rund 65 Milliarden Euro Zinsen.
Hiervon flieĂen gemÀà einer Auskunft der Bundesschuldenverwaltung lediglich rund zwei Prozent an âkleine Geldgeberâ. Diese Art der Globalisierung ist mehr oder weniger ausgeprĂ€gt ĂŒberall zu
beobachten - mit den Folgen einer immer mehr anwachsenden Verschuldung und einer unkontrollierbar werdenden Weltwirtschaftskrise.
HinzugefĂŒgt am 08.08.04: Die âWelt am Sonntagâ berichtet am heutigen Tag auf
der Seite 34 unter âIWF erhöht Druck auf Buenos Airesâ, dass nach der Einstellung der Zinszahlungen und der KreditrĂŒckzahlungen an die Masse der GlĂ€ubiger, wobei
das IWF weiter bedient wird, die Wirtschaft beginnt, in einem atemberaubenden Tempo zu wachsen: Im ersten Quartal 2004 betrug die Zuwachsrate des Bruttosozialproduktes sage und schreibe elf Prozent.
Weitere maĂgebende fundamentale HintergrĂŒnde und deren Ursachen beschreiben wir in den folgenden BeitrĂ€gen:
Der Thailand-Coup als Beginn einer Fahrt in den Abgrund
In unserem Börsenbrief vom 15. Juli 1998 berichteten wir an Hand eines Beispiels
aus dem "Spiegel", Heft 22/1998, wie die GroĂspekulation unglaublich hohe Gewinne einstreicht: Auf 6 Seiten schrieb u. a. von Blumencron ausfĂŒhrlich ĂŒber die
"erfolgreichste WĂ€hrungsspekulation aller Zeiten" in Ostasien, die von Goldman-Sachs und George Soros eingefĂ€delt und nach grĂŒndlicher Vorbereitung
mit einer Spekulationskasse von mehreren Mrd. Dollar am 13. Mai 1997 gestartet wurde. Allein der Thailand - Coup brachte nach dem uralten Rezept, Geld
hineinpumpen und dann abziehen, 30 Milliarden Dollar ein. Nachdem die Konjunktur zum Boomen gebracht wurde, "starteten die HĂ€ndler eine Art
Propagandaoffensive. Investmentbanken und Fondsmanager verbreiteten Berichte, in denen sie die Zukunft Thailands in dĂŒsteren Farben schilderten". Folglich konnten
die US - Ratingagenturen ihr bis dahin ĂŒberzogen hohes erstklassiges Rating herabsetzen, was den Baissiers riesige Gewinne einbrachte. Und "vergleichbares
hatte die Welt seit dem Crash von 1929 nicht mehr erlebt". Sollte sich bei einem solchen Coup ein US-Hegefonds in einem ruinösen Ausmaà verspekulieren, geht
der Fonds nicht etwa Pleite. Dann leitet das Notenbank-System fĂŒr ihn eine StĂŒtzungsaktion ein. Aber das betroffene Land ist auf Jahre hinaus schwer geschĂ€digt:
Der ehemalige âTigerstaatâ (weil die Konjunktur boomte) Indonesien ist jetzt vollstĂ€ndig von auslĂ€ndischer Hilfe abhĂ€ngig (NZZ 26.04.01, S. 11). âEin Viertel der Bevölkerung lebt am Rande des
Existenzminimums und ein weiteres Viertel nur wenig darĂŒber. Die statistischen Zahlen der Weltbank sprechen fĂŒr sich: 60% der Bevölkerung können pro Tag ĂŒber nicht mehr als 2 $ verfĂŒgen.â
Der Terroranschlag vom 11. September 2001 - als blutiger Aufstand des Fundamentalismus aufgrund des Thailand-Coups und anderer DemĂŒtigungen
Nachrichten, wie â60% der Bevölkerung können pro Tag ĂŒber nicht mehr als 2 $
verfĂŒgenâ, nachdem der von Goldman-Sachs und George Soros eingefĂ€delte Thailand-Coup ĂŒber 30 Milliarden Dollar einbrachte und der ehemalige âTigerstaatâ
Indonesien durch eine Ă€hnliche Spekulation ruiniert wurde, wirken auf den âdemokratieunfĂ€higen Islamâ als âDemĂŒtigungen durch eine ĂŒbermĂ€chtige Moderneâ
. Und jahrzehntelang aufrecht erhaltene Lager vertriebener PalĂ€stinenser, ohne Aussicht auf die von UN-BeschlĂŒssen geforderte RĂŒckkehr, wurden zu BrutstĂ€tten
einer Armee religiös fanatisierter SelbstmordattentĂ€ter. Die âWelt am Sonntagâ vom 16.09.01, S. 36, erklĂ€rt mit diesen Stichworten den gegen die âneue Weltordnungâ
und âWall Streetâ gerichteten fĂŒrchterlichen Terroranschlag vom 11. September 2001 unter âHass als Prinzipâ als âblutigen Aufstand des Fundamentalismusâ. In
diesem Artikel stand ferner: âEine multikulturelle, verharmlosende Optik mag mit dazu beigetragen haben, dass man (im westlichen Kulturkreis) ĂŒber die latente
Gewaltbereitschaft der Muslimen hinwegsieht.â In diesem Zusammenhang ist ein Beitrag im Feuilleton der FAZ vom 28.09.01 von Arundhati. Roy erwĂ€hnenswert, indem die Meinung vertreten wird:
âDer Terror ist nur ein Symptom, nicht die Krankheitâ. Vielmehr handele es sich dabei um Reaktionen auf die Globalisierung und eine rĂŒcksichtslose amerikanische AuĂenpolitik.
Nachtrag vom 14.09.03: ZDF-Sendungen der letzten Woche war entnehmen, dass Al Qaida gegrĂŒndet wurde, weil im Jahr 1996 die US-Konservativen eine
grundlegende Neuordnung Arabiens bzw. des Mittleren Ostens mit kriegerischen Mitteln beschlossen hatten (siehe dazu den folgenden Beitrag).
Am 01.02. 2008, 23. 03. 2008 und 02.04 2008 erweitert (dunkelrot): Die Ursachen und die Folgen des Irakkriegs zeigen, wie die Fahrt in den Abgrund weiter geht
Die FAZ vom 27.03.03, S. 39, schreibt unter âFriedenspokerâ: âSchon 1996 beschrieb Richard Perle, heute Chefberater des Pentagons, in einem
Vermerk fĂŒr den damaligen israelischen MinisterprĂ€sidenten Netanjahu den Sturz Saddams als eine Voraussetzung fĂŒr den Frieden im Nahen Osten.
Seither hat sich der Gedanke des Regiemewechsels im Irak als Auftakt einer grundlegenden Neuordnung Arabiens in vielen Köpfen festgesetzt. . . In groben
ZĂŒgen soll sich die Runderneuerung des Mittleren Ostens folgendermaĂen abspielen: Die Niederlage Saddams und die Befreiung der arabischen Schiiten
ermutigt deren GlaubensbrĂŒder im Iran, sich gegen die Mullahs in Teheran zu erheben. Nach deren Vertreibung wollen die Amerikaner Iran ĂŒberreden, auf sein
Atomprogramm zu verzichten und jede Hilfe fĂŒr Terroristen zu streichen. Auch den westlichen Nachbarn des Iraks, Syrien, so die Hoffnung, wird die Demokratisierung
Bagdads erschĂŒttern. Sollte die dortige Baath-Partei wider Erwarten nicht stĂŒrzen, so wĂ€re sie doch kĂŒnftig von prowestlichen Staaten - der TĂŒrkei, Israel, Jordanien
und dem befreiten Irak - eingekreist. . . Um das GlĂŒck komplett zu machen, mĂŒsste auch Saudi-Arabien, von dessen Ălreserven Amerika fĂŒrderhin unabhĂ€ngiger wĂ€re,
Reformen erwĂ€gen, jedenfalls die Finanzierung von Hamas und Al Qaida einstellen. Der Weg zum Frieden im Nahen und Mittleren Osten fĂŒhrt ĂŒber Bagdadâ.
TatsĂ€chlich begannen die USA am 20. MĂ€rz 2003, dem obigen Vorhaben nachkommend, mit dem Irak-Krieg die Neuordnung des Nahen Ostens in die Tat umzusetzen. Das Ziel ist offensichtlich, ĂŒberall im Nahen Osten
Marionettenregierungen einzusetzen, um das PalÀstinaproblem im Sinne Israels lösen zu können. Typisch ist, dass auch dieses Vorhaben kontraproduktiv wirkt. Denn somit kann nur das glatte Gegenteil der von
den USA immer wieder als Kriegsziel erwĂ€hnten EinfĂŒhrung demokratischer VerhĂ€ltnisse erreicht werden. Der erste Schritt, der Irakkrieg, begann mit âerfundenen GrĂŒndenâ, so der Oscar -
PreistrÀger Michael Moore am 23. MÀrz 2003 anlÀsslich der Preisverleihung in Hollywood. Denn weder atomare oder sonstige Massenvernichtungswaffen wurden
gefunden. Auch die angeblichen UrankĂ€ufe waren ebenfalls nur vorgeschoben. Dabei wurde keinerlei RĂŒcksicht auf die Vereinten Nationen, das Völkerrecht, den
Sicherheitsrat, die öffentliche Meinung und die Kosten genommen.
Im Mai 2004 erregte eine FĂŒlle von Bildern scheuĂlicher Folter - Exzesse
aus dem Irak weltweites Aufsehen, die belegen, wie die US - Army dort systematisch Kriegsverbrechen beging. Und am 22.12.04 schrieb die NZZ, S. 2, unter âNeue FoltervorwĂŒrfe gegen das US - MilitĂ€râ ĂŒber
Beobachtungen des FBI in GunantĂĄnamo. Die FAZ vom gleichen Tage ergĂ€nzte auf Seite 5 den Bericht : âEs sei zu schweren körperlichen Misshandlungen gekommen, unter anderem seien HĂ€ftlingen brennende
Zigaretten in die Ohren gesteckt worden.â
Ăhnlich entwĂŒrdigend behandelt Israel die PalĂ€stinenser: Al Qaida erhĂ€lt deshalb in der arabischen Welt einen ungeheuren Zulauf und ist nun
erheblich stĂ€rker ist als je zuvor. Mit Hilfe eines Anschlags in Madrid am 11.03.2004 gelang es Al Qaida, dort eine US- freundliche Regierung abwĂ€hlen zu lassen, so dass die von Spanien fĂŒr den Irakkrieg
bereitgestellten Truppen zurĂŒckgezogen werden mussten.
Weiterhin gelingt es offensichtlich der nun erheblich gestÀrkten Al Qaida, mit Hilfe eines explodierenden Erdölpreises die gesamte westliche Welt zu
destabilisieren: Denn Mitte 2005 erreichte der Ălpreis 60 Dollar pro Barrel, weil der Irak und Saudi-Arabien aufgrund des Einflusses von Al Qaida
nicht in der Lage sind, ihre Ălförderung entsprechend der gestiegenen Weltnachfrage zu steigern. Wenn der Ălpreis weiter derart ansteigt, worauf
unsere Analyse des Ălcharts hinweist, trifft das den Wohlstand aller IndustrielĂ€nder im Kern und wird einen weltweiten tiefgreifenden und langanhaltenden Aktienkurszusammenbruch nach sich ziehen.
Der vierfache schwere Sprengstoffanschlag vom 07.07.2005 auf den Massenverkehr im Bankenviertel in London mit 53 Toten und 700 Verletzten zeigt, dass der völkerrechtswidrige Krieg im Irak âzur
Neuordnung des Nahen Ostensâ nicht zu gewinnen ist: Obwohl die USA fĂŒr den Irakkrieg bereits mehr als 1000 Mrd. Dollar aufgewendet haben,
wurde Al Qaida erst durch den Irakkrieg groĂ gemacht und dokumentiert mit jedem neuen Anschlag seine immer mehr zunehmende weltweit operierende Macht. (Nachtrag: In der Fernsehsendung âKontrasteâ
des ZDF vom 01.04.08 wurden die Gesamtkosten des Irakkrieges mit sage und schreibe 6000 Mrd. Dollar angegeben.) Der Terrorismusexperte der ARD, Joachim Wagner, erklÀrte in einer
Sondersendung âTerror in Londonâ des 1. Fernsehprogramms am Abend nach dem Anschlag vom 07.07.05, dies alles sei âausgelöst durch den PalĂ€stina-Konfliktâ.
Nur weil die ZĂŒndungen versagten, kam es am 21.07.05 in London bei weiteren SprengstoffanschlĂ€gen nicht wieder zu derartigen SchĂ€den. Im Zusammenhang mit diesen SprengstoffanschlĂ€gen veröffentlichte die
FAZ vom 22.07.05, Seite 9, einen erwĂ€hnenswerten Leserbrief: â. . . Die in Europa lebenden Muslime erleben es schmerzhaft, wie die von Amerikanern und ihren europĂ€ischen VerbĂŒndeten gehĂ€tschelten Israelis
sich permanent ungestraft ĂŒber das Völkerrecht hinwegsetzen und UN-BeschlĂŒsse zur Makulatur verkommen lassen. . . So wird der NĂ€hrboden fĂŒr radikal-islamische GewalttĂ€ter bereitet. . .â
Eine weitere Folge des Irakkrieges ist die offensichtlich gewordene Potenzierung der Macht durch den Interessenverbund USA/Israel, die kaum noch RĂŒcksicht auf das Völkerecht nimmt, wie zum Beispiel der
israelische Bau der Mauer auf palÀstinensischem Gebiet zeigt. Hinzu kommt eine allgemeine Verunsicherung, weil nicht nur das Völkerrecht sondern auch die allgemeine Rechtsordnung verfÀllt: So muss
beispielsweise die deutsche Bundeswehr in Afghanistan ein Folterregime und den Rauschgiftanbau schĂŒtzen. Und US-Behörden lassen z. B. in Ăgypten foltern (siehe FAZ 19.02.02, S. 37, unter âGrausam und
ungewöhnlichâ: Das Prinzip âWir liefern, ihr foltertâ wurde im tadellosen Teamwork verwirklicht . . .). Prof. Uwe Wesel von der FU-Berlin sagte
dazu in einer 3-Sat-Fernsehsendung vom 08.12.05: âDie USA zerstören die kulturelle Substanzâ. Ein Leserbrief der FAZ vom 17.11.04, S. 8, âDer Einfluss der
Neokonservativenâ bestĂ€tigt die oben vertretene Meinung: âEs ist der Einfluss der Pro-Isreal-Lobby in den Vereinigten Staaten, der seit Jahrzehnten jede Israel-kritische Resolution des Sicherheitsrates der
Vereinten Nationen durch das Veto der Vereinigten Staaten zu Fall kommen lĂ€sst.â Und zu den Neokonservativen in den USA: â. . . hinter denen sich vor allem das Bestreben der Durchsetzung israelischer
Interessen mit den Machtmitteln der Vereinigten Staaten verbirgt.â Es sind âdie politisch in hohem MaĂe Mitverantwortlichen fĂŒr die Expansions- und
UnterdrĂŒckungspolitik der Israelis gegenĂŒber den PalĂ€stinensern.â
Dies alles hat den Begriff âUSraelâ entstehen lassen. Welch weite
Verbreitung diese Bezeichnung inzwischen fand, beschreibt das Internet - Suchportal Google, das im Dezember des Jahres 2006 sage und schreibe 43.000 EintrĂ€ge zu dem Suchbegriff âUSraelâ auflistet. Wie rasant dieser Begriff um sich greift, zeigt, dass es vor einem Jahr nur 6.300 EintrĂ€ge gab. Zugleich entsteht dadurch ein gefĂ€hrlich zunehmender Gegensatz zwischen
der öffentlichen Meinung, wie sie sich unverfÀlscht und vielseitig im Internet widerspiegelt, und der veröffentlichten Meinung, die hÀufig von
den Medien einseitig vertreten werden muss, wie der dort nicht diskutierte Begriff âUSraelâ zeigt. Mit solchen Tabus wird aber das Gegenteil des
angestrebten Effektes erreicht, denn folglich verbreitet sich das Misstrauen immer mehr. Diese zunehmende UnglaubwĂŒrdigkeit schĂ€digt besonders die Bereiche Medien und Politik und belastet vor allem das
Vertrauen in die Zukunft.
Die Verbindung USA/Israel ist aufgrund des ungeheuren Einflusses dieses Machtkartells wie oben beschrieben extrem kontraproduktiv und fĂŒhrt
deshalb zwangslĂ€ufig zu einer Krise, an deren Ende es zum Gegenteil der heutigen VerhĂ€ltnisse kommt. Insbesondere dĂŒrfte sich dadurch auch die
Verbindung USA/Israel durch den von uns prognostizierten Zusammenbruch des âamerican way of lifeâ ins Gegenteil verkehren. Das kann man sich
heutzutage noch nicht vorstellen. Wir halten es deshalb fĂŒr hochinteressant, die einzelnen Phasen dieser Entwicklung zu beobachten: In dem MaĂe wie
sich krisenbedingt die wirtschaftlichen VerhÀltnisse verschlechtern, ist auch die Verbindung USA/Israel betroffen. Beispielsweise sieht sich nun Israel
im Rahmen erster Schritte gezwungen, Teile der Mauer um Jerusalem zu beseitigen und die Siedlungen im Gaza - Streifen, die gegen die UN - BeschlĂŒsse verstoĂen, aufzugeben.
In der âWelt am Sonntagâ vom 23. MĂ€rz 2008 fragt auf Seite 12 Ernst
Cramer, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer Stiftung, unter der Ăberschrift âIsrael wird an seinen eigenen Werten gemessenâ: âWie
gehen wir damit um, wenn in Umfragen eine deutliche Mehrheit der Befragten in Europa sagt, die gröĂere Bedrohung fĂŒr die Welt gehe von Israel aus und nicht etwa vom Iran?â Und fĂŒgt hinzu
, dass in dieser Frage die zustĂ€ndigen AusschĂŒsse der Vereinten Nationen fast ausnahmslos versagen.
Der âNZZâ vom 1. Februar 2008 , Seite 31, ist unter â935
Falschmeldungenâ zu entnehmen, âbei Hunderten von Gelegenheiten hĂ€tten Bush und seine Regierungsmitglieder in den zwei Jahren nach den Attacken auf das World Trade Center
und das Pentagon mindestens 935-mal Falschaussagen verbreitetâ und âder Bericht spricht von <orchestrierten LĂŒgen auf dem Weg zum Krieg>. Die US-Regierung hĂ€tte ihre
Statements immer wieder damit verteidigt, âdass sie auf den damals verfĂŒgbaren Geheimdienstinformationen basiert gewesen seienâ. Hiermit wird einer der herausragenden GrĂŒnde des
anwachsenden schwerwiegenden Vertrauensverlusts angesprochen, der zunehmend auch die KapitalmÀrkte erfasst. Da Vertrauen die Grundlage einer erfolgreichen Wirtschaft ist,
begann mit dem immer mehr um sich greifenden Vertrauensverlust ein Niedergang, dessen vorlÀufiger Tiefpunkt die Hunderte von Milliarden Dollar und Euro vernichtende Subprime-Krise ist.
Aufgrund dieser geradezu vorprogrammierten Krisen ist ein bis zum
Schluss des 70-Jahres-Zyklus laufender Jahrhundert-Kurseinbruch an den Börsen der Welt zu erwarten, der das Jahr 1932 weit in den Schatten stellt.
Wie es bei uns in Berlin aussieht, wenn die Jahrhundertbaisse zu Ende ist, prognostizierten wir vor zwei Jahren in einem unserer Börsenbriefe: âSo könne man sich vorstellen, dass die Schaufensterscheiben auf dem
Kudamm mit Brettern vernagelt sind.â
Freiheit und Einkommen âEs geht um eine Befreiung der mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit
deformierten Sozialen Marktwirtschaft in Sinne Ludwig Erhards.â âDie wirtschaftliche Freiheit setzt sich allmĂ€hlich durch.â
Unter dieser Ăberschrift erschien in der FAZ vom 16.11.02, S. 16, eine Weltkarte der wirtschaftlichen Freiheit, in der die LĂ€nder in unfrei (5), bis frei (1) eingeteilt sind
. Ein Diagramm zeigt, wie mit dem Grad der Freiheit das Bruttoinlandsprodukt von weniger als 1.000 Dollar bis auf etwa 40.000 Dollar je Einwohner ansteigt. Die
höchsten Freiheitsgrade wurden fĂŒr Hongkong (1,45) und Singapur (1,50) vergeben, was im Diagramm etwa 35.000 Dollar entspricht. Deutschland liegt als
nur noch âĂŒberwiegend freies Landâ mit einer Bewertung von 2,10 auf einem mittleren Platz, so dass hier das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lediglich rund
18.500 Dollar erreicht. Die BegrĂŒndung: âUnter der Regierung von Bundeskanzler Schröder haben sich die RigiditĂ€ten auf dem Arbeitsmarkt verschlimmertâ. Ferner
werden die sehr hohen Kosten der öffentlichen Verwaltung und das sehr hohe Niveau an Staatsausgaben bemĂ€ngelt. Und: âDeutschland leide unter einer
âMalaiseâ, die vor allem durch strukturelle Schieflagen begrĂŒndet sei.â
Hierzu passt der FAZ-Artikel von Arnulf Baring vom 19.11.02, S. 33,
âBĂŒrger, auf die Barrikaden!â mit dem Untertitel âDeutschland auf dem Weg zu einer westlichen DDRâ, in dem der Autor u. a. schreibt: âEs geht
um eine Befreiung der mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit deformierten Sozialen Marktwirtschaft in Sinne Ludwig Erhards.â Und âbei uns sind alle
Themen tabuisiert, zum Beispiel die Probleme des BevölkerungsrĂŒckgangs in Deutschland.â Wir fĂŒgen hinzu, wer heutzutage ein Tabu verletzt, muss damit
rechnen, vernichtet zu werden, wie es das Beispiel âMöllemannâ zeigt. Zur Zeit der Wirtschaftswunderjahre war der Grad der Freiheit wesentlich gröĂer, was einer der
entscheidenden GrĂŒnde fĂŒr die seinerzeit bei uns unglaublich hohen Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes war. Die EinschrĂ€nkungen der Freiheit infolge des 68er Umbruchs beendeten die Wirtschaftswunderjahre.
zuletzt am 27.11.03 erweitert: AbschlieĂende Betrachtung und Ausblick
â der nĂ€chste Kursgipfel der AktienmĂ€rkte kann im Jahr 2070 eintreten, wenn man den 70-Jahreszyklus zugrunde legt.â
Einem Leitartikel in der FAZ vom 10.12.02, S. 1, âDer Bremsklotzâ ist zu entnehmen, dass die Wirtschaftsleistung je Einwohner in den Vereinigten Staaten
dreiĂig Prozent höher ist als in Deutschland. Dem fĂŒgen wir hinzu, dass ohne die immer noch schwĂ€chelnden ostdeutschen BundeslĂ€nder die pro Kopf gemessene
Wirtschaftsleistung USA/Deutschland in etwa gleich hoch wĂ€re. Und wo stĂŒnden wir, wenn es den 68er Umbruch mit den Folgen 4 Millionen Arbeitsloser und
weiterer fast 2 Millionen Arbeitssuchender und einer Verschuldung von Bund, LÀnder und Gemeinden in Höhe von rund 1300 Milliarden Euro nicht gegeben hÀtte?
Unserer Meinung nach wurde der 68er Umbruch inszeniert, um das seinerzeitige Wirtschaftswunder zu beenden und um eine spÀtere Vormachtstellung Deutschlands auf dem Weltmarkt zu unterbinden. Denn
ohne den 68er Umbruch wĂ€re unsere Wirtschaftsleistung pro Kopf rund doppelt so hoch als in den USA. Dies hĂ€tte zu unerwĂŒnschten weltweiten Einflussmöglichkeiten gefĂŒhrt.
Die bei uns in Gang kommende Selbstheilungskrise dĂŒrfte besonders schmerzlich verlaufen, weil damit auch die aus dem 68er Umbruch entstandene Politik betroffen
ist. Hierzu gehört ein aus heutiger Sicht bevorstehender kaum fassbarer Meinungswandel, dessen AnfÀnge bereits vielfach zu beobachten sind. So fÀllt auf
, dass immer hĂ€ufiger Meinungen nicht mehr zurĂŒckgehalten werden, die im völligen Gegensatz zu der bisher in den Medien verbreiteten einheitlichen Betrachtungsweise stehen.
Die Zeitschrift des Journalistenverbandes âjournalistâ Nr. 8/2003, Seite 20 und 21, beschreibt unter âZensierter Alltagâ das bisher als strenges Tabu behandelte Thema der Zensur.
Es ist der Aufschrei des Journalisten Werner RĂŒgemer: âEin anonymes Gremium beschlieĂt: ânicht sendefĂ€higâ. BegrĂŒndung wird nicht
gegeben. Keine Mitteilung an den Autor. . . Der Redakteur wurde versetzt. Ich bekam keine AuftrĂ€ge mehr.â . . . âAn 82 Stellen war der Artikel geĂ€ndert, zum Teil
ins Gegenteil umgeschrieben worden.â Ferner: âVon der âStuttgarter Zeitungâ ĂŒber die Tagesschau bis zur âSĂŒddeutschen Zeitungâ und der âWeltâ sind, wie auf
Kommando, die tĂ€glichen Schwerpunkte gleich.â Und: âBeim gröĂten Börsencrash der letzten Jahre wurden eben nicht, wie es gemeinhin heiĂt, mehrere hundert
Milliarden Dollar Anlegergeld âvernichtetâ; sie befinden sich nur auf anderen Konten. . . Die gröĂten Konkurse der bisherigen Weltgeschichte wie bei Enron und
Worldcom wurden als BetrĂŒgereien Einzelner kleingeredet. Dass es dabei Tausende von Gewinnern gab - dies wird verschwiegen. Auch das ist eine Form der Zensur.â
Dem ist hinzuzufĂŒgen, dass dieser Tabubruch im âjournalistâ, ĂŒber die Zensur zu berichten, fĂŒr den in Gang kommenden Meinungswandel typisch ist: Die Zensur
und die Tabus wurden geschaffen, um einen Meinungswandel zu verhindern. Das Gegenteil wird aber hierdurch erreicht. Deshalb ist es Ă€uĂerst aufschlussreich, wie bisher Totgeschwiegenes zunĂ€chst nur unter
vorgehaltener Hand angedeutet, dann immer offener angesprochen und schlieĂlich auch in den Medien veröffentlicht wird. So weitet sich mehr und mehr ein unverstellter Blick, der bisher von der vorgegebenen Meinung
verfĂ€lscht war. Ein solcher Wandel der öffentlich vertretenen Meinungen dĂŒrfte zu einem der wichtigsten Merkmale der Selbstheilungskrise werden.
Als ein Beispiel ist der traurig endende Fall âMöllemannâ zu nennen, der einer Reihe von Tabus lediglich fĂŒr kurze Zeit die Schleusen öffnete, deren Ansprache die
Zustimmung breiter Kreise der Bevölkerung fand. Ăber ein weiteres markantes Beispiel eines fallenden Tabus berichtete DER SPIEGEL, Heft 31/28.07.03, Seite 88, unter dem Titel:
âTeure Einwanderer?â Und die beiden folgenden Beispiele bis dahin nicht vorstellbarer TabubrĂŒche totgeschwiegener Meinungen konnten der
FAZ entnommen werden. In der Ausgabe vom 24.03.03, S. 16, stand unter dem Titel âWiderspruchâ: Es ist das âöffentliche Urteilâ, âdass Bush als ein von
dunklen MĂ€chten getriebener Kriegsverbrecher dargestellt wirdâ.
Wie sich beispielsweise die Meinung hinsichtlich Israel immer weiter verschlechtert, beschreibt ein Bericht der FAZ vom 19.11.03
, S. 41, ĂŒber eine Umfrage, welcher Staat die gröĂte Bedrohung fĂŒr den Weltfrieden darstellt: âIn Deutschland waren es sogar 65 Prozent der Befragten, die Israel als
Gefahr fĂŒr den Weltfrieden ansehen.â
Nach Ăberwindung der Selbstheilungskrise, die insbesondere den erwĂ€hnten aus heutiger Sicht kaum vorstellbaren Meinungswandel bewirkt, sollte ein
anschlieĂender Jahrzehnte langer Aufschwung in Deutschland wesentlich produktiver verlaufen als in den weniger von dieser Krise betroffenen LĂ€ndern. Aus
zyklischer Sicht kann die Selbstheilungskrise etwa im Jahr 2017 beendet sein und der nÀchste Kursgipfel der AktienmÀrkte kann im Jahr 2070 eintreten,
wenn man den 70-Jahreszyklus zugrunde legt. Ăbrigens gibt es eine Untersuchung von Robert R. Prechter, die vor dem Kursgipfel der AktienmĂ€rkte im Jahr 2000
vier Zyklen mit LĂ€ngen von je etwa 70 Jahren ermittelt hat.
Anhang (am 08.04.06 / 31.10.06 erweitert, letzter Absatz am 17
.12.06 hinzugefĂŒgt, siehe roter Text): Die Demographie-Krise in Deutschland - ein langfristig geplanter Niedergang?
Bisher im obigen Text verstreute BeitrÀge hinsichtlich der demographischen Entwicklung in Deutschland wurden hier zusammengefasst und im Rahmen eines
Anhangs ergĂ€nzt: Solche einschneidenden VerĂ€nderungen beeinflussen natĂŒrlich die beschriebene Zyklik des wirtschaftlichen Auf und Ab, indem sie AbschwĂŒnge
verstĂ€rken, aber auch die anschlieĂenden Erholung erheblich dĂ€mpfen.
Lange Zeit war bei uns das Thema der Demographie einem Tabu unterworfen. Wie
man sieht, wird es nun immer offener diskutiert: Im Jahr 1941 kam der Plan des PrÀsidenten der amerikanischen Friedensliga Nathan Kaufman auf, der in seinem
Buch âGermany Must Perishâ (âDeutschland muss vernichtet werdenâ) forderte, âdie Welt fĂŒr immer vom Deutschtum zu befreien und zu verhindern, dass das Volk
der Deutschen jemals wieder seine Art fortpflanztâ. Das hĂ€ngt unserer Meinung nach damit zusammen, dass im Zentrum Europas nicht
ein Industriestaat Deutschland entstehen darf, der die Vorherrschaft der USA gefÀhrdet.
Dieses Ziel unterstrich gemĂ€Ă, der FAZ vom 27.10.06, Seite 1,
AuĂenminister Steinmeier (SPD) zu Beginn des akademischen Jahres an der UniversitĂ€t Viadrina in Frankfurt/Oder mit den Worten, alle BefĂŒrchtungen seien unbegrĂŒndet, dass
Deutschland mit Hilfe der EU âwieder eine dominierende Rolle in Europa spielen willâ.
Auch der Plan des US - Finanzministers (1934 - 1945) Henry R.
Morgenthau, der 1944 die Entindustriealisierung Deutschlands forderte, gehörte dazu. Vieles, was diesen Zielen diente, wurde wĂ€hrend der Wirtschaftswunderjahre aus GrĂŒnden der damaligen sowjetischen
Bedrohung hintangestellt, aber offensichtlich anschlieĂend wieder voll aktualisiert.
FĂŒr diese These spricht, dass Deutschland nach dem steilen Aufschwung
wĂ€hrend des âkalten Kriegesâ jetzt das Schlusslicht der Zuwachsraten des Bruttosozialproduktes aller europĂ€ischen LĂ€nder bildet. Die in Deutschland
besonders hohe Steuerbelastung der Unternehmen fĂŒhrte zu einer massiven Auszehrung des Mittelstands und damit zu einer steten Verringerung des Bruttosozialproduktes bei kontinuierlich ansteigender
Massenarbeitslosigkeit. Das es auch ganz anders geht, ist einem Bericht der FAZ vom 8. MĂ€rz 2005, S. 13, zu entnehmen: In der Schweiz liegt die saisonbereinigte
Arbeitslosenquote zur Zeit bei sage und schreibe lediglich 3,8 Prozent. Dieser paradiesische Arbeitsmarkt ist vor allem auf den dort nicht vorhandenen KĂŒndigungsschutz zurĂŒckzufĂŒhren, weshalb sich die
Gewerkschaften zurĂŒckhalten mĂŒssen. Hinzu kommt, dass dort der Mehrwertsteuersatz nur 7,6 Prozent betrĂ€gt und die WĂ€hrung zu 60 % goldgedeckt ist - alles in Deutschland völlig undenkbare VerhĂ€ltnisse.
Besonders in Ostdeutschland sind die Folgen der nach der Wiedervereinigung auch dort begonnenen Entindustrialisierung zu besichtigen, wÀhrend im Gegensatz dazu sich beispielsweise die Slowakei
nach dem Zerfall des Ostblocks mit Hilfe geringer SteuersĂ€tze in erstaunlicher Weise ĂŒberraschend gut erholte. Und wĂ€hrend in der DDR Familienförderungsprogramme ĂŒblich waren, die auĂerordentlich
erfolgreich verliefen, sind bei uns MaĂnahmen zur Erhöhung der Geburtenrate offensichtlich unerwĂŒnscht.
FĂŒr die im zweiten Absatz aufgestellte These spricht ferner ein Leitartikel
auf der Seite 1 der FAZ vom 6. April 2006 unter der Ăberschrift âDie Erblast von Achtundsechzigâ. Hier ist die Rede von einem
âEntnationalisierungsprogramm, mit dem das Deutschsein der Deutschen möglichst stark verdĂŒnnt werden sollteâ. Noch vor
wenigen Jahren war es unmöglich, ĂŒber ein derartiges Programm zur langfristigen SchĂ€digung Deutschlands, das inzwischen weitgehend realisiert wurde, zu berichten. Der FAZ - Leitartikel offenbart somit einen
Verfall eines lange Zeit streng gehandhabten Tabus und einen fundamentalen Wandel der veröffentlichten Meinung, wie auch die nachfolgenden Hinweise zeigen:
Prof. Dr. Herwig Birg schreibt zum Thema ââGenerationenstress: Die
Demographie wird zum Krisenherdâ in der FAZ vom 02.04.04, S. 39: âDa bei den Deutschen ein Drittel der nach 1965 geborenen JahrgĂ€nge zeitlebens kinderlos
bleibt, und nur den finanziellen Beitrag entrichtet, hat die Spaltung der Gesellschaft eine verfassungsrechtliche Dimension.â Und: âDa die vor dreiĂig Jahren nicht
Geborenen heute als potentielle Eltern fehlen, könnte jetzt die beste Familienpolitik mangels Adressaten das Blatt nicht wenden. Wir sind mitten in einem
GeburtenrĂŒckgang, der ab 2030 wiederum zu einem Eltern- beziehungsweise GeburtenrĂŒckgang fĂŒhrtâ. Und âSelbst wenn sich in Deutschland die ProduktivitĂ€t
und das Pro-Kopf-Einkommen der ErwerbstÀtigen bis 2050 noch einmal verdoppeln, kann das Volkseinkommen wegen der bis dahin um 14 Millionen bis
16 Millionen schrumpfenden Zahl der 20- bis 60jĂ€hrigen nur um ein Drittel zunehmen. Dieser mĂ€Ăig wachsende Kuchen muss zwischen vier groĂen
Interessengruppen verteilt werden, wobei allein die stark wachsende Zahl der 60jĂ€hrigen und Ălteren etwa 40 Prozent des Volkseinkommens beanspruchen wird,
wenn das VerhÀltnis zwischen der Durchschnittsrente zum Durchschnittseinkommen nicht noch weiter gesenkt wird. Der demographisch bedingte Verteilungsstreà ist
das Kernproblem: Es gilt erstens, den Interessengegensatz zwischen den alten und den jungen Generationen bei der Verteilung der steigenden Versorgungslasten durch
Reformen so zu regeln, dass die von der Verfassung des sozialen Rechtsstaats garantierten Grundlagen erhalten bleiben.. . . Ein dritte Konfliktlinie entsteht
durch die wachsende Population der Zugewanderten bei gleichzeitiger schrumpfender autochthoner Bevölkerung, wobei die Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei den unter 40jĂ€hrigen in vielen GroĂstĂ€dten in
etwa zehn Jahren die neue Mehrheit bilden wird. . .â Herwig Birg schlieĂt: âDemographisch bedingter VerteilungsstreĂ wird die Welt von morgen in kaum gekannter Weise prĂ€gen.â
In diesem Zusammenhang ist das Taschenbuch von Prof. Dr. Herwig Birg âDie demographische Zeitenwendeâ, Verlag C. H. Beck, lesenswert, aus dem hier einige LeitsĂ€tze zitiert werden:
âDie Horrorvorstellungen ĂŒber die Folgen einer KlimaĂ€nderung sind harmlos im Vergleich zu den drohenden kulturellen und sozialen VerwĂŒstungen in unserer Gesellschaft. . . Ein scheinbar
unwiderlegbares Argument gegen die BeschÀftigung mit Bevölkerungsproblemen wird in Deutschland aus unserer Geschichte zwischen 1933 und 1945 abgeleitet. . .
Die Einwanderung aus dem Ausland verlÀuft in Deutschland seit Jahrzehnten ungesteuert. Das Migrations- und Integrationsproblem hat in der Lebenswirklichkeit
vieler groĂer StĂ€dte ein besorgniserregendes AusmaĂ angenommen, . . . weil die BildungsabschlĂŒsse der zugewanderten Bevölkerung und ihrer hier
neugeborenen Nachkommen bei weitem nicht dem Qualifikationsniveau der deutschen Bevölkerung entsprechen. . . Insbesondere das demographisch relevante Handeln wirkt werteschaffend oder wertevernichtend. . .
Im Vergleich zur demographischen Katastrophe ist der Zusammenbruch des Kommunismus unwichtig (der Ethnologe Claude Lévi-Strauss). . . Je höher
die Lebenserwartung war bzw. je stÀrker sie zunahm, desto niedriger war bzw. ist die Kinderzahl pro Frau. . . Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen dieser
Entwicklung sind gravierend. . . Die Folge ist, dass Kinder gemessen an den OpportunitÀtskosten immer unerschwinglicher werden, so dass die Geburtenrate seit Jahrzehnten abnimmt. . .
Die gröĂte Bedrohung ist jedoch die schon im Gange befindliche Manipulation der Wahrnehmung mit den Mitteln der modernen Kommunikationstechnologie, die alle anderen Gefahren potenziert.â
Hinsichtlich der Geburtenrate gibt ein Vermerk in der FAZ vom 27.04.01, S. 1, Auskunft: âDer Absturz der JahrgangsstĂ€rken, die zwischen 1965 und 1975 bei 1,3
Millionen Geborenen lagen, auf jetzt rund 750000 hat erst im Zuge einer Debatte zur Zukunft der Alterssicherung Beachtung gefunden.â Ein durch die niedrige
Geburtenrate entstandenes weiteres Problemfeld besteht in den Ghettos der GroĂstĂ€dte, wo mittlerweile fast jeder zweite Bewohner von Arbeitslosengeld oder
Sozialhilfe lebt, weil gemÀà der FAZ vom 7.2.01, S. 9, âDeutschland sehenden Auges seine wirtschaftliche Belastung vergröĂert, indem es hauptsĂ€chlich diejenigen
aufnimmt, die am schlechtesten fĂŒr den Arbeitsmarkt qualifiziert sindâ. Unter âĂkonomisch nicht notwendigâ beschrieb die FAZ am 20.12.02, S. 4, einen der GrĂŒnde,
warum die Kommunen finanziell am Ende sind: âDer hessische Justizminister Wagner (CDU) hat bestritten, dass fĂŒr Deutschland die Einwanderung ökonomisch notwendig sei. Wagner verwies am Donnerstag in
Wiesbaden darauf, dass sich die Zahl der AuslÀnder in der Bundesrepublik seit 1970 verdoppelt habe. Die Zahl der auslÀndischen Arbeiter und Angestellten sei
aber in derselben Zeit von 2,5 Millionen auf gut 2 Millionen Menschen zurĂŒckgegangen. Die Arbeitslosigkeit der AuslĂ€nder liege mit 18,3 Prozent doppelt
so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung. Von einem âökonomischen Muss fĂŒr die Zuwanderungâ kann nach den Worten Wagners daher keine Rede sein. Nach
Auffassung des hessischen Justizministers muss verhindert werden, dass statt einer gezielten Einwanderung von benötigten FachkrĂ€ften eine âZuwanderung in die deutschen Sozialsystemeâ stattfinde.â
Der Schwund der Geburtenrate - immer mehr Frauen mit Hochschulabschluss und hohem IQ bleiben ohne Kinder - bei gleichzeitiger unkontrollierter Einwanderung
mit höherer KinderhĂ€ufigkeit erhöht gemÀà der Welt am Sonntag vom 04.02.01, S. 36, âDeutschland in der Intelligenzfalleâ den Anteil an minderer Begabung. Der
Anteil der Hochbegabten wĂŒrde nur fĂŒnf Prozent der Bevölkerung betragen. Und âin Folge dessen mĂŒssen wir damit rechnen, dass der mittlere IQ schon in der
nĂ€chsten Generation deutlich absinktâ. In den USA sei das Problem seit dem Erscheinen des Bestsellers âThe Bell Curveâ bekannt und Clinton habe veranlasst,
die Sozialpolitik radikal zu ĂŒberdenken (Volkmar Weiss: âDie IQ-Falleâ, Leopold Stocker Verlag, Graz). âTeure Einwanderer?â
Unter dieser Ăberschrift berichtete DER SPIEGEL, Heft 31/28.07.03, Seite 88, ĂŒber eine Studie des niederlĂ€ndischen Wirtschaftsministeriums mit dem Namen
âImmigration und die niederlĂ€ndische Ăkonomieâ, die versucht, âdie politisch korrekte These von den positiven Effekten der Zuwanderung in alternden
Gesellschaften zu widerlegen. . . Das dem Wirtschaftsministerium der konservativen Regierung Balkenende angegliederte âCentral Planbureauâ bewertet in einer
122seitigen Expertise Einwanderer unter dem Gesichtspunkt von Kosten und Nutzen. . . . In EU-LÀndern mit hohem Wohlfahrtsniveau entnÀhmen Migranten
wĂ€hrend ihres Lebens mehr aus der Staatskasse, als sie einzahlten. Die Verfasser, drei Ăkonomen, versuchen mit statistischen Modellen den Nachweis zu fĂŒhren,
dass schlecht ausgebildete Einwanderer der einheimischen Bevölkerung eher schaden, da sie zu scharfer Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt werden können. . .
FĂŒr eine typische Einwandererfamilie mit zwei Kindern errechneten sie Nettokosten in Höhe von 230.000 Euro.â Aus unserer Sicht sind das pro Einwanderer 57.500 Euro.
Auf deutsche VerhĂ€ltnisse ĂŒbertragen wĂ€ren das bei 7 Millionen Zuwanderern und 3 Millionen eingebĂŒrgerten Zuwanderern, also insgesamt 10 Millionen, Nettokosten in Höhe von 575 Milliarden Euro. Diese Zahl
entsprĂ€che rund 44 Prozent der deutschen Staatsverschuldung von zur Zeit 1.300 Milliarden Euro. am 11.09.04 eingefĂŒgt:
Prof. Hans-Werner Sinn, PrĂ€sident des MĂŒnchner Ifo-Instituts, hat darauf hingewiesen, dass der durchschnittliche Einwanderer, der noch keine zehn Jahre in
Deutschland ist, Jahr fĂŒr Jahr 2.400 Euro mehr vom Staat erhĂ€lt, als er diesem in Form von Steuern und Abgaben leistet. Dem ist folgende Rechnung hinzuzufĂŒgen:
Auf 10 Millionen Einwanderer hochgerechnet, die bei uns leben, ergibt sich eine Belastung des Staatshaushalts innerhalb der ersten 10 Jahre in Höhe von 240 Milliarden Euro.
am 22.02.05 eingefĂŒgt:
Professor Hans-Werner Sinn, PrĂ€sident des MĂŒnchner Ifo-Instituts, schrieb in der Zeitung âDie Weltâ vom 21.10.04 auf Seite 3 unter der Ăberschrift âDer deutsche Transferstaat ist Unfugâ
u. a. âDas politische System der Bundesrepublik Deutschland steht kurz vor dem Umkippen. . . Die deutschen Arbeiter ziehen es vor, in dem Sessel Platz zu nehmen, den der
Sozialstaat fĂŒr sie bereit hĂ€lt, anstatt sich auf eine Niedriglohnkonkurrenz mit den Zuwanderern einzulassen. Von 1970 bis 2002 hat sich der Bestand an
Zuwanderern auf dem ersten Arbeitsmarkt um 3,1 Millionen erhöht, und die Zunahme der Arbeitslosigkeit unter den Einheimischen lag bei 3,2 Millionen. Die
Sozialtransfers haben zu einem ganz und gar unsinnigen Migrationsmuster gefĂŒhrt.â
am 14.09.04 eingefĂŒgt:
Die FAZ vom 14.09.04, S.5, zitiert unter âMehr Einwanderung stoppt nicht den Bevölkerungsschwund in Deutschlandâ Prof. Herwig Birg: âDie Gruppe der 20 bis
40 Jahre alten Menschen, die fĂŒr das Wirtschaftswachstum besonders wichtig seien, nehme jĂ€hrlich um etwa 300 000 Menschen ab. Die WachstumsschwĂ€che der
deutschen Wirtschaft sei deshalb nicht allein konjunkturell bedingt, sondern auch demographisch. Die Erhöhung der Zuwanderung können die demographischen
Schwierigkeiten nicht lösen, denn jeder Zuwanderer belaste die öffentlichen Haushalte mit mehr als 2000 Euro im Jahr.â Und: âDie prekĂ€re Finanzsituation
der Kommunen beruht nicht zuletzt auf der hohen Belastung durch Sozialhilfeausgaben, fĂŒr die groĂenteils nichtdeutschen MitbĂŒrger.â
Dazu passt auch eine Stellungnahme der NZZ vom 26. August 03, Seite 5, unter der Ăberschrift: âWerden die Niederlande auslĂ€nderfeindlich?â mit dem Untertitel:
âOffene Diskussion ĂŒber Probleme mit Einwanderern: Was frĂŒher Tabuthemen waren, wird heute unverblĂŒmt thematisiert.â
Wie schnell sich dies bestĂ€tigte, zeigt der letzte Parteitag der CDU: Laut SPIEGEL ONLINE vom 01. Dezember 2003, 17:02 Uhr, âAmĂŒsanter Ton, harte Nachrichtâ
sprach dort AltbundesprĂ€sident Roman Herzog das Thema der Zuwanderung an: âAuch Zuwanderung löse die demografischen Probleme mit wachsender Vergreisung und Armut an Kindern nicht. Integrationskosten von bis zu 150
Milliarden Euro könnten nicht geschultert werden.â Es ist bezeichnend, dass diese Aussage, die eine der Ursachen der nicht mehr beherrschbaren deutschen
Staatsverschuldung benennt, in den Medien völlig totgeschwiegen wurde. Derart immens hohe Integrationskosten fĂŒhren natĂŒrlich zu einer erheblichen
volkswirtschaftlichen Belastung und damit zur Verringerung unserer WettbewerbsfĂ€higkeit. Dies wĂŒrgt die Konjunktur ab und fĂŒhrt zum lĂ€ngerfristigen
Verfall der Börsenkurse. Weil diese Aussage des AltbundesprĂ€sidenten Roman Herzog von herausragender Brisanz ist, geben wir auf unserer Seite âLeser- Meinungenâ unter dem Datum vom 01.12.03 den Fundort an.
am 17.12.06 eingefĂŒgt:
Diese demographisch bedingten Folgen bewirken besonders in Deutschland ĂŒber den beschriebenen 70-jĂ€hrigen Zyklus des wirtschaftlichen Auf und Ab hinaus eine kontinuierliche
Verschlechterung des Bruttosozialproduktes. Die Neue ZĂŒrcher Zeitung vom 16./17. Dezember 2006 berichtete dazu in ihrem
Leitartikel auf Seite 1: âHerwig Birg, der wohl bekannteste deutsche Bevölkerungswissenschaftler, hat unlĂ€ngst in einem StreitgesprĂ€ch ĂŒber die Zukunft seines Landes ein
rabenschwarzes Szenario an die Wand gemalt. Deutschland werde wegen der angeblich fĂŒr die nĂ€chsten 50 Jahre unumkehrbaren Schrumpfung seiner Bevölkerung und des daraus resultierenden Zusammenbruchs der sozialen
Sicherungssysteme als Gesellschaft zerfallen. Es werde eine breite >Verelendung< wie in der Dritten Welt neben >obszönem Reichtum< geben.â
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